Weit mehr als 20 Jahre liegen hinter uns, seitdem ein kleiner Prinz mit Schild und Schwert bewaffnet zum Leben erweckt wurde. Seither beglücken uns die Macher des einst für das NES entwickelten The Legend of Zelda kontinuierlich mit neuen Ablegern der Serie, doch leider nur auf den beiden Nintendo-Plattformen DS und Wii. Doch dies hat nun ein Ende, auch wenn wir kein direktes Zelda auf der PlayStation 3 geboten bekommen, sind die Ähnlichkeiten zum Zipfelmützenträger nicht von der Hand zu weisen. Was es mit dem Exklusivtitel 3D Dot Game Heroes für PS3 auf sich hat, erfahrt ihr in unserem Test zum Neuzeit-Zelda.
Zelda 2.0?
Die geschichtliche Handlung von
3D Dot Game Heroes ist schnell erzählt. In einem kleinen friedlichen Königreich Namens Dotnia lebten ehemals sechs Geistliche die wiederum sechs geheimnisvolle Kugeln beschützten. Nachdem eines Tages der Schattenkönig Onyx von den sagenumwobenen Kugeln erfährt, schnappt er sich nicht nur die Kugeln, sondern kidnappt zugleich die Hüter derselben. Er verbreitet Angst und Schrecken im ganzen Land, bis ein kleiner Held mit dem heiligen Schwert auf der Bildfläche erscheint und sich ihm in den Weg stellt. Nachdem er den Schurken besiegen und in ein magisches Artefakt verbannen konnte, war der Frieden im Land wieder hergestellt. Bis zu jenem Tag, an dem ein Bischof dieses Artefakt stahl und den Geist von Onyx erneut befreite. So wird schnell ein neuer Held gebraucht, in dessen Rolle ihr schlüpfen dürft.
Bevor ihr euch aber in den Kampf begeben könnt, heißt es entweder eine vorgefertigte Polygon-Figur auszuwählen oder mit Hilfe des Editors Stein für Stein einen Charakter zu erstellen, wobei euch hier keine Grenzen gesetzt sind. Nachdem diese schwierige Aufgabe von euch gelöst worden ist, könnt ihr als Retter der Menschheit in den Kampf ziehen. Anfänglich nur mit einem kleinen Schwert bewaffnet, erhaltet ihr im Verlauf der komplexen Geschichte weitere Waffen oder könnt vorhandene Waffen gegen einen kleinen Obolus aufwerten.
Die Hauptaufgabe von
3D Dot Game Heroes besteht gewissermaßen darin, die sechs Tempelanlagen erfolgreich abzuschließen, um euch dann dem Oberbösewicht in den Weg zu stellen. Als Belohnung warten neben Goldtalern, neuen Waffen bzw. Munition auch begehrte Items auf euch. Jede Tempelanlage stellt dabei eine Art Labyrinth dar, welches euch an verschiedene geheimnisvolle Orte von Dotnia entführt. Seid ihr an einer Tempelanlage angekommen, müsst ihr sie Raum für Raum durchsuchen, darin Steine verschieben, Rätsel entschlüsseln, Gegner ausschalten, Truhen öffnen und Schlüssel finden, bis ihr in den Besitz des wertvollsten aller Türöffner gelangt – dem Master-Schlüssel. Mit diesen könnt ihr das wichtigste Tor eines Tempels öffnen, um euch schließlich mit dem Herr des Hauses anzulegen.
Das Gameplay von
3D Dot Game Heroes orientiert sich, wie man vielleicht bereits erahnen kann, stark an dessen Vorbild
The Legend of Zelda. Mit Hilfe der Analogsticks bewegt ihr euch wie Link durch die liebevoll in Szene gesetzte Landschaft. Als Lebensanzeige dienen anfänglich noch fünf Herzen, die mit Treffern von Gegner immer weiter abnehmen. Neben eurem Schwert könnt ihr im Laufe des Spiels auf magische Fähigkeiten zurückgreifen.
In der Form einzigartig
Der Stil und die Präsentation von
3D Dot Game Heroes scheinen bisher ihresgleichen zu suchen. Die zweidimensionale Spielwelt wurde in das Zeitalter der 3D-Darstellungen gestoßen, bei gleichzeitigem Verzicht auf eine Kantenglättung. So erweckt die
Zelda-Hommage den Eindruck, man sei in einer gigantischen Lego-Welt gelandet. Dazu kommt der farbenfrohe Anstrich, der zusammen mit schicken Licht- und Schatteneffekten einen wahren Genuss der Sinne erschafft.
Wie aus
Zelda-Ablegern bekannt, hält
3D Dot Game Heroes den Klang und Stil der früher eher scheppernden musikalischen Untermalung aufrecht. Die sehr simplen aber dennoch mitreisenden Sounds konnte man ohne Abstriche in die Neuzeitauflage importieren, sodass Retroliebhaber beziehungsweise Kenner sicher auf ihre Kosten kommen. Leider hat man es nicht geschafft, den Titel an deutsche Gegebenheiten anzupassen, sodass ihr auf eure Englisch-Kenntnisse zurückgreifen müsst, was aber aufgrund der einfachen Wortgefechte der Charaktere selbst der jüngeren Generation mit ihrem Schulenglisch nicht schwer fallen dürfte.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
