Die heutige Kindergeneration wächst mittlerweile ohne das im Jahre 1997 in Deutschland bekannt gewordenen Tamagotchi auf und findet stattdessen in der modernen Next-Gen-Technik ihre Faszination. Damit das alte Spielprinzip des japanischen Elektronikspielzeugs nicht ausstirbt, hat Sony für seine PSP eine moderne Fassung des Phänomens entwickelt. Revolutionär hierbei ist die Einbindung der USB-Kamera in das Spiel. Wer eine Cam und ein beliebiges PSP-Modell sein Eigen nennt, darf mit EyePet PSP quasi das Tamagotchi 2.0 erleben. Was damit genau gemeint ist, erfahrt ihr im nachfolgenden Test.
Das 2.0-Erlebnis
Auf den ersten Blick bietet
EyePet PSP nicht viel Innovation. Das Grundprinzip wurde vom Tamagotchi bzw. der
»PS3-Vorlage adaptiert, jedoch mit neuen Features der Zeit angepasst und erweitert. Zwar müsst ihr nach wie vor auch auf das Wohl eures Schützlings Acht geben, doch die Pflege nimmt nicht so eine tragende Rolle ein wie es noch beim Vorbild der Fall war. Vielmehr stehen kurzweilige Minispiele im Vordergrund - doch dazu später. Der eigentliche, neue Ansatz von Sony ist es nämlich, die eigenen vier Wände mit ins Spiel einzubinden. Wie das funktioniert? Durch die Integration der USB-Kamera und einer magischen Spielkarte. Die via Kamera eingefangene Szene wird quasi in das Spiel importiert und dient als (realer) Hintergrund.
Somit turnt euer Geschöpf genau dort herum, wo ihr euch gerade befindet und worauf ihr eure Cam richtet. Wichtig ist nur, dass die mitgelieferte Karte im Blickfeld ist, wodurch das Programm die Spielelemente in die "echte" Welt projizieren kann. Ob auf der Wiese, im Flugzeug oder auf der Couch, euer Tierchen ist so scheinbar immer mit dabei.
Niedliches Etwas im trauten Heim
EyePet PSP richtet sich offensichtlich an eine jüngere Zielgruppe, welche Spaß daran hat, ein eigenes virtuelles Haustier aufzuziehen und es bei diversen Tätigkeiten dank der Kamera-Einbindung wirklich interaktiver als je zuvor zu begleiten. Nach einer netten Einführung steht zu Beginn die Geburt des an eine Mischung aus Hund und Katze erinnernden Wesens an. Ist das Tier erstmal geschlüpft, bestimmen wir noch das Rufzeichen, indem wir einen Spruch oder ein Pfeifen aufnehmen, und schon landen wir in einem buntgestalteten Spielzimmer - unserem Rückzugsort, der quasi als Menü fungiert. Hier können wir unser Lebewesen stylen, waschen, Trophäen oder Fotos ansehen und nach einer Zock-Session auch den Tag für unser Pet beenden, indem wir es schlafen lassen. Nett: Ereignisse werden in einem Tagebuch aufgezeichnet und sind auf Tastendruck abrufbar. Außerdem beschenkt euch das Programm mit neuen Objekten, wie Mützen, sobald ihr wieder ins Spiel einsteigt.
Spiel & Spaß
Die meisten Mini-Spiele in
EyePet PSP, von denen es insgesamt sieben Stück gibt, finden außerhalb der virtuellen Behausung statt, in dem wir unsere Kamera noch nicht zwingend verwenden müssen. Klicken wir aber auf "Zuhause verlassen" springt unser Haustierchen hinaus in die Welt, die wir mit unserer Kamera einfangen haben. Wir können Bowlen, Trampolin springen, Angeln, Rennen fahren, Segeln, Blumen gießen und dabei Insekten verscheuchen oder uns auf eine Schatzsuche begeben. Highscores und Belohnungen motivieren anfangs, die Minispiele an sich sind nach einiger Zeit aber ziemlich öde, weil zu simpel. Ältere Zocker werden sich schnell unterfordert fühlen und weitere Herausforderungen vermissen. Jüngere Spieler hingegen stört das weniger, da sie einfach Freude dran haben werden, ihr knuffiges Wesen aufzuziehen - wie früher auf dem Tamagotchi.
Die Technik
"Liebevoll" trifft am besten zu, wenn es um ein passendes Adjektiv für die Präsentation geht. Das Zuhause wirkt einladend und der Schützling selbst sieht niedlich detaillverliebt aus und stapft dank schick animierten Bewegungen lustig durch die Umgebung. Ansonsten hält sich
EyePet PSP grafisch zurück, da ja die eigentliche Spielwiese durch die Kamera eingefangen wird. Knackscharfe Bilder liefert die PSP-Kamera aufgrund der 1.3 Megapixel zwar nicht wirklich, sie erlaubt aber logischerweise unendliche viele verschiedene Szenarien. Einzige Kehrseite: wenn es einmal zu dunkel ist und die
EyePet-Karte nicht erkannt wird, was schnell passieren kann, geht der Spaß flöten.