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FALLOUT: NEW VEGAS ULTIMATE EDITION
 Test von Sven Reisbach (15.02.2012) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Rollenspiel Publisher:Obsidian
Termin:10. Februar 2012 Entwickler:Bethesda

Manchmal lohnt sich das Warten. Im Falle des im Oktober 2010 erschienenen Fallout: New Vegas bedeutet das eine Ultimate Edition, die nicht nur sämtliche Patches des Hauptspieles enthält, sondern auch alle bislang erschienenen Bonusinhalte. Besser kann man kaum ins Mojave-Ödland einsteigen, oder?


Lesetipp vorab: Da wir hier unser Hauptaugenmerk auf die Zusammenstellung selbst legen wollen, solltet ihr für Informationen zum Hauptspiel unseren Test zu »Fallout: New Vegas konsultieren. Dort erfahrt ihr alles nötige über das Gameplay, was wir hier nur anreißen können - Wiederholungen gibt es im TV schließlich schon genug.


Das volle Paket Fallout

Fallout: New Vegas Ultimate Edition ist unverändert ein Endzeit-Rollenspiel westlicher Prägung mit offener Spielwelt. Ihr schlüpft in die Rolle eines Kuriers, der bei einer Lieferung gefangen und hingerichtet wird. Dass da mehr dahintersteckt als nur "Pech gehabt", daran lassen eure Angreifer keinen Zweifel. Grund genug, dass ihr euch - nachdem ihr aufgelesen und wieder zusammengeflickt wurdet - zur Verfolgung der Schurken aufmacht. Die Reise führt quer durch das Mojave-Ödland zum Strip von New Vegas und letztlich zu einer Schlacht um den Hoover-Damm. Unterwegs bekommt ihr es mit unterschiedlichen Fraktionen zu tun, für die ihr Missionen erfüllen könnt oder die es zu bekämpfen gilt.

Sobald ihr die Einleitung und die Erstellung eures Charakters hinter euch gebracht habt und von Doc Mitchell in die Welt entlassen wurdet, werden sämtliche Bonusinhalte sofort verfügbar gemacht. Dieses umfasst die vier Erweiterungen Dead Money, Honest Hearts, Old World Blues und Lonesome Road sowie die Zusatzinhalte Gun Runners Arsenal und Courier’s Stash. Die letztgenannten beiden Pakete enthalten vornehmlich neue Waffen und Ausrüstungen - ersteres fügt das Arsenal der Waffenschieber hinzu, letzteres alle zuvor per Vorbestellung erhaltenen Extras. Einiges an Ausrüstung erhaltet ihr vom Start weg - Neulinge kann es durchaus irritieren, dieses gefüllte Inventar vorzufinden. Die Erweiterungen fügen neue Abschnitte hinzu, die ihr durch bestimmte Tore in der Spielwelt erreichen könnt. Das geht zwar von Anfang an, ihr solltet jedoch beachten, welches Mindestlevel der Hinweis vor Betreten dieser Bereiche empfiehlt. Jede der vier Erweiterungen erhöht eure maximale Levelbegrenzung (das Levelcap) um fünf Stufen, so könnt ihr euren Charakter nun bis Stufe 50 aufleveln.


Dead Money

Bei der Verfolgung eines Radio-Signals in einen verlassenen Bunker der Bruderschaft werdet ihr betäubt und erwacht an einem unbekannten Ort. Eure Ausrüstung ist weg und ein Hologramm erklärt euch, dass ihr für ihn in das sagenumwobene Sierra-Madre-Casino einsteigen sollt. Am Tag dessen Einweihung begann der nukleare Krieg, so dass es niemals eröffnet wurde und nun in der Zeit eingefroren ist. Verhandeln könnt ihr mit Vater Elijahs Hologramm nicht, denn ihr tragt ein Halsband, das mit Sprengstoff bestückt ist.

Das ganze Areal ist in roten Nebel gehüllt, der euch auch Schaden zufügen kann. Gerade im Hardcore-Modus erfordert das zügiges Voranschreiten. So macht ihr euch auf den Weg, ein Team zusammenzustellen, um aus dieser Welt zu entkommen. Die Entwickler haben einige nette Ideen in Dead Money integriert, wie etwa die Explosionsgefahr des Halsbands durch Radioquellen in der Polizeistation. Ausserdem gibt es neue Waffen und Ausrüstungsgegenstände zu finden.


