Mit »Patapon schuf Sony 2008 ein interessantes, sehr duchgestyltes Taktspiel für die PSP. 2009 wurde der jungen Serie ein »zweiter Teil spendiert, mit grundlegenden Veränderungen bei den Möglichkeiten zur Verbesserung und Individualisierung der kleinen Krieger. Im dritten Teil nun werden sie von ihrem Gott verlassen!
Gott ist tot!
In den beiden vorherigen Teilen des Rhythmusspieles wurden die titelgebenden Patapons von einer Gottheit geleitet. Durch den Einsatz göttlicher Trommeln führte dieser, vom Spieler gesteuert, die kleinen Kreaturen in unzählige Schlachten. Das ändert sich in
Patapon 3 nun: Die Patapons sind zu Stein erstarrt worden und die rettende Gottheit verschwunden. Zeit, dass die Patapons ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. So entscheidet ihr euch zu Beginn des Spiels für einen Helden-Patapon. In diesen fährt der Geist des Allmächtigen, eben dieser Patapon-Gottheit. Zusammen mit den drei Patapons Ton, Chin und Kan lässt dieser nun in der Schlacht gegen neue Gegner die alten Trommeln erklingen. Ihr habt es vermutlich schon erraten: Die Rolle des Helden-Patapon ist für euch bestimmt. Also Zeit, den Helden rauszukehren.
Schon das Intro deutet es an:
Patapon 3 ist ein ganzes Stück rockiger als seine Vorgänger! Das nimmt den bislang eher niedlich dargestellten Patapons ihre Unschuld und macht das Spiel ein wenig düsterer. Erstaunlich, da sich an der Sing- und Springlaune der eigentlich nur aus Augen bestehenden Rasse wenig geändert hat. Zu Beginn entscheidet ihr euch für einen der drei Helden-Patapon. Yarida trägt einen Speer, was ihn optimal für Anfänger geeignet macht. Yumiyacha ist der Bogenmeister - er lässt einen Pfeilregen über seine Gegner niedergehen, ist aber auch schnell ermüdet. Und dann wäre da noch Taterazay, der Verteidiger der Frontlinie. Mit seinem Schild schützt er die Mitstreiter vor den gegnerischen Angriffen.
Trommelnd zum Sieg
Wie auch in den Vorgängern greift ihr nicht direkt in das Geschehen ein, sondern kommandiert eure Truppe über die mystischen Trommeln. Tut ihr nichts, stehen alle Patapon um Hatapon, den Flaggenträger, herum. Gebt ihr den Befehl zum Vorwärtsmarschieren (
Pata-Pata-Pata-Pon), marschiert Hatapon vor - und die restlichen Patapon folgen ihm. Jedem der vier Buttons ist eine der vier Trommeln zugeordnet. Um also
Pata-Pata-Pata-Pon zu trommeln tippt ihr Viereck-, Viereck-, Viereck- und Kreistaste. Und das natürlich möglichst im Takt, der im Hintergrund zu hören und auch als grafische Referenz am Bildschirmrand zu sehen ist. Am Gameplay wurde also nichts verändert. Schnell erweisen sich die kleinen Streiter jedoch als noch größere Schreihälse als bislang: In
Patapon 3 geht der Takt leider weit häufiger unter dem Geschrei eurer Truppe unter. Allerdings gibt es in den Optionen einige neue Soundeinstellungen, mit denen ihr ein wenig experimentieren könnt - eine wirklich immer optimale Einstellung konnten wir jedoch nicht finden. Da hilft nur, unter Zuhilfenahme eines wippenden Fußes selbst den Takt zu halten.
Eure Mitstreiter, die Krieger-Patapons Ton, Chin und Kan, sind natürlich im Kampf immer dabei. Sie sammeln in allen Missionen Erfahrung und steigen so, genau wie ihr, im Level auf. Das macht sie widerstandsfähiger und stärker. Doch damit ist es in
Patapon 3 nicht getan: Die Items, die ihr in den Levels sammelt, könnt ihr euren Kriegern (oder eurem Helden-Patapon) anlegen und sie so stärker machen. Manche Waffen haben etwa besondere Fertigkeiten - Helme mit Schutz vor Eis oder Feuer gibt es genauso wie entsprechende Waffen, die Gegnern, die auf dieses Element allergisch reagieren, schneller den Garaus machen können. Habt ihr keine Lust auf Feintuning, könnt ihr die Ausrüstung auch einfach automatisch anlegen lassen - was das Spiel unter "optimal" versteht, ist allerdings nicht wirklich transparent und ersichtlich. Ab und an solltet ihr in eurem Lager der Schmiede einen Besuch abstatten. Hier könnt ihr eure Waffen nämlich noch zusätzlich verstärken. Dazu bedarf es manchmal gesammelter Materialien und vor allem Ka-Ching, der Währung in der Patapon-Welt. Diese verdient ihr einerseits durch das Erfüllen von Missionen oder den Verkauf nicht benötigter Ausrüstung, die ihr in den Leveln eingesammelt habt.
Mit steigendem Level könnt ihr euren Patapons auch Klassenwechsel ermöglichen. So können wir etwa den Helden-Patapon Yarida ab Level 3 zu Kibadda machen - ebenfalls ein Speerträger, allerdings beritten und mit Schild. Chin, als Taterazay einer defensiven Schildklasse angehörig, kann ab dem gleichen Level zu dem beidhändig bewaffneten Riesenpatapon Tondenga werden. Pro Charakter stehen euch mehrere sehr unterschiedliche Klassen zur Auswahl, sobald ihr das dafür notwendige Level erreicht habt. Kombiniert mit der entsprechenden Ausrüstung könnt ihr euch so also nach Belieben (und Einsatzzweck) eure kleine Armee zusammenstellen. Doch damit ist noch lange nicht Schluss. Jeder Klasse stehen nämlich unterschiedliche Fertigkeiten zur Verfügung. Die müssen erstmal erlernt werden, etwa indem ihr immer mal wieder verteidigt oder sonstige vorgegebene Aktionen durchführt. Ihr könnt euch in eurem Lager schnell einen Überblick verschaffen, wie weit euer Fortschritt hier ist. Die erlernten Fertigkeiten lassen sich hier dann auch arrangieren, da ihr nur eine begrenzte Anzahl gleichzeitig aktivieren könnt.
Die Armee marschiert online
Wie auch der Vorgänger bietet
Patapon 3 wieder die Möglichkeit, im Multiplayer mit oder gegen Freunde anzutreten. In der Demo zum Spiel legten die Macher besonders darauf den Fokus. Kein Wunder: Es hat sich einiges getan. Über das Teamtotem im Lager der Patapon legt ihr euch einen Teamnamen zu und ein Symbol. Das macht euch im Multiplayer unverkennbar. Hier bekommt ihr auch Teamziele gestellt, die es zusammen mit anderen Spielern zu erfüllen gilt und für die ihr dann belohnt werdet. Über das Heldentor, ebenfalls im Lager zu finden, wechselt ihr dann in den Mehrspielermodus. Der ist sowohl per lokalem Netzwerk (Adhoc) zu spielen als auch online über das PSN (durch den Ausfall war uns ein Test dieser Möglichkeit leider nicht gegegeben). Es liegt an euch, ob ihr dem Spiel eines Kameraden beitretet oder dieser in eure Welt eintritt. Zusammen könnt ihr dann Missionen angehen. Die Kommunikation dabei, vor allem beim Onlinespiel, erfolgt durch einen Chat, der mit Makros arbeitet. Ihr legt also bestimmte Phrasen fest, die ihr nutzen wollt - entweder, indem ihr aus vorgegebenen Textbausteinen wählt oder ihr den Text selber eingebt.
Technisch hat sich im Vergleich zu den Vorgängern nicht viel getan. Der Stil ist immer noch typisch
Patapon minimalistisch, wirkt allerdings trotz aller Düsternis ein wenig bunter als im Erstling - das war aber auch schon im zweiten Teil der Fall. Aus diesem stammt auch die im Vergleich zum ersten Teil weit tolerantere Erkennung des Takts. Zwar gilt auch hier, dass exaktes Treffen des Rhythmus den Patapon einen Schub verleiht, aber ihr müsst nicht 100 prozentig exakt im Takt bleiben. Dabei wirkt die Erkennung sogar nochmal ein wenig toleranter und ihr müsst schon gewaltig aus dem Takt kommen, um die kleinen Krieger auszubremsen.