Die Soul Calibur-Reihe setzt an zum Sprung auf die tragbare PlayStation Portable. Opulente Optik, große Kämpferriege, umfangreicher Charakter-Editor und ein motivierendes Gameplay zeichneten den letzten Teil der Reihe aus - wieviel davon hat es auf die UMD geschafft?
Endlich unterwegs kämpfen
Der portable Ableger
Soul Calibur: Broken Destiny basiert inhaltlich sehr stark auf seinem großen Vorgänger
Soul Calibur IV. Dieser konnte in
»unserem Test immerhin 89% und zwei Awards (für Grafik und Gameplay) abstauben. Dementsprechend hoch sind natürlich die Erwartungen an den ersten Ausflug der Reihe auf die PlayStation Portable.
28 Kämpfer warten auf der Disk auf euch - von Anfang an. Ihr braucht also nicht erst Charaktere freispielen, um sie auswählen zu können. Mit dabei sind bekannte Gesichter wie Taki, Voldo, Mitsurugi, Cervantes samt Tochter Ivy, Siegfried und (nein, nicht Roy!) Nightmare, aber auch Zasalamel und Algol haben es ins Spiel geschafft. Gab es bei
Soul Calibur IV drei Gastauftritte aus dem
Star Wars-Universum (Darth Vader, sein geheimer Schüler und Yoda), so wurden diese für den PSP-Auftritt durch Kratos (
God of War-Reihe) und den neuen Charakter Dampierre ersetzt. Während der grimmige Spartaner Kratos vor allem auf seine Chaosklingen setzt und vom Gameplay her Cervantes sehr ähnlich ist, greift der gelenkigere Dampierre eher auf seine zwei Unterarm-Klingen zurück. Spielerisch ist dieser am ehesten mit Taki zu vergleichen.
Auch der Charakter-Editor ist wieder mit an Bord und wurde im Vergleich zu dem in
Soul Calibur IV nochmal um einiges erweitert. Ihr könnt zwar leider an den Körper-Proportionen eures neuen Charakters nichts verändern, habt dafür jedoch unzählige Items zur Verfügung, mit denen ihr diesen ausstatten könnt. Einen Effekt auf eure Fähigkeiten im Kampf haben die Klamotten allerdings nicht, dieses Feature wurde (glücklicherweise) gestrichen - war es doch immer nervig, zwischen Wunsch-Aussehen und Effektivität wählen zu müssen. Zu einem großen Teil könnt ihr diese Kostümteile dann auch noch umfärben, wie es euch gefällt. Dabei ist der Editor durch freispielbare weitere Items so umfangreich, dass ihr schon sehr bald jede Menge Möglichkeiten zur Verfügung habt, euren Wunsch-Charakter frei gestalten zu können. Ausgestattet mit eigenem Namen und Kampfstil eines vorhandenen Kämpfers (ausgenommen Kratos und Algol) könnt ihr diese dann für die Verwendung in den einzelnen Spiel-Modi abspeichern.
Aufwärmen zum Schlagabtausch
Erster Modus in der Liste ist das schnelle Spiel. Dieser unterscheidet sich aber von denen anderer Prügler. Ihr wählt euren Kämpfer aus und landet, wie beim Multiplayer-Spiel, in einer Kampflobby. Hier dürft ihr aus acht Gegnern wählen - leider könnt ihr nicht sehen, mit wem ihr es genau zu tun bekommt. Das liegt daran, dass nur eine Art Online-Nick angezeigt wird und es sich bei den Charakteren um mit dem Editor erstellte Kämpfer handelt. Auch wie stark diese sind ist nur anhand ihrer Sieg/Niederlage-Statistik grob abschätzbar. Im Kampf erbeutet ihr Titel, insgesamt 200 Stück an der Zahl. Diese könnt ihr eurem Charakter zuweisen und euch so im schnellen Spiel und auch dem Multiplayer-Modus damit schmücken.