Honest Hearts

Über die Nordpassage gelangt ihr in Honest Hearts mit der Happy-Trails-Karawane in den Zion-Nationalpark in Utah. Ihr solltet allerdings nicht zuviel Ausrüstung bei euch tragen, da die Reise einer Gewichtsbeschränkung unterliegt. Kaum vor Ort angekommen werdet ihr schon von einem wilden Stamm angegriffen, der das zerklüftete Felsmassiv geschickt zum Vorteil zu nutzen versteht.

Neben dem Stamm der Weißbeine machen euch hier vor allem wilde Tiere das Leben schwer. Die Wegfindung in diesem Areal ist alles andere als einfach, aber mit der Zeit kriegt ihr da auch ein Gespür für. Ihr werdet viel auf Botengänge geschickt und müsst helfen, die Menschen zu evakuieren, um selbst wieder in die Mojave-Wüste zurückkehren zu können.


Old World Blues

Im Mojave-Drive-In ist ein Satellit abgestürzt, der stets um Mitternacht auf Sendung geht. Aktiviert ihr diesen, wird euch die Geschichte von der Forschungsanlage Big Mountain erzählt, bevor ihr euch genau dort wiederfindet. So ganz unversehrt seid ihr jedoch nicht - ihr tragt einen Patientenkittel und habt gerade eine Lobotomie hinter euch. Euer Hirn ist ersetzt durch Teslaspulen und auch andere Körperteile fielen ähnlichen Ersetzungen zum Opfer. Wobei: So schlecht ist es nichtmal, macht euch die neue Ausstattung doch weit weniger empfindlich. Und auch eure Ausrüstung ist euch immerhin erhalten geblieben.

Bei der Erkundung macht ihr Bekanntschaft mit einigen Roboterhirnen, die euch auf die Mission schicken, ihren Feind - Möbius - auszuschalten... und dabei euer Gehirn wiederzubeschaffen. In Old World Blues bekommt ihr es entsprechend mit Cyberhunden, durchgedrehten Lobotomisierten und anderem kruden Gegnervolk zu tun. Das macht diese Erweiterung zu einer interessante Abwechslung angesichts der sonst üblichen Zombie-Addons anderer Spiele, welche stellenweise über abartig-witzige Dialoge zwischen den Roboterhirnen verfügt. Da fühlt man sich (fast) schon an GLaDOS aus »Portal erinnert.


Lonesome Road

Die vierte Erweiterung stellt quasi den Abschluss der Handlung dar. Hierbei trefft ihr auch auf den Kurier, der den Transport des Platinchips abgelehnt hatte, der die gesamten Ereignisse von Fallout: New Vegas in Gang gesetzt hat. Um rauszufinden, was da genau hintersteckt, begebt ihr euch in die Kluft - ein Relikt der alten Welt. Es geht durch ein altes Raketensilo in eine Militärbasis bei Hopeville.

Ihr bekommt es auf eurem Weg nicht nur mit Wachrobotern und Geschütztürmen zu tun, sondern auch mit den Gezeichneten. Das sind Menschen, die von den radioaktiven Winden der Kluft förmlich die Haut vom Leib gerissen gekriegt haben. Begleiter dürft ihr auf die Lonesome Road nicht mitnehmen, ihr trefft aber bereits im Silo eine neue ED-E. Ausserdem erinnert das Waffen-Arsenal stark an »Dead Space - ihr greift etwa zu Schweißbogengeräten und Nagelpistolen, um euch der Gegner zu erwehren.


Lasst das Blut spritzen

Als Fallout: New Vegas Ende Oktober 2010 hierzulande erschien, kam es nur mit einigen Schnitten in den Handel. So fehlten abgetrennte Körperteile, desintegrierende Körper und Blut generell in dem USK-18-Titel. Für die ultimative Zusammenstellung bekam der Publisher aber tatsächlich grünes Licht für eine ungeschnittene Fassung. Vermutlich hat Bethesda das Spiel mit viel Ehrgeiz durch die Prüfung gepeitscht, um mit dem "100% Uncut"-Slogan ein weiteres Verkaufsargument für Besitzer des Hauptspieles zu haben. Passend dazu ist sicherlich auch, dass die Verpackung über ein Wendecover verfügt, um den USK-Sticker wirkungsvoll zu verbannen.

