Sony scheint Gefallen daran gefunden zu haben, PlayStation 2-Klassiker in HD für die PlayStation 3 neu aufzulegen. Nach der God of War-Collection folgt nun die Sly Trilogy. Die drei Spiele rund um den Meisterdieb Sly Cooper und seine Gang sind ein Highlight des 3D-Jump'n'Run-Genres... aber können sie sich auch heute noch behaupten? Wir verraten, was das Paket bietet.
Drei Helden, drei Spiele, dreimal Spaß?
2003 brachte Sucker Punch (welche zuletzt mit
»inFAMOUS von sich Reden machten) den Waschbär-Meisterdieb Sly Cooper auf der PlayStation 2 groß raus. Mit seinen Freunden Murray und Bentley geht Sly auf Diebestour, allerdings nur bei Kriminellen. Im Kern ist das Gameplay dem anderer 3D-Jump'n'Runs jener Zeit entsprechend, wie dem ersten Teil der
Jak & Daxter-Serie. Der Fokus liegt also auf kniffligen Sprungpassagen, welche durch Schleichelemente aufgelockert werden. Neben den genreüblichen Sprungeinlagen beherrscht Sly noch einige andere Tricks. Das Klettern an Regenrinnen und Laternen etwa; ein Element, welches sich auch in
inFAMOUS wiederfand. Aber der Waschbär ist auch nicht unbewaffnet, sondern verfügt mit seinem Stab über eine Schlagwaffe, mit der er sogar heimlich Wachen bestehlen kann. Murray und Bentley haben ein ähnliches Gameplay, unterscheiden sich durch ihre Möglichkeiten aber gewaltig von Sly. Beide können nicht wie der Waschbär herumklettern, haben aber in der Gang jeweils ihre eigenen Aufgaben. Bentley, im dritten Teil im Rollstuhl, ist das Gehirn der Bande, während Murray mit seinen Muskeln oft den Weg für das Trio freiräumt.
Im ersten Teil,
Sly Raccoon, bekommt es Sly Cooper mit den Teuflischen Fünf, angeführt vom üblen Verbrecher Clockwerk, zu tun; der Gang, die für die Ermordung seiner Familie verantwortlich ist. In deren Besitz befindet sich das Buch der Meisterdiebe, das Vermächtnis der Cooper-Familie, allesamt Diebe wie Sly. Dieser Teil unterscheidet sich von den beiden folgenden vor allem durch die Levelstruktur, welche sehr geradlinig ist. Der zweite Teil,
Sly 2: Band of Thieves, bricht ein wenig mit dieser Struktur und ist erstmals in einer offeneren Spielwelt gehalten. Hier droht die Claww-Gang, Oberschurke Clockwerk neu zusammenzusetzen - klar, dass Sly das verhindern muss. In mehreren Städten gilt es, die einzelnen Missionen zu lösen, um so der Claww-Gang die Clockwerk-Teile abzujagen.
Sly 3: Honour Among Thieves führt das Konzept der offenen Spielwelt weiter, beschränkt sich allerdings auf wechselnde, kleinere Schauplätze. Diesmal geht es um den geheimnisumwitterten Tresor der Cooper-Familie, den der Waschbären-Meisterdieb finden und knacken will. Dazu muss er jedoch erstmal sein altes Team zusammenführen, welches nach den Geschehnissen im Vorgänger getrennte Wege gegangen ist.
Inhaltlich sind die drei Spiele unverändert geblieben. Ihr solltet keine zusätzlichen Rücksetzpunkte oder dergleichen erwarten. Wer die heutige, oft recht großzügige Verteilung der Rücksetzpunkte gewohnt ist, dürfte hier schnell Mangel anmelden. Allerdings sind die Missionen nie so schwer, dass eine größere Anzahl der praktischen Helfer nötig wäre. Jedes Spiel der
Sly Trilogy ist ein gut durchdachter, großteils fairer Ausflug. Entsprechend leicht verdient sind die nun neu hinzugefügten Trophäen.
HD, 3D, Move - die Technik-Offensive hat begonnen
Erstaunlich ist, wie gut die Trilogie auch heute noch aussieht. Das liegt vor allem am Celshading-Look, welcher ja ohnehin nicht so sehr auf Texturqualität setzt. In HD kann dieser nun seine Trümpfe ausspielen und lässt die Spiele noch mehr wie einen Zeichentrick-Film wirken. Zudem bekommt die
Sly Trilogy einen 3D-Modus spendiert - ein entsprechendes TV-Gerät vorausgesetzt. Nicht der erste Ausbruch des diebischen Trios aus der 2D-Mattscheibe, bereits 2005 konnte mit einer Rot/Grün-Brille
Sly 3 auf der PlayStation 2 in 3D gespielt werden. Heute ist das alles technisch natürlich ausgefeilter, wirkt hier allerdings ein wenig aufgesetzt - netter Bonus für Besitzer von 3D-Geräten, alle anderen kommen aber auch ohne 3D auf ihre Kosten.
Auch Sonys Bewegungssteuerung
Move kommt in der
Sly Trilogy zum Einsatz. Allerdings nicht in den drei Spielen, sondern nur in Form von kleineren Minispielchen. Einmal freigeschaltet, können diese über das Hauptmenü gespielt werden. Hierbei geht es meist darum, Ziele abzuschießen. Das geht zwar auch mit dem PS3-Pad, funktioniert mit
Move aber natürlich um einiges präziser und schneller. Genauso wie der 3D-Modus sind auch diese Spielchen ein netter kleiner Bonus ohne großen Mehrwert. Solospieler dürften schnell gelangweilt sein, mit mehreren Teilnehmern kann man aber eine Weile gut unterhalten werden, Partyfaktor eben.
Weitere Extras, neben einem kurzen Teaser für einen möglichen vierten Teil der Serie, sucht ihr leider vergebens. Schade, ist doch eine solche Sammlung immer eine gute Möglichkeit, die Fans der Serie mit einigen Extras zu locken. Nichts desto trotz sind die Spiele um Meisterdieb Sly Raccoon auch heute noch grandiose Jump'n'Run-Abenteuer, die in keiner Sammlung fehlen sollten.