Eine großartige Hintergrundgeschichte sucht ihr diesmal allerdings vergeblich. So heißt es im Modus "Spiessrutenlauf" bereits zu Beginn: "
Diese Geschichte beruht auf ungenauen Quellen und ist keine genaue Darstellung der 'Soulcalibur'-Geschichte!". Praktisch bedeutet das, dass ihr einen der 28 Kämpfer auswählt und euch zusammen mit Hilde auf eine Reise begebt. An den verschiedenen Stationen erwarten euch allerdings keine richtigen Kämpfe, eher ist der gesamte Modus ein einziges großes Tutorial. Ihr bekommt gesagt, was ihr tun sollt - und tut das. Beispielsweise eine Attacke auf eine bestimmte Art zu parieren. Gelingt euch das, geht es weiter, ansonsten wird wiederholt, bis ihr es könnt. Da sich das Ganze über 30 Kapitel und über 80 Aufgaben erstreckt, macht sich hier schnell Langeweile breit. Dafür bringt der Modus, vollständig bewältigt, sicher auch Veteranen der Reihe noch neue Tricks bei. Übrigens könnt ihr bequem später den Charakter wechseln, ohne von vorne beginnen zu müssen.
Tausche Prüfung gegen Arcade-Modus
Gut, wenn schon keine richtige Geschichte, wie steht es mit einem Arcade-Modus? Der ist auf den ersten Blick nicht vorhanden, etwas ähnliches verbirgt sich jedoch hinter den Prüfungen. Diese gibt es in drei "Geschmacksrichtungen": Als Angriffs-, Verteidigungs- oder Endlosprüfung. Der Aufbau ist stets identisch - ihr kämpft nacheinander gegen mehrere Gegner und sammelt dabei Punkte. Für Angriffe bzw gelungene Verteidigung bekommt ihr dann einen Bonus auf euren Punkte-Multiplikator, für eingesteckte Schläge gibt es Abzug. Bei der endlosen Prüfung geht das solange, bis ihr ins Gras beißt - die anderen beiden Prüfungen sind auf eine Anzahl an Gegnern begrenzt.
Natürlich dürft ihr auch mit
Soul Calibur: Broken Destiny wieder eure Freunde zu einem Kampf herausfordern. Leider allerdings nur via Adhoc-Verbindung - ein Online-Match ist nicht vorgesehen.
Was allerdings gänzlich fehlt: Ein Modus für Solospieler, in dem ihr euch einen Gegner explizit aussuchen könnt, Handicap einstellt und den Austragungsort wählen dürft. Der Trainingsmodus, der ebenfalls aus
Soul Calibur IV entnommen wurde, ist da nur ein geringer Ersatz. Dafür bietet dieser aber immerhin die Möglichkeit, die CPU-Stärke einzustellen und so ein wenig zu trainieren. Motivierend ist aber auch das auf Dauer nicht.
Großer Prügler im Miniformat
Wer bereits einen Teil der
Soul Calibur-Reihe gespielt hat, wird sich auch hier schnell heimisch fühlen. Am Gameplay hat man nämlich kein bisschen rumgespielt - mit dem Analogstick oder alternativ dem Digikreuz bewegt ihr euch durch die Arena und nutzt die Buttons für Verteidigung, Angriffe und Konter. Die Kämpfer verfügen über ihr gesamtes bekanntes Repertoire an Moves. Dabei enthalten ist auch die Möglichkeit, Rüstungsteile des Gegners zu zerschlagen sowie einen kritischen K.O. auszuführen. Letzteres war schon bei
Soul Calibur IV mehr oder weniger unnütz, und ist es leider auch hier wieder. Ihr bekommt einfach zu selten die Gelegenheit zu dieser Attacke.
Ebenfalls übernommen wurde das Erfolgs-System. Für bestimmte Leistungen im Spiel schaltet ihr Erfolge frei - die haben allerdings meist nur optischen Reiz und bringen euch sonst nichts weiter ein. Selten schaltet ihr mit einem Erflg auch mal neue Items für den Charakter-Editor frei.
Technisch macht
Soul Calibur: Broken Destiny aber alles richtig. Die Kämpfer sind detailiert modelliert, die Arenen entsprechen mit kleineren Abstrichen ihren Vorbildern aus den Spielen für die aktuellen Konsolen und das Kampfgeschehen läuft stets flüssig über das Display eurer PSP. Musikalisch erwarten euch ebenfalls Stücke aus dem großen Vorbild, ebenso wie die gleichen Soundeffekte. Der Bildschirmtext ist eingedeutscht, die Sprachsamples des Ansagers und der Kämpfer jedoch alle englischsprachig - letztere lassen sich in den Optionen aber auch auf das japanische Original umstellen.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