Technisch habt ihr immer noch Fallout: New Vegas vor euch, welches auf einer leicht aufgemotzten Version der Engine von »Fallout 3 läuft; einem Spiel, das mittlerweile über drei Jahre auf dem Buckel hat. Das merkt man besonders der Grafik deutlich an. Dennoch ist die Atmosphäre nach wie vor stimmig und das Mojave-Ödland wird euch sicherlich in seinen Bann ziehen können. Der Engine kommt hier zu Gute, dass sie ein wüstes Ödland und nicht ein farbenfrohes Südsee-Setting auf den Bildschirm bringen muss. Unscharfe Texturen, viel verödetes Land ohne Leben - was sonst ein Kritikpunkt ist, ist hier auch Teil der Atmosphäre.

Nach Release strotzte das Endzeit-Rollenspiel nur so vor Bugs und Problemen, die mitunter auch zu zerstörten Spielständen führen konnten. Die gute Nachricht ist sicherlich, dass Fallout: New Vegas Ultimate Edition bereits alle bisherigen Patches enthält und somit diese Probleme nicht mehr auftreten. Fehlerfrei ist das Spiel aber auch so noch nicht ganz, im Test kam es vereinzelt zu massiven Slowdowns, Abstürzen und Tonaussetzern.

Gerade die Tonaussetzer sind dabei besonders schade, denn klangtechnisch wird meisterliches geboten. Stimmige Musik im Stil der 60er Jahre und knackige Soundeffekte - leider fehlt es bei der Abmischung etwas an Druck und Positionierung im Raum. Das machen dann aber die Sprecher wett: Fallout: New Vegas ist vollständig eingedeutscht. Das mag für Fans der englischsprachigen Synchro (bei der unter anderem Ron Perlman, Michael Dorn, Felicia Day und Will Wheaton dabei sind) bedauerlich sein, für viele andere ist es ein echter Glücksfall. Allerdings entspricht die Synchro nicht immer unbedingt dem Text der Einblendungen - manchmal ist die Synchro erweitert, mal der Text. Das lässt sich aber durchaus verschmerzen.

Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:






Wer Hauptspiel samt Erweiterungen bereits hat wird mit der Zusammenstellung hier kaum was anfangen können, ausser er will unbedingt alles auf einer Disk oder ungeschnitten. Ich hab allerdings damals New Vegas ausgelassen, weswegen es für mich eine willkommene Gelegenheit war, in die Fallout-Welt zurückzukehren. Noch dazu mit allen Inhalten und ungeschnitten. Allerdings merkt man dem Spiel sein Alter sehr deutlich an und wirklich bugfrei ist es sicherlich auch weiterhin nicht, aber das machen Atmosphäre und Umfang locker wett. Mit Katana, Cowboy-Hut und Ledermantel durch eine postnukleare Westernwelt zu reisen, ja, das hat schon was für sich!
89%
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89%


#1 | Gast [16.02. | 09:59] 
bewertung
ich persönlich finde das spiel auch gut, aber in meinen augen sollten spiele die so unstabiel laufen und so viele bugs haben nie mehr als 70% bekommen, bis sie eben bug frei sind. Mit bug frei meine ich nur frei von abstürzen keine extreme fps einbruch usw...

jedes spiel hat schließlich kleine bugs, wie paar grafik bugs oder auch mal bugs beim sound. aber bei fallout finde ich es schon extrem, sie haben ja nicht mal den vorgänger bug frei bekommen.

ach ja, ich rede von der ps3 version, xbox oder pc habe ich nicht gespielt von daher keine ahnung wie da die bugs ausfallen.

#2 | PhanZero [16.02. | 10:13] 



13.900
Re: bewertung
Ich hab hier die PS3-Fassung im Test gehabt. Es gibt Abstürze, sie sind aber auf die Spielzeit gerechnet nicht so übermäßig, dass ich es als zu großes Problem gesehen habe, zumal ja recht häufig automatisch gespeichert wird (an der Stelle hätte ich mir allerdings ein System wie bei Skyrim gewünscht, also mit mehr Auto-Saves, falls mal einer beim Speichern kaputt geht - ist mir nie passiert, aber man weiss ja nie!). Die zwei oder drei Abstürze kann man so ganz gut abfedern.

Das Problem von New Vegas scheint das Nachladen zu sein. Das Spiel kommt immer wieder ins Stocken, wenn etwas größeres nachgeladen wird - dabei treten die Freezes, also Komplett-Abstürze, am häufigsten auf. Das überrascht, gerade angesichts der Installation der Spieldateien.

Aber, wie gesagt: Ich konnte über Stunden störungsfrei spielen, das macht die Bugs nicht so~ katastrophal, dass sie sich negativ in der Bewertung auswirken müssten.

