Auf dem Videospielmarkt haben sich über die Jahre im Kriegsshooter-Genre nur zwei Titel bei der Zockergemeinschaft etabliert, zum einen die Call of Duty-Serie und zum anderen das Battlefield-Franchise. Nachdem wir im November mit Call of Duty: Modern Warfare 2 bereits wieder ins virtuelle Kriegsgeschehen von Infinity Ward eintauchen konnten, liegt es nun am EA-Entwicklerstudio DICE mit Battlefield: Bad Company 2 nachzuziehen, um sich die Genrekrone wieder unter den Nagel zu reißen. Ob dieses Vorhaben gelungen ist, erfahrt ihr in unserem Test zum neusten Ableger der Battlefield-Reihe.
Die Invasion stoppen
Im Nachfolger zu
»Battlefield: Bad Company schlüpft ihr erneut in die Rolle von Preston Marlowe, Mitglied der US-amerikanischen Kampf-Einheit Bad Company. Das Auffangbecken für aufständische Soldaten hat den Auftrag, im Konflikt gegen russische Einheiten einzugreifen. Doch verschlägt es euch in eurer ersten Mission in die Vergangenheit, besser gesagt ins Jahr 1943. Auf einer japanischen Insel im Zweiten Weltkrieg seid ihr auf der Suche nach einem Wissenschaftler, der Informationen über eine entsetzliche Technologie besitzt und diese für böse Zwecke einsetzen will. In dieser kurzen aber informationsreichen Mission werdet ihr auf die Story von
Battlefield: Bad Company 2 eingestimmt. Im Rahmen der Hauptmission gilt es, die Pläne wieder in die USA zu bringen.
Dabei werdet ihr mit euren Kollegen dem Squad-Leader Sarge, dem Techniker Sweetwater und dem Sprengstoffexperten Haggard in die verschiedensten Kriegsszenarien versetzt. Beispielsweise müsst ihr zu Fuß verschneite Bergpassagen von Gegnern befreien, mit dem Sniper-Gewehr für einen freien Weg sorgen, mit Fahrzeugen von A nach B fahren oder aus der Luft Feinden mit Raketen einheizen. So erweckt Entwickler DICE ein einzigartiges Spielerlebnis, was aber bereits nach ca. sieben Stunden auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad ein Ende findet.
“Im Zweifel auf das Ziel schießen”
Wie bereits erwähnt agiert ihr in
Battlefield: Bad Company 2 in einem 4-Mann Squad, eigentlich als Rekrut, seid aber meist dafür zuständig, neue Wege zu erkunden oder Zielpersonen auszuschalten. Meist seid ihr beim Angriff auf Infanterie oder Fahrzeuge auf euch allein gestellt, obwohl sich eure Kameraden in unmittelbarer Nähe befinden.
Was das
Battlefield-Franchise deutlich von anderen Shootern unterscheidet, ist die Vielzahl verschiedener Boden- oder Wasserfahrzeugen sowie von Flugzeugen. Panzer, Quads oder Transporthelikopter, um eine kleine Auswahl der insgesamt 15 enthaltenen Gefährte zu nennen, stehen euch zur Verfügung. Ein weiteres beeindruckendes Feature ist die nahezu komplette Zerstörbarkeit der Spielumgebung. Der Gedanke, in einem Haus Schutz gefunden zu haben, wird spätestens verflogen sein, sobald die komplette Wand oder gar das vollständige Haus dem Erboden gleichgemacht wurde. Die Kehrseite: Hin und wieder bleibt man an noch stehenden Mauerteilen mit seinem Charakter hängen.
Dein Team braucht dich
Mit der herunterladbaren Beta-Version von
Battlefield: Bad Company 2, welche den Mulitplayer-Modus „Squad Rush“ beinhaltete, konnte man bereits einige Monate vor Release einen Blick in den neuen Titel werfen, was bis Februar ungefähr 3,5 Millionen User auch wahrgenommen haben. In der Vollversion des Spiels dürfen sich maximal 24 Teilnehmer in gerade einmal vier Spielmodi auf acht riesigen Multiplayer-Maps im Manöver auf Seiten der USA oder Russlands austoben. Zur Auswahl stehen „Rush“, in dem ihr Funkstationen beschützen bzw. zerstören müsst oder das aus den Vorgängern bekannte „Erobern“ von Flaggen. Für Squad-Liebhaber stehen zwei neue Modi zur Verfügung, zum einen eine abgewandelte Form von Rush – „Squad Rush“ und zum anderen „Squad Deathmatch“. Neu ist auch die Möglichkeit, nach eurem Ableben zusammen mit einem Squad-Mitglied zu spawnen.
Wie in jedem Shooter erhaltet ihr auch in
Battlefield: Bad Company 2 für erfüllte Ziele oder zur Strecke gebrachte Gegner Erfahrungspunkte, um neue Waffen und Gadgets freizuschalten. Entsprechend eurer vor Spielbeginn gewählten Klasse – Sturmsoldat, Pionier, Sanitäter, Aufklärer – schaltet ihr neue Schießeisen oder nützliche Erweiterungen für diese frei, aber auch euer Charakter erhält neue oder verbesserte Fähigkeiten, um sich auf dem Schlachtfeld ein kleinen Vorteil zu verschaffen. Insgesamt könnt ihr aus einem Repertoire von über 40 Waffen und unzähligen Gadgets wählen.
Alle hartgesottenen
Battlefield-Fans unter euch, können vor jedem Spielbeginn den so genannten „Hardcore-Modus“ aktivieren. In diesem müsst ihr ohne Fadenkreuz und jegliche Bildschirmanzeigen, wie etwa dem Munitionsvorrat oder dem Schadenszustand, auskommen. So erlebt ihr jedoch ein Höchstmaß an Realismus.
Schmaus für die Sinne
Was den ersten Teil von
Battlefield: Bad Company bereits von anderen Titeln unterschieden hat, war die einzigartig in Szene gesetzte Soundkulisse. Jedes Geräusch wird anhand der zugrunde liegende Situation in Echtzeit berechnet, so hören sich Explosionen, Schüsse oder Gewehrsalven in jeder Gegebenheit anders an. Wo leider Abstriche gemacht werden müssen, ist die Synchronisation. Diese kann leider nicht mit dem Sarkasmus des Vorgängers mithalten.
Grafisch muss sich
Battlefield: Bad Company 2 seinem Genrekonkurrenten
»Call of Duty: Modern Warfare 2 geschlagen geben, was jedoch nicht heißen soll, dass der Ego-Shooter sich ganz und gar verstecken muss. Die von DICE für die
Battlefield-Spiele weiterentwickelte Frostbite Engine 2.0 erledigt ihre Arbeit im Zusammenspiel mit der Destruction Engine auf einem recht hohen Niveau. Die Explosionen, herausgesprengte Einzelteile und die komplett in Schutt und Asche zerlegbaren Umgebungen sehen durchweg realistisch aus, wobei es bei zerstörten Häusern in seltenen Fällen auch zu Cliping-Fehlern kommen kann. Ein weiterer positiver Aspekt ist die atemberaubende Weitsicht und die Aufmachung der verschiedenen Szenarien, wo die Liebe zum Detail deutlich sichtbar und vor allem spürbar ist. Egal ob in den schneebedeckten Bergpassagen, im Dschungel oder in der Wüste, die Umgebung wirkt stets überzeugend und bietet ideale Möglichkeiten für einen erbarmungslosen Kampf zweier Fraktionen.