Was vor kurzem noch Dragon Ball Z war, das ist nun Naruto. In beiden Fällen handelt es sich um Anime für eine jüngere Zuschauergruppe. Und genau wie der Zuschauer durchläuft der Held der Geschichte eine Wandlung vom kleinen ausgestoßenen Jungen hin zum herangewachsenen Helden. Und was läge da näher, als in regelmäßigen Abständen Videospielversoftungen zu veröffentlichen? Oft haben die Eltern für ihren Nachwuchs einen DS oder eine PSP besorgt, um den heimischen Fernseher vor einer allabendlichen Invasion zu bewahren. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass das Prügelspiel Kizuna Drive zu Naruto Shippuden für die PSP auf den Markt geworfen wird. Dagegen gibt es ja auch nichts einzuwenden, wenn das Ergebnis auch gut spielbar ist. Und genau diese Frage beantworten wir jetzt.
Für die PSP nichts Neues?
Vor allem in Richtung 2D-Anime-Prügler ist Sonys Handheld-Konsole eine gern gewählte Plattform. Was allerdings den Nachteil mit sich bringt, dass wir auf der Sony-Hardware schon eine Art Sättigungseffekt erleben. Nichts desto trotz bleiben wir aber fair und betrachten
Naruto Shippuden: Kizuna Drive isoliert, obwohl fünf Alternativen bereits erschienen sind und Nintendo mit dem 3DS und
Street Fighter IV in Sachen Mobile Gaming einen neuen dreidimensionalen Standard setzen will.
Die Rahmenhandlung bietet wieder eine verzichtbare, aber trotzdem unterhaltsame Nebengeschichte rund um die Geschichte der Serie. Dabei solltet ihr nicht erwarten, dass ihr ähnlich zu den Teilen für die Heimkonsole die Titelgeschichte miterleben könnt, sondern vielmehr eine zusätzliche Nebenhandlung. Dabei bleibt die Geschichte genauso wie in machen Serienfolgen oberflächlich. Denn die Story rund um ein paar verschwundene Ninja klingt konstruiert und der Haupthandlung dazugestellt.
Nicht für jeden verschmerzbare Kritik
Für mich persönlich ist das aber verschmerzbar – und das nicht nur, weil ich mich hier gerne als Fan der Serie oute. Nein, die Inszenierung von
Naruto Shippuden: Kizuna Drive macht das Ganze wieder unterhaltsam. So ist die Handlung in einzelne Kapitel unterteilt, die vor allem Lust auf mehr machen und durch gut inszenierte Anime-Filmchen miteinander verwoben sind. Darüber hinaus sind die Charaktere wie auch in der Serie sympathisch inszeniert. Und bei aller Kritik über die technischen Möglichkeiten einer mobilen Konsole ist der Titel in Sachen Bugs recht solide geraten. Soll heißen, im Prügel-Genre kommt es natürlich sehr auf die beiden Punkte Gameplay und Grafik an – und beides ist wegen technischer Einschränkungen und mangelnder Button-Anzahl für die Entwickler immer ein Balance-Akt, der hier aber gut gelöst wurde.
Und wer über etwas schlechter aufgelöste Texturen meckert, dem rate ich eine Stunde Videospielgeschichte
Fist oft he Northstar auf dem ersten Game Boy zu erleben. Und wenn ich gnädig bin, dann darf es auch der
King of Fighters-Ableger für das gleiche Handheld sein. Soll heißen, im ersten Fall sind die Charaktere kaum als Serienfiguren zu erkennen und auch im letztem Beispiel hat das Gameplay nur anhand der Bewegungsabläufe der Personen etwas mit dem gewohnten Gameplay der Serie zu tun. Hier hingegen sind alle Charaktere aus Naruto sogar mit Portrait vertreten und benehmen sich auch so wie man es erwarten würde. Klar bleibt die Steuerung gelegentlich hakelig, bei den Kombos verdrücken wir uns mal und die Texturen hinken einer PS3 weit hinterher, aber das ist ja auch kein fairer Vergleich.
Ausrede PSP zählt diesmal nicht
Entschuldigen kann man hingegen mit dieser Herangehensweise dann weniger, dass die KI in
Naruto Shippuden: Kizuna Drive besonders in Team-Kämpfen negativ auffällt. Eure Mitstreiter sind vielmehr wertloses Kanonenfutter als eine echte Hilfe im wilden Handgemenge, dass leider oder auch dank der Hardware-Einschränkungen nie zu einer Art unübersichtlichem Gewusel eines
Dynasty Warriors ausartet.
Umso schöner ist es zu sehen, dass in
Naruto Shippuden: Kizuna Drive an einen Co-Op-Modus gedacht wurde, um die plumpe KI durch menschliche Hirnzellen zu ersetzen. Dort sollen wir sogar zu viert in die Arena treten können, doch bei unserem Test scheiterte dieses Unterfangen, da ich der Einzige mit dem Titel im UMD-Laufwerk war. Abschließend der von euch wohl fast schon erwartete Kritikpunkt der Kameraführung, die hier auch erneut die eine oder andere unübersichtliche Szene zur Folge hat.
Interessant auch für Nicht-Serienkenner?
Ob
Naruto Shippuden: Kizuna Drive jetzt auch etwas für Unkundige des Anime ist oder sogar Serien-Hasser an die PSP lockt? Hier antworte ich trocken mit einem Nein. Das liegt aber daran, dass der Titel von den Charakteren lebt, was ohne Kontext zur Serie einfach verpufft. Auch ist die Geschichte eine Rahmenhandlung, die zur Storyline des Anime konstruiert und gestellt wirkt. Das gleichen auch nicht die unterhaltsamen Anime-Schnipsel aus. Beim Gameplay fallen die KI und die sich wiederholenden Aufgaben auf, was klar zeigt, dass der Titel auch für eine schnelle und sinnfreie Runde in der U-Bahn herhalten kann. Echtes Alleinstellungsmerkmal hingegen ist der Co-Op-Modus, aber dafür benötigt ihr mehrere UMDs. Und in diesem Fall seid ihr sowieso schon unter Fans der Serie – und die greifen sowieso zu. Der Rest überlegt, ob er Lust auf einen mobilen Prügler hat, den ihr spielen könnt, aber nicht müsst.