Man kennt das ja: Wenn ein Spiel auch nur ansatzweise erfolgreich ist, dann muss es auch einen Nachfolger bekommen. So ist das nun auch bei »Star Wars: The Force Unleashed der Fall. Nachdem sich der erste Teil gut verkauft hat, obwohl er keine Höchstwertungen einfuhr, durfte ein Sequel natürlich nicht fehlen. Dieses ist nun erhältlich und versetzt euch wieder in die Rolle des Laserschwert-schwingenden Starkillers - wobei das ja nicht so ganz stimmt. Ob der Actiontitel aber auch genau so viel Spaß macht wie sein Vorgänger, lest ihr in unserem Test.
Preiset die Genforschung!
Wer
The Force Unleashed durchgespielt hat, der weiß, dass man im zweiten Teil eigentlich gar nicht wieder in die Rolle von Starkiller, dem geheimen Schüler von Darth Vader, schlüpfen kann. Doch wie sollte man die Geschichte nun fortsetzen? Mit einem neuen Protagonisten, obwohl der alte bei den "Star Wars"-Fans so gut ankommt? Nein, natürlich nicht! Wie gut ist es da, dass es die Möglichkeit des Klonens gibt. So hat Vader nämlich nacheinander mehrere Kopien von Starkiller anfertigen lassen, die jedoch alle nicht seine Erwartungen erfüllten, da sie nach kurzer Zeit schon wieder emotionale Bindungen zur gegnerischen Seite gebildet hatten.
Ihr spielt in
Star Wars: The Force Unleashed 2 nun einen dieser Klone, der ebenfalls vor Vaders Augen beweisen soll, dass er ihm gehorsam ist. Da dies jedoch nicht wirklich der Fall ist, sollt ihr auch sogleich wieder auf der Müllkippe für Klone landen. Doch unsere Starkiller-Kopie lässt sich das nicht gefallen und setzt sich zur Wehr. Nun gilt es, aus der Klonfabrik auf Kamino zu entkommen und anschließend eine Geschichte zu durchleben, für die Spannung ein Fremdwort ist. Jetzt werden viele von euch bestimmt sagen: "Was, das kann doch nicht sein? Der Vorgänger hatte doch eine gute Story, warum sollte LucasArts das dieses Mal nicht auch hinbekommen haben?" Tja, wer es uns nicht glauben will, kann es selbst anspielen. Die Geschichte ist arg vorhersehbar und packt den Spieler zu keinem Zeitpunkt. Dafür stimmt jedoch die "Star Wars"-Atmosphäre und die Inszenierung ist dank sehr guter Zwischensequenzen in Render-Optik auch wunderbar gelungen.
"Ich wollt', ich wär' ein Kratos..."
Star Wars: The Force Unleashed 2 ist ein Actionspiel in Reinkultur - und das ist, wie wir leider zuegeben müssen, nicht positiv gemeint. Im Prinzip macht ihr nämlich nichts anderes, als euch durch Horden von Sturmtruppen und anderen Gegnern wie AT-ST's zu metzeln. Neu dabei ist, dass Starkiller nun mit zwei Lichtschwertern kämpft, was aber letztendlich spielerisch keinen Unterschied macht und einfach nur cooler aussieht. Außerdem kann er Gegner nun auch per Gedankenkontrolle "wahnsinnig" machen, so dass diese zum Beispiel gerne mal aus dem Fenster springen. Hinzu kommt außerdem die Wut-Aura, die ihr durch erledigte Gegner aufladet und euch bei Aktivierung einen deutlich erhöhen Schadensausstoß verleiht. Dann sind selbst AT-ST's keine Gefahr mehr und in wenigen Sekunden nur noch Metallschrott.
Wir würden lügen, wenn wir sagen würden, dass die Kämpfe keinen Spaß machen, allerdings kommen diese wesentlich undynamischer und abwechslungsärmer als die des großen, offensichtlichen Vorbilds
God of War daher. Richtige Komboattacken gibt es so gut wie gar nicht und wenn ihr einen Gegner per "Kreuz"- und "Viereck"- oder "Kreis"- und "Dreieck"-Taste packt, dann wird jeweils immer die gleiche Animation abgespielt. Ein bisschen Variation hätte hier schon helfen können. Bei größeren Gegnern erscheint immer nach einer gewissen Zeit des Eindreschens auf diese ein Symbole für eine Taste, die ihr drücken müsst, um dem Feined endgültig den Gar auszumachen - eben genau so wie in
God of War. Allerdings sind die folgenden Quicktime-Events so anspruchslos, wie das Aufbacken einer Tiefkühlpizza. Nein, sie sind sogar noch anspruchsloser, da es meistens sogar reicht, lediglich einmal eine Taste zu drücken, die, wohlgemerkt, immer die selbe ist.
Wirklich toll sind die Kämpfe in
Star Wars: The Force Unleashed 2 also nicht gelungen und schon nach kurzer Zeit habt ihr große Sehnsucht nach Abwechslung. Ok, es gibt mal eine Szene, in der ihr mit Starkiller in die Tiefe stürzt und Hindernissen ausweichen müsst (eben auch so wie in
GoW), die jedoch deutlich weniger fordernd gestaltet ist. Und ja, es gibt auch ein paar wenige Bosskämpfe, die zwar stellenweise cool inszeniert sind, spielerisch jedoch auch viel zu anspruchslos geraten sind. Und dann wären da noch die "Ich-muss-vor-irgendwas-Explodierendem-weglaufen-Szenen", bei denen die Kamera vor den Protagonisten schwenkt und ihr nun einfach immer nur die Sprint-Taste im Dauerakkord drücken müsst. Das ist nicht nur lahm, sondern auch anstrengend, da ihr wie gesagt richtig auf die Taste draufhämmern müsst, weil Starkiller"immer nur wenige Meter nach vorne hechtet, anstatt durchgehend zu sprinten. Wenn man in solchen Momenten an die Szene aus
Uncharted 2 zurück denkt, wo man mit Nathan Drake in einer engen Häuserschlucht vor einem Truck fliehen und zeitgleich aber auch noch auf diesen feuern muss, dann fragt man sich schon, warum LucasArts es hier nicht genau so gut hinbekommen hat. Schwer dürfte so etwas ja nun nicht sein, denn als spielerisch anspruchsvoll würde ich diese Szene aus Sonys Grabjäger-Spiel ebenfalls nicht bezeichnen. Aber sie ist eben trotzdem viel besser gemacht.
Man fragt sich aber auch ein wenig, warum die Entwickler nicht gleich ein
God of War im "Star Wars"-Universum gemacht haben, wenn sie doch schon bei den Kämpfen so viel klauen? Warum bekomme ich nicht noch ein paar Rätsel oder Geschicklichkeitseinlagen serviert? Das hätte der Abwechslung sehr gut getan, aber wahrscheinlich wollte man das eigene Spiel nicht komplett als Kopie aufbereiten. Doch, so traurig das eigentlich schon klingt, genau das wäre wirklich besser gewesen, als es bei dem entstandenen Produkt zu belassen. Denn besser gut geklaut, als schlecht selbst gemacht. Aber auch sonst hätte man noch so coole Sachen einbauen können, schließlich gibt das "Star Wars"-Universum so einiges her: Wie wäre es zum Beispiel mit einer Verfolgungsjagd auf Speederbikes? Oder einer AT-ST-Sequenz? Oder einer kleinen Raumschlacht? Nein, da hat anscheinend niemand dran gedacht - lieber lässt man den Spieler durch streng lineare Schlauchlevel latschen und hetzt ihm in jedem Raum neue Gegner auf den Hals.
Da kann man fast schon froh sein, dass die Spielzeit von
Star Wars: The Force Unleashed 2 gerade einmal vier bis fünf Stunden umfasst. Länger hätten wir diese Gameplay-Belanglosigkeit wohl auch nicht ausgehalten. Trotzdem ist der magere Umfang natürlich nicht als Pluspunkt zu sehen. Für 50 bis 60 Euro erhält man hier einfach viel zu wenig. Es gibt zwar nach dem Durchspielen der Kampane noch einige kleine Challenges, aber diese sind jetzt auch nicht wirklich das Gelbe vom Ei, als dass sie den Titel noch retten könnten.
Immerhin erspielt ihr euch mit der Zeit durch die Kämpfe Erfahrungspunkte, die ihr dann gegen Upgrades für euren Charakter eintauschen könnt. Dabei handelt es sich jedoch nur um Aufwertungen eurer Fähigkeiten, neue Attacken erhaltet ihr nur an vorgegebenen Stellen im Spiel. Außerdem spielt ihr im Verlauf der Story in
Star Wars: The Force Unleashed 2 auch noch neue Farben für eure beiden Lichtschwerter frei, die ihr auch beliebig miteinander kombinieren könnt und welche euch bestimmte Boni verleihen. Und ihr erhaltet immer wieder neue Kostüme für "Starkiller", aber das ist nicht mehr als nett.
Immerhin schaut's gut aus
Wo man
The Force Unleashed 2 nichts vorwerfen kann, ist die grafische Umsetzung. Sowohl Lichteffekte, Texturen, als auch Animationen sind gut gelungen sowie hübsch anzusehen und wenn Starkiller sich in eine "Machtkugel" hüllt und aus dieser dann ausbricht und alle umlegenden Gegner durch diese gewaltige Kraft umgestoßen werden, dann sieht das schon ziemlich cool aus. Auch die deutsche Sprachausgabe braucht sich keine Blöße geben. Die Sprecher sind gut gewählt und rattern ihre Texte nicht einfach nur herunter. So hat Yoda zum Beispiel (ja, er tritt auch auf) genau die gleiche Stimme wie in "Angriff der Klonkrieger" und "Die Rache der Sith". Und die Musik ist natürlich sowieso super, aber das brauche ich wohl keinem "Star Wars"-Fan zu erzählen.
Etwas zu mängeln haben wir dann aber doch noch und das betrifft die Steuerung, denn hier hat sich im Vergleich zum Vorgänger nichts gebessert. Lassen sich die Kämpfe noch sehr gut kontrollieren, ist das Schweben lassen von Objekten und Gegnern per Macht immer noch "tricky". Mit den beiden Analogsticks bestimmt ihr nämlich die Richtung, in die euer Ziel gestoßen werden soll, könnt es aber gleichzeit eben auch damit durch den Raum bewegen. Wenn ihr nun einen Gegner zum Beispiel in die Leere katapultieren wollt, müsst ihr beim Loslassen der "R2"-Taste, die den Machtgriff aktiviert, auch den linken Analogstick in die gewünschte Richtung drücken. Dabei kann es euch anfangs jedoch leicht passieren, dass euer Timing nicht so ganz stimmt und beim Loslassen von "R2" das Ziel einfach nur wieder zu Boden fällt, aber eben nicht weggestoßen wird. Wer den Vorgänger nicht gespielt hat, wird also auch in
Star Wars: The Force Unleashed 2 ein wenig Einarbeitungszeit benötigen.
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Ich muss zugeben, der Vorgänger hat mich schon nicht gereizt, auch wenn ich "Star Wars" liebe. Doch The Force Unleashed 2 ist nun wirklich kein Spiel, das man gespielt haben muss. Hier wird bei God of War geklaut, ohne es aber auch nur ansatzweise so gut zu machen. Die Story ist schwach, das Leveldesign eintönig und der Umfang äußerst mickrig. Klar, Spaß macht es schon, aber nur für sehr kurze Zeit und man muss sich einfach die Frage stellen, wer so ein hirnloses Abschlachten von Sturmtruppen überhaupt braucht, wenn es doch so viele andere gute Titel gibt? Ich will lieber wieder ein richtig gutes Jedi Knight, und nicht so ein belangloses Hack 'n Slay! |
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