Die bei der PlayStation-Community sehr beliebte taktikbasierte Shooter-Serie Socom des amerikanischen Entwicklerstudios Zipper Interactive erhält nach fast sechs Jahren und mehreren Spinoffs nun endlich einen direkten Nachfolger. Was das Entwicklerteam für Fans auf der PlayStation 3 bereit hält, erfahrt in der folgenden Review zu Socom 4: Special Forces.
Geschichte
Nachdem man im Jahre 2008 mit
»Socom: Confrontation das Debüt auf der PlayStation 3-Konsole lediglich mit einem reinen Multiplayer-Titel feierte, setzt man nun mit
Socom 4: Special Forces die Serie fort, mit dabei auch wieder eine Einzelspieler-Kampagne.
In der Haut von Cullen Galley mimt ihr einen sogenannten Ops-Kommander und seid Herr über ein vierköpfiges Spezial Team der NATO, mit dem Auftrag in Malaysia die Pläne einer Rebellengruppe zunichte zu machen. Eure Vorgesetzten konnten mehrere Funksprüche der Piratenbande „Naja“ (zu Deutsch „Drache“) abfangen, und so in Erfahrung bringen, dass diese in den örtlichen Gewässern klangheimlich Schiffe entführt, um so Lösegeld zu erpressen.
Innerhalb von sechs Tagen reist ihr nun im Land umher, um Informationen über den Hauptstandort des Bösewichts ausfindig zu machen und im Endeffekt seine weiteren Pläne zu vereiteln. Da man anders als den sonst Spielemarkt anzutreffenden Shooter-Titeln in der
Socom-Reihe voll und ganz auf den Zusammenhalt eines Teams und den taktischen Einsatz der Truppe setzt, stehen zwei Teams unter euren Fittichen sowie ein einfach gestricktes aber dennoch wirkungsvolles Taktiksystem. Auf der einen Seite wäre da das Blaue Team, bestehend aus Gefolgsleuten mit dem Augenmerk auf schwere Waffen und Zerstörung, ein weiteres Team – Team Gold – lässt es dagegen eher ruhiger angehen und sorgt für die nötige Aufklärung und verdeckte Operation im Krisengebiet.
Beide Teams in
Socom 4: Special Forces werden mit Hilfe des Steuerkreuzes des PlayStation 3- oder wahlweise des Navigation-Controllers positioniert oder dazu angewiesen, in der Nähe befindliche Feinde aus dem Weg zu räumen. Sollten sich gleich mehrere Bösewichte amgleichen Fleck befinden, besteht nun die Möglichkeit, mehrere Befehle aneinander zu reihen, welche dann auf eure Anweisung hin ausgeführt werden. Doch auch ohne eurer Zutun agieren die NPCs in wichtigen Situationen auf dem Schlachtfeld mit recht viel Intelligenz und trotzdem bedacht.
Multiplayer
Abseits des etwas durchwachsen ausgefallenen Kampagnen-Modus hält das Entwicklerteam noch den Multiplayer, welcher aus zwei Teilen besteht, bereit. Zum einen den Koop-Modus, indem ihr mit maximal vier weiteren Freunden eine eigene Kampagne erlebt, wobei die Missionstypen, Intelligenz der KI sowie deren Anzahl eingestellt werden kann.
Ein weiterer Teil besteht aus den altbewährten Multiplayer-Matches, die für insgesamt 32 Spieler bestimmt sind. Zur Auswahl stehen vier sehr teamorientiert ausgelegte Spieltypen, im normalen „Team-Deathmatch“ heißt es, innerhalb der Zeit mit seinem Team die meisten Tötungen zu erlangen. Schafft es ein Spieler, eine Serie von fünf Kills hintereinander zu absolvieren, hat er die Möglichkeit, einen vernichtenden Luftschlag auszuführen. Im klassischen „Team-Deathmatch“ gibt es hingegen nur einen Spawn, sobald ein Team alle Gegner ausgeschaltet hat, ist das Spiel gewonnen.
Des Weiteren gibt es noch „Letzte Verteidigung“. Hier muss ein Team drei auf der Karte verteilte Checkpoints verteidigen oder erobern. Wird ein Checkpoint von dem angreifenden Team eingenommen, erhält der Spieler als Belohnung einen Luftanschlag. Sobald alle drei Einsatzziele erfolgreich eingenommen wurden, muss als letztes noch die Basis der Verteidiger mit Bomben in die Luft gejagt werden. Ein Spielmodus, der Besitzer des ebenfalls von Zipper Interactive entwickelten
»MAG: Massive Action Game sehr bekannt vorkommen wird.
Ähnlich wie in den eben erwähnten Spielmodi geht es um das Platzieren oder Entschärfen von Bomben. Vor Beginn des so genannten „Bombentrupps“ wird ein Spieler jedes Teams als der Bombenspezialist ausgewählt. Nur er kann die drei im Spiel verfügbaren Bomben entschärfen bzw. platzieren und hat aus diesem Grund eine verbesserte Panzerung und Spezialwaffen, kann sich aber nur sehr langsam und eingeschränkt bewegen.
Zu guter Letzt geht es in „Uplink“ darum, die Kontrolle über zwei Datenträger zu erlangen. Ein Team ist hierbei wieder in der Position die Disks zu verteidigen, das andere Team versucht sie zu stehlen. Sobald ein Datenträger entwendet wurde, kann er von allen Spielern aufgenommen werden.
Um euch in den Gefechten zur Wehr zu setzen, stehen euch in
Socom 4: Special Forces unzählige Waffen zur Auswahl, die mit Hilfe von Erfahrungspunkten mit weiteren Upgrades verbessert werden können. Als Anreiz, um in der Multiplayer-Karriere aufzusteigen, könnt ihr während eurer Laufbahn verschiedene Orden erlangen.
Grafik/Sound
Ein zweischneidiges Schwert stellt die Bewertung des technischen Aspekts dar. Ist noch ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem Vorgänger auf der PlayStation 3
Socom: Confrontation zu verzeichnen, reichen diese Neuerungen jedoch nicht aus, um sich gegen die großen Genrekonkurrenten zur Wehr zu setzen. Die von Zipper Interactive weiter verbesserte Grafik-Engine aus
MAG: Massive Action Games beschert eine wirklich detaillierte Landschaft mit gelungen Licht- sowie Schatteneffekten, lässt aber bei Spiegelungen viele Wünsche offen. Ein ähnliches Bild bietet die Soundkulisse: sind die Effekte wie Explosionen oder Schüsse noch unterhaltsam und vor allem sehr realitätsnah, wirken die Stimmen oder vielmehr der Text der im Spiel eingesetzten Sprecher zu aufgesetzt und lieblos.
Als zusätzliches Feature unterstützt
Socom: Special Forces die alternative Bilddarstellung 3D. Dabei ist der räumliche Effekt bei weitem nicht so exzellent umgesetzt worden wie beispielsweise in
»Killzone 3, der einstellbare Tiefeneffekt kann sich dennoch sehen lassen. Einziger Nachteil: ab und an kommt beim Einsatz des stereoskopischen 3D die Bildrate ins straucheln.