#3 | Gast [16.02. | 18:50] 
ReRe: Bewertung
danke für die Info.

ein freund von mir und ich haben die abstürze bei Fallout 3 super in den griff bekommen indem wir den autosave aus gemacht haben.
da war unsere erfahrung das das spiel das laden der neuen areale und speicher nicht gleichzeitig hin bekommen hat und so sehr häufig abgestürzt ist.

und Fallout new Vegas ist zu 90% bei mir abgestürzt als ich mit dem boot rüber gefahren bin (zum ende des spiels als die save datei schon recht groß war)

p.s. ein guter test und macht weiter so.

#4 | PhanZero [16.02. | 19:33] 



13.900
ReReRe: Bewertung
Ui, der Kommentartitel wird langsam lang. *g*

Stimmt, bei der Bootsüberfahrt ist es mir auch abgestürzt, scheint also generell noch immer - trotz der ganzen Patches - eine schwierige Stelle zu sein. Immerhin werden dabei keine Savegames beschädigt, das macht es erträglicher.

Autosave hab ich aktiviert, denke auch nicht, dass das (immer noch) das Problem ist. Ich tippe eher auf das Nachladen - es kommt immer mal wieder, wenn etwa Objekte oder Texturen nachgeladen werden müssen, zu einem kurzen Stillstand... und im Härtefall endet dieser Stillstand dann einfach nicht. So war es zumindest bei mir, wenn das Spiel abgeschmiert ist.

Man muss Obsidian/Bethesda aber in jedem Fall zu Gute halten, dass sie die übelsten Bugs ausgemerzt haben und dass New Vegas flüssig spielbar geworden ist. Danach sah es beim Release damals ja nicht aus... *g*

#5 | The Comedian [17.02. | 23:47] 



7.336
Fallout: New Vegas Ultimate Edition
ja, ja Sven du erinnerst dich wahrscheinlich daran: http://www.gameradio.de/forum/showthread.php?p=64309#post64309
Meine Wertung: Ausgezeichnet (93%)

#6 | PhanZero [18.02. | 00:16] 



13.900
Fallout: New Vegas Ultimate Edition
Ja, da erinnere ich mich noch dran. Hab vor dem Spielen auch mal spaßeshalber geschaut, was es alles so an Bugs gab und dann versucht, einige davon quasi zu provozieren. Dabei hab ich dann gemerkt, dass es eigentlich schon die schlimmsten Sachen weggepatcht hat. Sicher nicht alles, könnte definitiv stabiler laufen, aber es ist flüssig spielbar geworden. Da kann man bei der Größe des Spiels dann die verbleibenden Fehler durchaus verzeihen...

Skyrim ist ja mittlerweile auch um einiges besser geworden durch die Patches. Allerdings hab ich momentan definitiv mehr Freude am Setting von Fallout als von Skyrim...

#7 | The Comedian [12.05. | 11:37] 



7.336
Fallout: New Vegas Ultimate Edition
So da das Spiel nach 3 Jahren endlich spielbar gepatcht wurde, hab ich mal eine Wertung abgegeben.
Meine Wertung: Ausgezeichnet (93%)

#8 | PhanZero [12.05. | 17:15] 



13.900
Fallout: New Vegas Ultimate Edition
Naja, seit der Ultimate Edition ist schon nichts mehr an Patches nachgekommen. Was man heute spielt ist auf dem Stand, in dem die UE ausgeliefert wurde/wird. Es ist also 1 1/2 bis 2 Jahre nach Release spielbar gepatcht worden - kleinere Bugs mal ausgenommen, was aber aufgrund der Größe kaum ins Gewicht fällt.

#9 | PhanZero [12.05. | 17:40] 



13.900
Fallout: New Vegas Ultimate Edition
Gerade nachgeschaut: Letzter Patch kam Ende April 2011. Das ist somit auch der aktuellste Stand. Da Fallout: NV im Oktober 2010 erschien, war es nicht nach 3 Jahren ordentlich spielbar, sondern bereits nach 6 Monaten.

Aber trotzdem schön, dass du nach 3 Jahren immerhin deinen Frieden mit dem Spiel gefunden hast. ^^


 










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Pro:
alle Inhalte auf einer Disk und von Beginn an verfügbar
atmosphärisches, ins kleinste Detail stimmiges Art-Design
zum ersten Mal ungeschnitten in Deutschland

Contra:
Alter des Spiels deutlich spürbar
mögliche Verwirrung durch Extras beim Start
nach wie vor einige Bugs


Offizielle Website:
 @bethsoft.com

Weitere Links:
 Test des Hauptspiels



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