Die Zerstörungsorgien auf dem roten Planeten gehen in die nächste Runde. Nach dem recht guten dritten Ableger Red Faction: Guerilla (»GameRadio Test: 80%) müsst ihr im Nachfolger Armageddon einmal mehr den Mars von üblen Widersachern befreien. Welche Neuerungen das Entwicklerteam von Volition Inc. diesmal für euch bereithält, erfahrt ihr in der folgenden Review zum Spiel.
Mason – Die Ein-Mann-Armee
Wir schreiben das Jahr 2170, Austragungsort unserer Geschichte ist der Planet Mars. 50 Jahre nach den Ereignissen aus
Red Faction: Guerilla gibt es einmal mehr massive Probleme auf dem roten Planten. Nachdem der für die Menschen lebensnotwendige Terraformer von dem Bösewicht Adam Hale zerstört wurde, herrscht auf der Mars-Oberfläche das absolute Wetter-Chaos mit Supertornados und Gewitterstürmen, wodurch ein Leben über tage unmöglich geworden ist und die Bergarbeiter gezwungen waren, im Untergrund ein neues Zuhause zu suchen.
Einige Jahre später verläuft ein eher unscheinbares Geschäft des Rebellen Darius Mason nicht wie geplant und es kommt zu einem fatalen Ereignis. Darius Mason (der Nachname sollte Kennern der Serie bekannt vorkommen) ist der Enkel des Helden aus
Red Faction: Guerilla und im Zentrum der Kolonien für illegale Geschäft aller Art verantwortlich. Als er in eine Falle gelockt wurde und in einem Tempel der Marauder eine Tür öffnete, lies er zugleich eine böse Kraft frei, welche die Siedlungen nach und nach vernichtet.
Im Laufe der anfänglich eher Dröge erzählten Geschichte, ist es nun die Aufgabe der Ein-Mann-Armee Mason, seinen Fehler wieder gutzumachen und den Planeten von der mysteriösen Rasse zu befreien. Dabei reist ihr anders als noch im Open-World-Vorgänger hauptsächlich durch schlauchähnliche Levelabschnitte unterhalb der Marsoberfläche. Die Teilaufgaben sind dabei fast immer gleich: die Unterwelt durchsuchen, Gegner ausschalten und Geräte reparieren. Erst gegen Ende der Story zeigt
Red Faction: Armageddon seine wahre Stärke und glänzt mit mehr Abwechslung.
Doch so ganz allein muss Mason die dunklen Tiefen des Mars dann doch nicht erkunden. Immer an seiner Seite ist eine hilfreiche KI, welche euch beispielsweise vor feindlichen Angriffen warnt oder den weiteren Weg auf Knopfdruck weist.
Lizenz zur Zerstörung
Euer Bruce Willis Lookalike ist bis unter die Zähne bewaffnet, im Verlauf der Geschichte habt ihr Zugriff auf mehr als 10 Waffen, wobei sich die Auswahl auf vier aktive Knarren beschränkt. Neben einem unscheinbarem Vorschlaghammer gibt es die Standardwaffen wie Maschinengewehr, Schrotflinte, Raketenwerfer oder Pistole, aber auch sehr außergewöhnliche Schießeisen, welche Gegner beispielsweise in schwarze Löcher saugen oder in Staub verfallen lassen. Die wahrlich kurioseste Waffe hört auf den liebevollen Namen Mr. Toots: ein kleines weißes Einhorn mit tödlichen Blähungen. Als Munition dient ein quietschbunter Regenbogen aus seinem Gesäß, der alles vernichtet. Diese Waffe ist jedoch erst nach einmaligem Durchspielen verfügbar. Allen Waffen ist gemein, dass ihr mit ihnen die komplette Umgebung zerstören könnt.
Doch anders als noch im Vorgänger, habt ihr zusätzlich die Möglichkeit, alle zerstörten Objekte in Windeseile wieder in den Urzustand zu versetzen, als wäre nie etwas passiert. Diese spezielle Fähigkeit ist eine von insgesamt sechs Skills, die euch im Laufe des Spiels zur Verfügung stehen und gekauft werden können.
Nette Nebenkost
Red Faction: Armageddon bieten euch auch einen Mehrspieler-Modus, der wie die Einzelspieler-Erfahrung selbst so gut wie keine Elemente aus dem dritten Ableger enthält. Die liebgewonnen Gefechte wurden zum mit 4-Spieler Koop-Matches und dem Zerstörungsmodus ersetzt, ein direktes Gegeneinanderspielen ist nicht drin. Wenn ihr bereits den Einzelspieler erfolgreich absolviert habt, stehen die freigeschalteten Erweiterungen auch hier gleich zum Anfang zur Auswahl.
Der Zerstörungsmodus sorgt, wie der Name es vielleicht schon erahnen lässt, für eine unvergleichliche Zerstörungsorgie. Innerhalb einer vorher festgelegten Zeit müsst ihr die Umgebung in Schutt und Asche legen, für jedes zerstörte Gebäude wandert dann eine bestimmte Punktzahl auf euer Konto. Einige Gebäude bescheren euch zusätzlich Extra-Boni, wodurch ihr eure Punkte noch schneller steigern könnt. Sobald ihr dann eine definierte Anzahl von Punkten erreicht habt, schaltet ihr die nächste Karte frei. Mit Hilfe von Online-Ranglisten könnt ihr eure Ergebnisse mit denen von Freunden vergleichen.
Im so genannten „Heimsuchungsmodus“ stellt ihr euch mit maximal drei weiteren Freunden den unheimlichen Gegnern in insgesamt 30 Wellen direkt entgegen und müsst dabei noch mehrere Aufgaben erledigen, wie beispielsweise die Verteidigung von Häusern.
Technik macht’s doch aus
Einer der größten Pluspunkte ist auch in
Red Faction: Armageddon die GeoMod- (geometrische Modifikation) in Zusammenarbeit mit der Havok-Engine, die die komplette Zerstörung der Umgebung erst möglich machen. Die GeoMod-Engine in der Version 2.5 beschert euch einmal ein bisher unvergleichliches Erlebnis, welches nun durch die Funktion des „Reparierens“ erweitert wurde. Auch wenn die Texturen nicht durchweg dem Standard heutiger Videospiele entsprechen, erhaltet ihr einen grafisch akzeptablen Titel, der jedoch eher in den Zwischensequenzen auftrumpfen kann.
Zur akustischen Seite sei zu sagen, dass
Red Faction: Armageddon lediglich mit deutschen Bildschirmtexten und englischer Sprachausgabe daherkommt. Die professionellen Sprecher machen ihre Arbeit aber souverän. Die im Spiel eingesetzte Musik stammt von dem Komponisten und Musikproduzenten Brian Reitzell und glänzt zusätzlich durchweg mit dramatischen und actiongeladen Klängen.