Mit »LittleBigPlanet ist Sony etwas gelungen, das es so schon lange nicht mehr gab: Ein 2D-Platformer wurde zum Kaufgrund einer Videospielkonsole. Natürlich war das Jump 'n' Run füpr die PS3 dabei nicht auf dem Stand der 16-bit-Ära, es war sogar in einigen Bereichen wegweisend. Größter Pluspunkt war dabei der umfangreiche Leveleditor, der immer noch für kontinuierlichen Nachschub sorgt. Die kreative Community bekommt nun auch Hüpfspielkost für unterwegs, denn LittleBigPlanet hat seinen Weg auf die PSP gefunden. Ob auch diese Version ihrer Zeit voraus ist oder ob die Fans nur ein LittleBigPlanet light ohne Neuerungen bekommen, erfahrt ihr in unserem Review.
Das kenn ich doch!
Beim ersten Anspielen unterscheidet sich
LittleBigPlanet auf der PSP kaum von der PS3-Version. Klar, die Grafik verrät sofort, worum es sich handelt, aber wenn man nach einem Intro, das von einer Welt, in die alle Ideen und Träume gelangen, von einer vertrauten Stimme durch ein Tutoriallevel im Papplook geführt wird und sich dann in einer Zentrale wiederfindet, in der man auf einem gestrickten Globus die Levels auswählt, fühlt man sich als Besitzer der PS3-Version doch gleich heimisch.
Auch bei der Steuerung von
LittleBigPlanet PSP müssen Kenner des ersten Teils nichts dazulernen. Gelenkt wird der Sackboy mit dem Analogstick, mit den Knöpfen lasst ihr in springen und greifen oder öffnet das PopIt-Menü. Leider hat die PSP weniger Knöpfe vorzuweisen als ein PLaystation-3-Controller und so muss der Spieler auf das freie Bewegen der Arme verzichten, was im Singleplayermodus allerdings ohnehin nur Spielerei war. Gleiches lässt sich wohl über das Steuern von Sackboys Mimik sagen, doch dieses Feature wurde nicht verworfen - leider. Denn das Bestimmen der Gesichtszüge besetzt das Steuerkreuz, das aufgrund der Präzision ideal zum Steuern der Spielfigur gewesen wär. Abgesehen davon gibt es bei der Bedienung aber nichts zu meckern und man hüpft problemlos durch die Levels.
Auch in den Levels selbst ist fast alles beim Alten geblieben. Abgesehen davon, dass die Anzahl der Spielebenen von drei auf zwei reduziert wurde, gibt es kaum Änderungen. Ihr hüpft durch die schön designten Welten, sammelt Punkteblasen, wobei ihr einen Multiplikator erhaltet, wenn ihr in einer schnellen Folge mehrere Blasen erwischt, greift hier und da nach einem Schalter oder haltet euch an einem beweglichen Objekt fest und könnt die Levels mit gesammelten Stickern verschönern, die an manchen Stellen sogar einen Mechanismus auslösen. Zusammengefasst ist es also ein klassisches Jump 'n' Run mit ein paar frischen Elementen. Der Einstieg wird dem Spieler dabei sehr einfach gemacht, doch im Spielverlauf gibt es einige etwas knifflige, aber nie unfaire Stellen.
Kriegen auch Stofffiguren Vielfliegermeilen?
Im Storymodus von
LittleBigPlanet PSP gibt es insgesamt (wenn man den Tutorial- und den Creditslevel nicht mitzählt) 22 Abschnitte. Dabei unternehmt ihr eine kleine Weltreise. Beginnend in Australien, wandert ihr über Asien und Afrika nach Deutschland, wo es für Sackboy natürlich ein Lederhosenoutfit gibt, um Klischees zu erfüllen, und landet schließlich nach einem Abstecher nach Hollywood in Südamerika und nehmt am Karneval der Schöpfer teil. Die verschiedenen Welten unterscheiden sich in erster Linie optisch und von der verwendeten Musik. Wer den Storymodus durchgespielt hat, der wird noch viel Zeit damit verbringen, die versteckten Preise in den Levels zu suchen oder in Bonuslevels den Highscore zu knacken.
Kreieren und Teilen
OK, erwischt - die wahre Langzeitmotivation bringt natürlich der Leveleditor, der auch auf der Playstation 3 das Herzstück des Spiels darstellte. Auf Sonys Heimkonsole gibt es mittlerweile 1,3 Millionen Levels zum Download, auf der PSP sieht es noch etwas mau aus. Ist der Titel aber erstmal eine Weile auf dem Markt, wird die Community wohl für einige tolle Levels sorgen - die Werkzeuge dazu sind aus dem PS3-Teil bekannt. Doch schon dort haben viele Käufer die Erfahrung gemacht, dass sich gute Levels nicht in 20 Minuten aus dem Ärmel schütteln lassen. Der Editor ist komplex und man muss viel Zeit opfern, um die ganzen Mechanismen und Kniffe zu erlernen. Wer dann noch einen spaßigen und gut aussehenden Level erstellen will, kann damit rechnen, dass er viele Stunden dafür brauchen wird.
Viele Spieler haben den Leveleditor deswegen schon aufegegeben, doch auch, wenn man seine Kreativität und seine Ideen nicht benutzen konnte, macht es Spaß, die gelungenen Kreationen anderer User auszuprobieren. Ein Pluspunkt gegenüber dem Original: Heruntergeladene Levels werden auf dem Memory Stick gespeichert und können jederzeit ohne Internetverbindung wieder gespielt werden.
Am meisten Spaß machte
LittleBigPlanet auf der PS3 im Mehrspielermodus. Ob die drei Mitspieler auf der Couch neben einem saßen oder ob man online zu ihnen gefunden hat, war dabei unerheblich. Die Jagd nach Punkten, das Kooperieren an bestimmten Stellen und die kleineren Prügeleien waren extrem motivierend und werteten das Spielerlebnis erheblich auf. Umso bedauerlicher ist es, dass es in
LittleBigPlanet PSP überhaupt keinen Multiplayermodus gibt. Laut Entwickler war es einfach nicht möglich, den Modus zu integrieren.
Charmante Welt, charmanter Held
Der grafische Stil wurde auch in
LittleBigPlanet PSP beibehalten. Das heißt, alles hat den typischen "Zusammengebastelt-Look", der schon auf Sonys Heimkonsole einfach nur sympathisch war. Und wenn wir schon bei Sympathiepunkten sind: Der knuffige, zusammengenähte Sackboy ist einer der coolsten Videospielhelden aller Zeiten und kann vom Spieler angepasst werden. Das umfasst neben Kleidungsstücken auch die Stoffart und verschiedene Körperteile (Augen, Mund). Allerdings hat man das Potential des Protagonisten schon längst erkannt und es gibt zahlreiche Outfits, für die PS3-Besitzer zur Kasse gebeten werden. Eine ähnliche Geldmache wird es wohl auch bei
LittleBigPlanet für PSP geben.
Das größte Plus beim Sound vom PS3-
LittleBigPlanet war der hervorragende deutsche Sprecher. Der Humor ist weiterhin von der gleichen Sorte, nur die Stimme habe ich bei der PSP-Version als etwas unangenehm empfunden. Allerdings komme ich nur beim Vergleich mit dem Original zu diesem Fazit, orientiert man sich an anderen Spielen, ist der Sprecher immer noch recht gut. Auch die Hintergrundmusik ist wieder passend und stört zu keiner Zeit - im Gegensatz zu den langen Ladezeiten.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:

