Wem Boxen und Wrestling schon immer viel zu langweilig war, der liegt mit der UFC Undisputed-Reihe von THQ genau richtig. Auch im Jahr 2010 wollen die Entwickler die brutale Kampfsportart auf den Next-Gen-Konsolen weiter verbessern. Und da solche Spiele von ihrer Gewaltdarstellung leben, gibt es auch viele eingeschlagene Zähne und mindest doppelt so viele Platzwunden. Nicht umsonst ist das Spiel erst ab 18 Jahren freigegeben. Wer also kein Blut sehen kann, sollte bei UFC Undisputed 2010 gar nicht erst hinschauen. Wir sind in den virtuellen Ring gestiegen und haben uns mal kräftig verprügeln lassen, was machen wir nicht alles für unsere treuen Leser. Ab und zu haben wir aber auch mal ausgeteilt. Erfahrt mehr in unserem Test zur Playstation 3-Version von UFC Undisputed 2010.
Immer mitten in die Fresse rein
Wie sangen schon damals die Ärzte ganz treffend: "Immer mitten in die Fresse rein". Genauso wird das Hauptaugenmerk der brachialen Sportart erklärt. Besonders die Amerikaner lieben UFC und versorgen so die Fernsehanstalten mit unglaublichen Zuschauerzahlen. Doch auch in Deutschland soll es in diesem Jahr wieder richtig zur Sache gehen. 2009 gastierte die UFC-Truppe mit ihren Kämpfern in der Kölner Lanxess Arena. Und nicht weniger als 11.000 Fans waren bei der Premiere in Deutschland dabei. Im deutschen Fernsehen gibt es davon allerdings nichts zu sehen. Hierzulande wurde das Ultimate Fighting mit einem TV-Verbot ausgestattet. Dank THQ könnt ihr euch aber trotzdem so lange in die Fresse hauen bis das Blut spritzt, zumindest virtuell. Und dabei haben sich die Entwickler wieder richtig Mühe gegeben. Schon mit dem ersten Ableger
»UFC 2009 Undisputed, konnte das neue Franchise überzeugen. Nun soll aber noch mal eine kräftige Schüppe draufgelegt werden.
Neben unzähligen Original-Kämpfern und Schauplätzen wurde in
UFC Undisputed 2010 auch am Kampfsystem gefeilt. Anfänger werden schnell merken, dass es hier nicht reicht, einfach ein paar Buttons zu drücken. Nach wenigen Sekunden lernt ihr so den Ringboden persönlich kennen und blutet aus zahlreichen Wunden. Hier ist auch die richtige Taktik und Strategie gefragt. Da ist die Freude dann umso größer, wenn ihr zum ersten Mal als Gewinner und nicht auf der Trage den Ring verlasst. Natürlich dürft ihr euch bei
UFC Undisputed 2010 euren eigenen Kämpfer zusammenbasteln. Egal welche Attribute, fast alles kann nach euren Wünschen geändert werden. Ein paar Namen stehen auch schon als Vorauswahl bereit, damit euch der Ringsprecher auch noch perfekt vorstellen kann. Über 100 Kämpfer in fünf verschiedenen Gewichtsklassen stehen zur Auswahl, darunter auch der deutsche UFC-Kämpfer Dennis Siver.
Die Steuerung der Kämpfer ist am Anfang noch Gewöhnungssache, aber nach einer kurzen Eingewöhnungszeit, habt ihr schnell den Dreh raus. Die Analogsticks des PS3-Controllers spielen dabei auch eine gewichtige Rolle. Mit deren Einsatz ist es möglich, den Gegner zu Umklammern oder auf den Ringboden zu schleudern. Wenn ihr allerdings zuviel auf die Buttons hämmert, wird auch der beste UFC-Kämpfer irgendwann mal müde. Da gehen die Arme nicht mehr richtig hoch und die Deckung ist auch so gut wie gar nicht mehr vorhanden. Es sollte also schon genau überlegt werden, wie der Gegner zu besiegen ist. Als Herzstück von
UFC Undisputed 2010 ist der Karrieremodus anzusehen. Dieser bringt euch mitten ins Geschehen der UFC und sorgt durch seine Präsentation für Motivation. Auch wenn die ersten Niederlagen euch zermürbt haben, wollt ihr es immer wieder versuchen.
Ohne richtiges Training geht garnichts
Neben den Kämpfen wird noch kräftig trainiert, um weitere Tricks und Techniken zu beherrschen. Vor den Kämpfen gibt es dann noch jede Menge Pressetermine, die auch erledigt werden müssen. Und wenn ihr dabei den Mund ein wenig zu voll nehmt, kann es sein, dass euch selbiger auch ganz schnell gestopft wird. Einen besseren Karrieremodus haben wir bis jetzt noch nicht gesehen. Nachdem ihr einige Stunden mit eurem Kämpfer vor der Konsole verbracht habt, seid ihr schon mittendrin im Geschehen. Doch nicht nur die Karriere, sondern auch die anderen Modi machen bei
UFC Undisputed 2010 richtig viel Laune. Im neuen Titelmodus geht es darum, so viele Titel wie möglich sein Eigen zu nennen, das ist aber natürlich einfacher gesagt als getan. Habt ihr es dennoch geschafft, ist der Titelverteidiger-Modus die richtige Anlaufstelle. Und wem das immer noch nicht genügt, dem sei der Turniermodus ans Herz gelegt. Hier kämpfen bis zu 16 Spieler einzeln oder als Team um den begehrten Titel.
Doch nicht nur die Kämpfer sondern auch der restliche Umfang bringen viel Realismus ins Spiel. So geben sich neben Ringsprecher Bruce Buffer auch die Kommentatoren Joe Rogan und Mike Goldberg die Ehre. Bruce Buffer ist übrigens der Halbbruder vom legendären Box-Ringsprecher Michael Buffer. Doch nachdem wir euch mit viel Lob zugeschüttet haben, müssen wir leider auch einen kleinen negativen Aspekt anbringen. Zwar ist dem Spiel ein Online-Modus beigefügt, dieser ist aber nur mit einem Code spielbar. Nachdem ihr den Code im Internet aktiviert habt, ist auch der Online-Modus im Spiel freigeschaltet. Hört sich eigentlich ganz harmlos an. Habt ihr den Code allerdings nicht, da ihr
UFC Undisputed 2010 aus zweiter Hand gekauft habt, so müsst ihr dafür Geld bezahlen. Im Playstation Store findet ihr die Online-Aktivierung für satte 3,99 Euro, bei der Xbox 360-Version sind 400 MS-Points nötig. Die Meinung zu diesem Szenario ist geteilt, wir halten allerdings nicht besonders viel von dieser Aktion. Dadurch soll der Handel mit gebrauchten Spielen eingedämmt werden.
TV-Atmosphäre sorgt für zusätzlichen Kick
Doch kommen wir zum Spiel zurück. Grafisch ist
UFC Undisputed 2010 absolut gelungen. Die Kämpfer sind hervorragend animiert und selbst der kleinste Schweißtropfen ist perfekt in Szene gesetzt. Auch das Publikum sowie die Arenen machen Lust auf mehr. Das ganze Spiel kommt mit TV-ähnlicher Präsentation daher und sorgt damit für eine ganz besondere Atmosphäre. Richtige Fans der Reihe werden begeistert sein und den PS3-Controller lange nicht mehr aus der Hand legen. Nur gut, dass die Blutflecke im heimischen Wohnzimmer ausbleiben. Bei den vorhandenen Kampfstilen gibt es ebenfalls Neuerungen. So findet man Karate, Sambo oder griechisch-römisches Ringen im Spiel wieder. Durch das neuartige Sway-System könnt ihr zudem Schläge gekonnt durch einer Bewegung des Oberkörpers oder Kopfes ausweichen. Sieht nicht nur elegant aus, sondern verhindert auch mögliche KO-Schläge.
UFC Undisputed 2010 ist Boxen, Kickboxen, Wrestling und Straßenkampf in einem und kann auf der Playstation 3 absolut überzeugen. Wer sich also gerne bis aufs Blut die Fresse polieren will, sollte sich diesen Titel genauer anschauen.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:

