Fast einen Monat nach der Veröffentlichung von Dead Space 2 außerhalb Deutschlands könnt ihr nun auch hierzulande in den Horror-Titel von Viscerial Games abtauchen. Aufgrund eines Appelationsverfahrens allerdings mit einem kleinen Abstrich im Multiplayer-Modus. Ob die lange Wartezeit gerechtfertigt war, erfahrt ihr in unserem Test zu Dead Space 2.
Die Stimme in meinem Kopf
Nachdem der Ingenieur und Protagonist von
Dead Space 2 im Vorgänger eigentlich nur den Auftrag hatte, die Kommunikationsanlagen der USG Ishimura zu überprüfen und gegebenenfalls zu reparieren, kam alles anders als geplant. Auf dem Bergbau-Raumschiff angekommen, entwickelt sich der übliche Einsatz zu einem Wettlauf um Leben und Tod. Wer an den Ereignissen von
»Dead Space nicht selbst teilgenommen hat, sollte dies schnell nachholen, braucht aber trotzdem keine Sorgen machen, dass er die Hintergründe im Nachfolger nicht versteht. Vor dem Spielstart von
Dead Space 2 erwartet euch ein fünfminütiges Video, welches kurz und präzise alle wichtigen Fakten erzählt.
Mit
Dead Space 2 geht die lebensbedrohliche Geschichte um den Kommunikationstechniker Isaac Clarke nun in die nächste Runde. Aus dem fast dreijährigen Koma auf einer "Krankenstation" der gigantischen Weltraumstadt Sprawl aufgewacht, wird er sofort wieder mit den katastrophalen Erlebnissen auf der USG Ishimura konfrontiert und erfährt zudem, dass er aufgrund des direkten Kontakts mit dem Marker nicht mehr lang zu leben hat. Als ob dies nicht schon schlimm genug wäre, leidet Isaac Clarke seit dem Einsatz unter starken Visionen und Demenz, was ihm allzu oft während des Spielverlaufs zum Verhängnis wird.
Aus Größenwahn hat der Stationschef der Stadt einen neuen Marker bauen lassen, um an die außerirdischen Kräfte zu gelangen, was jedoch mit schwerwiegenden Folgen verbunden war. Denn der Marker reagierte wie eine Art Magnet für die außerirdische Rasse, sodass diese nun in der ganzen Stadt ihr Unwesen treiben.. und ihr seid mittendrin.
Hast du Angst im Dunkeln?
Ausgerüstet mit lediglich einer mickrigen Taschenlampe und der Kinese-Fähigkeit, mit der ihr herumliegende Objekte anheben und gegebenenfalls wegschleudern könnt, ähneln die ersten Spielminuten vielmehr einen Survival-Horror-Titel als der aus Teil 1 bekannten Action. Aus den Fängen der Zwangsjacke befreit, baut ihr euch aus Einzelteilen einen Plasmacutter zusammen, um euch damit gegen die Nekromorphs zur Wehr zu setzen. Wie im ersten Teil könnt ihr neben dem leistungsstarken Plasmacuttern auch auf verschiedene andere Waffen zugreifen, die gegen in den Levels verteilte Energieknoten mit verbesserten Ladezeiten oder mehr Kapazität ausgestattet werden können. Neu ist jedoch, dass ihr die Verbesserungen wieder rückgängig machen und so bereits eingesetzte Knoten noch einmal verwenden könnt.
Nachdem der Aufenthalt im Vorgänger lediglich auf ein Raumschiff beschränkt war, spendieren euch die Entwickler
Dead Space 2 die riesige Raumstation Sprawl. Positiv fallen zudem die deutlich flüssiger ineinandergreifenden und abwechslungsreicheren Kapitel auf, so dass oftmals der Eindruck entsteht, dass man sich viel mehr in einem interaktiven Film befindet. Im späteren Verlauf der Geschichte gelangt ihr sogar zurück auf die USG Ishimura, was nicht nur in Isaac schlimme Erinnerungen weckt.
Technisch knüpft
Dead Space 2 direkt an den ersten Ableger an und bietet eine ähnlich angsteinflößende Umgebung, die durch den Einsatz von schicken Licht- und Schatteneffekte sowie atmosphärischen Klängen eine furchterregende Stimmung schafft, die euch keine Minute der Erholung gönnt. Neu ist zudem, dass der Protagonist Isaac Clarke nun sein Schweigen gebrochen hat. Wer jetzt jedoch davon ausgeht, dass dieser nur die auferlegten Textzeilen ohne Gewissen herunterbetet, kann beruhigt werden.
Zu acht ist's doch schöner
Der Trend der aktuellen Konsolengeneration, jeden Titel mit einem Multiplayer-Modus auszustatten, geht auch an der
Dead Space-Franchise nicht vorbei. Konnte man den Wii-Titel
»Dead Space: Extraction bereits mit einem Freund auf der Couch offline durchspielen, erwartet uns in
Dead Space 2 ein auf 8 Spieler limitierter Online-Mehrspieler-Modus. Darin übernimmt ein Team die Rolle der Nekromorphs und die anderen Mitspieler mimem die Sprawl-Sicherheitsmitarbeiter. Auf Seiten der Menschen müsst ihr verschiedene vorher festgelegte Missionsziele erfolgreich absolvieren, wobei das Gameplay sehr dem Einzelspieler-Modus ähnelt. In der Haut eines Nekromorphs ist es entscheidend, für welche Rasse ihr euch vor Spielbeginn entschieden habt, denn jede bietet unterschiedliche Aktionsmöglichkeiten - wie beispielsweise die "Pack", die ihre Widersacher anspringen und ihnen mit Hilfe eines kleinen Minispiels das Leben aus dem Körper entziehen.
Mit insgesamt fünf Multiplayer-Maps versucht das Entwicklerteam, Käufer auch langfristig an die Konsole zu binden. Dies gelingt jedoch nur in der Theorie. Der Multiplayer von
Dead Space 2 wirkt ähnlich wie der von
»Assassin's Creed: Brotherhood zu aufgesetzt und bietet so wohl kaum Langzeitmotivation. Im Gegensatz zur internationalen Fassung müssen Spieler im Mehrspieler-Modus auf die Funktion "friendly fire" verzichten. Daher kann man davon ausgehen, dass hiesige Spieler online unter sich sind.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:

