Die Serie um den Prinzen des Universums und seine Rolleskapaden geht in die nächste Runde. Diesmal wird die Playstation 3 unsicher gemacht. Doch kann das Konzept, das 2004 noch innovativ und einzigartig war, auch heute noch überzeugen? Findet es heraus in unserem Review zu Katamari Forever.
The same procedure as every Katamari
Für alle, die bisher noch gar keinen Kontakt mit
Katamari hatten: Im Spiel steuert ihr den Prinzen des Universums oder einen seiner vielen Cousins und rollt eine Kugel vor euch her, den so genannten Katamari. An der Kugel bleibt alles kleben, was kleiner ist als sie selbst, und so rollt ihr euren Katamari so lange durch den Level, bis er die gewünschte Größe erreicht. Müsst ihr Anfangs noch Wäscheklammern und Radiergummis aufsammeln, sind im späteren Spielverlauf ganze Planeten kein Problem mehr für euch. Und nach genau diesem Grundrezept funktioniert auch
Katamari Forever. Genau genommen muss man Neuerungen in Bezug auf die Vorgänger sogar mit der Lupe suchen.
Minimalplot
Die Geschichte von
Katamari Forever ist, wie erwartet, schnell erzählt: Der König des Universums wird von einem Meteor am Kopf getroffen und leidet an Amnesie. Um ihn zu ersetzen, wird ein Roboterkönig gebaut, der ist allerdings überaus launisch und zerstört kurzerhand alle Sterne am Himmel. Damit habt ihr im Spiel grundsätzlich zwei Aufgaben zu erledigen: Neue Sterne erschaffen und die Erinnerungen des Königs wiederherstellen.
Spielt ihr die Level des Robokönigs, gilt es meistens, wie in früheren Spielen, einfach nur euren Katamari in einer bestimmten Zeit auf eine bestimmte Größe zu bringen. Etwas Abwechslung bieten die Level des normalen Königs, die bestimmte Ziele haben. So rollt ihr mal einen Sumoringer herum, der ein vorgegebenes Gewicht benötigt, um einen Kampf zu gewinnen, oder sammelt Lichtkugeln in einer dunklen Welt, um einem Mann das Lesen zu ermöglichen. Letzendlich läuft es aber auch darauf hinaus, dass ihr einfach alles einsammelt, was kleiner ist als euer Katamari. Dafür wird hier ein netter Grafikeffekt geboten: In den Levels des durch Amnesie geplagten Königs ist alles schwarz-weiß. Erst wenn ihr ein Objekt aufsammelt, wird es (und alle seine Kopien) farbig, so dass das Level nach und nach den bunten Grafikstil der Serie erhält.
Die typischen Mängel der Serie wurden auch in
Katamari Forever übernommen: Vor allem Anfänger werden sich erst an die Steuerung mit den zwei Analogsticks gewöhnen müssen. Hinzugekommen ist die Fähigkeit zu springen. Dazu muss in der Theorie nur der Controller nach oben gerissen werden - in der Praxis klappt das leider nur selten. Auch dem Sprung über R2 mangelt es an Präzision. Zusätzlich macht die Kamera, die das Geschehen nicht immer optimal einfängt, euch oft einen Strich durch die Rechnung. Nachjustieren kostet Zeit - die man allerdings auch nicht im Überfluss hat - die Zeitlimits sind oft recht knapp gesetzt. Doch nicht nur die kleinen Fehler der Serie sind schon bekannt - ein Großteil der Levels wurde einfach aus Vorgängerspielen übernommen und leicht verändert. Nur in den seltensten Fällen sind die Areale ganz neu.
Farbexplosion
Die Grafik von
Katamari Forever strotzt (außer am Anfang eines Levels des normalen Königs) nur so vor Farben. Doch genau wie diese schiere Reizüberflutung gehört zum
Katamari-Stil die extreme Ploygonarmut, weswegen der Titel vom technischen Aspekt her nicht mit aktuellen Spielen mithalten kann. Immerhin unterstützt
Katamari Forever die Screenshotfunktion der Playstation 3. Der schrille Stil wird auch beim Sound fortgesetzt, so dass ihr während des gesamten Spiels eingängige J-Pop-Melodien zu hören bekommt, die durchaus ihren Charme haben. Die Figuren geben jedoch keinen Mucks von sich. Auf eine Synchronisation wurde ebenso verzichtet wie auf eine deutsche Übersetzung.
Der Mehrspielermodus wurde ebenfalls aus den früheren Episoden übernommen. Ihr rollt entweder zwei getrennte Katamaris um die Wette (und könnt sogar bei einem großen Vorsprung den Gegner kurzzeitig aufsammeln) oder macht gemeinsame Sache und bewegt eine gemeinsame Kugel durch die Level. Ein Online-Modus fehlt leider.