Auf Xbox Live erschien Castlevania: Harmony of Despair bereits vor über einem Jahr im Rahmen der Aktion "Summer of Arcade 2010". Diese zeitliche Exklusivität findet nun ein Ende und der Titel kommt auch ins PlayStation Network. Seit 27. September bereits in Nordamerika erhältlich, ist das Vampirjäger-Spiel nun auch im europäischen Store zu finden. Wir haben uns mit den Untoten angelegt.
Best of Castlevania
Castlevania: Harmony of Despair orientiert sich nicht an dem jüngsten Ausflug von Simon Belmont,
»Castlevania: Lords of Shadows, sondern erinnert sich der 2D-Wurzeln der Serie. Eine richtige Story gibt es nicht, stattdessen erweist sich das Spiel als eine Art "Best of" der Serie, mit Multiplayer-Komponente. Statt eines Hauptcharakters habt ihr die Wahl aus gleich sieben Vampirjägern, allesamt alte Bekannte der Serie. Als da wären: Soma Cruz, Alucard, Jonathan Morris, Julius Belmont, Shanoa, Charlotte Aulin und Yoko Belnades. Jeder der Charaktere verfügt über nur ihm beziehungsweise ihr eigene Bewaffnung und Fähigkeiten, wodurch sie sich alle im Gameplay unterscheiden. Eine Story gibt es nicht, stattdessen könnt ihr mehrere Kapitel absolvieren, die sich optisch an Arealen aus bekannten Serienteilen orientieren. Anfangs stehen euch lediglich das erste sowie das siebte Kapitel zur Auswahl. Letzteres ist ein Bonus für PlayStation 3-Besitzer, welches auf der Xbox 360 noch kostenpflichtig war - darum ist es von Beginn an anwählbar. Auch Julius Belmont und Yoko Belnades sind auf der Microsoft-Konsole kostenpflichtig und hier als kleine Entschädigung für die lange Wartezeit bereits integriert. Die weiteren Downloads, die es auf dem Xbox Marktplatz gibt, werden wohl nach und nach dann auch für die PlayStation 3-Fassung erscheinen und sicher auch wieder extra bezahlt werden müssen. Bislang ist im Store jedenfalls keines der zusätzlichen Kapitel, Charaktere oder Musik-Packs zu finden.
Die einzelnen Kapitel können sowohl lokal als auch online angegangen werden. Damit ist
Castlevania: Harmony of Despair der erste Serienteil, der als Multiplayer-Titel ausgelegt ist. Während lokal bis zu vier Spieler gemeinsam auf die Jagd gehen können, dürfen sich online sechs Leute zusammen tun. Und genau dafür ist das gesamte Gameplay auch ausgelegt, alleine tut man sich ungleich schwerer mit dem Kampf gegen die Untoten. Einer der Gründe dafür ist der Levelaufbau. Jedes Level hat ein Zeitlimit, innerhalb dessen ihr den Stage-Boss finden und zu Fall bringen müsst. Der Weg dorthin ist gespickt mit allerlei Fallen und untotem Kroppzeugs. Da kommt ihr zwar auch alleine durch, als Team erspart ihr euch allerdings manchen Umweg. So gibt es einige Abkürzungen, für die ihr mindestens zu zweit unterwegs sein müsst. Auch erreicht ihr erst durch Kombinationsangriffe mit den verschiedenen Charakteren richtig hohe Schadenswerte, mit denen sich auch größere Gegner schnell erledigt haben. Vor allem die Jagd nach einer Bestzeit ist mit mehreren Spielern wesentlich einfacher.
Vor jedem Ausflug legt ihr fest, ob ihr on- oder offline spielen wollt. Danach könnt ihr euren Wunsch-Charakter auswählen und das zu spielende Kapitel. Auch könnt ihr euch im Statusmenü ausrüsten oder im Laden gefundene Gegenstände verkaufen oder neuen Kram einkaufen. Und danach seid ihr auf euch alleine gestellt. Zwar gibt es ein kleines Tutorial in Textform, es lässt allerdings viele Fragen offen. Zu den Unterschieden zwischen den Charakteren erfahrt ihr etwa garnichts und müsst selber rausfinden, welcher der Vampirjäger euch eher liegt. Während Soma etwa eine große (und damit langsame) Axt schwingt, vertraut Julius Belmont auf die legendäre Vampirkiller-Peitsche. Shanoa bedient sich der Macht der Glyphen, während Yoko voll auf Magie setzt. Manche können in den Leveln angebrachte Punkte nutzen, um per Peitsche zu schwingen oder mit Magnetkraft sich von diesen abzustoßen, andere können diese Möglichkeiten nicht nutzen. Dadurch werden einige Punkte schwerer oder garnicht erreichbar für einzelne Charaktere.
Loot, Loot und noch mehr Loot
Die große Stärke von
Castlevania: Harmony of Despair ist sicherlich die Jagd nach immer neuer Beute. Da eure Charaktere nämlich nicht aufleveln, könnt ihr nur durch bessere Ausrüstung stärker werden. Und diese findet ihr in Truhen oder erbeutet sie von besiegten Kreaturen. Gelegenheit zum "looten" werdet ihr genug haben: Es wird kaum reichen, ein Kapitel einmal zu spielen. Beim ersten Anlauf seid ihr meist völlig unterlegen oder findet garnicht die Zeit, alle Stellen abzugrasen. Das ist auch garnicht das Ziel des Spiels, welches vielmehr darin liegt, den optimalen Weg zum Boss zu finden und stärker zu werden. Kurzgefasst geht es um "die drei B": Bestzeiten, Beute, Bosse. Level in Bestzeit abschließen, durch Beute stärker werden und Bosse niederstrecken - ein simples, aber süchtigmachendes Konzept.
Wer von den Bossen nicht genug kriegen kann, kann sich online ja im Überleben-Modus versuchen. Hier entspricht das Gameplay dem aus anderen
Castlevania-Teilen bekannten "Boss Rush"-Modus. Ziel ist es, von allen Teilnehmern als letzter noch zu leben. Ansonsten gibt es wenig Abwechslung vom Vampirjäger-Dasein: Das Monster-Lexikon zeigt euch Informationen über besiegte Kreaturen. Hier erfahrt ihr mehr über ihre Schwachstellen und welches Loot sie für euch hinterlassen. Auch, wie oft ihr dem Geschöpf den Garaus gemacht habt, könnt ihr hier erfahren. Ein ähnliches Lexikon gibt es auch für gefundene Gegenstände. Ansonsten könnt ihr noch eure Bestzeiten mit denen eurer Freunde oder anderen Spielern von
Harmony of Despair vergleichen.
Da die Areale in
Castlevania: Harmony of Despair recht groß sind, könnt ihr per Tastendruck rauszoomen und so die komplette Map einsehen. Die normale Bildschirmansicht ist dennoch, gerade im Vergleich zu den bisherigen Serienteilen, recht weit vom Geschehen entfernt. Darum gibt es die Möglichkeit, Zoomstufen einzustellen. Die höchste Stufe des Zooms bringt euch etwa so nah ran, wie man es von früheren Teilen gewohnt ist - und liefert auch gleich einen etwas pixligeren Look mit. Von HD-Grafik kann hier wahrlich nicht die Rede sein. Aber gerade dadurch entspricht es voll und ganz dem Stil der Serie. Das tut auch die Musik: Einige der Musikstücke sind
Castlevania-Fans bestens vertraut. Ein Manko ist das, angesichts des qualitativ hochwertigen Soundtracks der Serie, sicherlich nicht. Und einige neue Stücke fanden ebenfalls ihren Weg in die Playlist, die den Klassikern in kaum etwas nachstehen.