Die Geisterjäger sind wieder da! Wer sich jetzt fragt, wer die Geisterjäger überhaupt sind, kann dies in »unserem kurzen Film-Special nachlesen. Dank neuerlicher Spuk-Präsenzen sind die vier Geisterjäger in Ghostbusters: The Video Game nun auf eure Hilfe angewiesen - ihr werdet von den Jungs zum fünften Mann im Team ausgebildet. Ab in die Uniform, Protonenpack umschnallen und los gehts!
Sony auf Geisterjagd
Eigentlich sollte das Geisterjäger-Spiel für alle Konsolen zeitgleich erscheinen - tut es auch, nur nicht in Europa. Hier fädelte Sony nämlich einen Exklusivdeal mit Atari ein, dem eigentlichen Publisher des Spiels: Sony übernimmt den Vertrieb in Europa. Somit erscheint das Spiel hierzulande zeitlich exklusiv für die PlayStation-Konsolen. Wir haben uns die PS3-Fassung zu Gemüte geführt.
Das neue Geisterjäger-Abenteuer spielt im Jahr 1991. Die
Ghostbusters sind - dank einer Vereinbarung mit der Stadt - nach wie vor im Geschäft. Das verläuft allerdings recht ruhig und großteils ereignislos, weswegen man neue Ausrüstung erforscht. Und da kommt nun ihr ins Spiel: Als neuer Rekrut sollt ihr im Dienste der vier Jungs neues Hightech-Spielzeug zur Geisterjagd testen. Der Zeitpunkt ist allerdings denkbar ungünstig, denn kaum seid ihr dabei, wälzt sich eine Welle psychokinetischer Energie über die Stadt. Also könnt ihr euer Protonenpack gleich umbehalten und euch mit den Geisterjägern auf die Jagd nach Schreckgespenstern machen. Dabei trefft ihr auf allerlei alte Bekannte aus den Filmen, besichtigt bekannte und einige neue Schauplätze und legt mit eurem Protonenstrahl die ein oder andere Örtlichkeit in Schutt und Asche. Willkommen bei den Geisterjägern.
"Das hab ich an diesem Job immer am meisten gehasst."
- Peter Venkman (Ghostbusters II)
Damit ihr aber nicht vollkommen unvorbereitet auf die Geister trefft, müsst ihr zunächst mal ein kleines Tutorial absolvieren. Dies findet im Keller des Ghostbusters-Hauptquartier statt. Ihr jagt hinter Slimer und einem anderen geflohenen Geist her und bekommt von Ray die Bedienung eurer Ausrüstung erklärt. Zum Fangen eines Geisters befolgt ihr drei einfache Schritte: Zunächst schwächt ihr den Geist mit eurem Sprengstrahl. Die Energie, die der Geist noch hat, könnt ihr an einem Kreis ablesen. Vorsicht: Haltet ihr blindlings drauf, überhitzt euer Protonenpack auf dem Rücken. Darum müsst ihr es von Zeit zu Zeit per Tastendruck entlüften. Hat der Geist genug seiner Energie eingebüßt, stellt euer Protonenstrahler auf Sperrstrahl um - ihr könnt dies allerdings auch manuell tun, um so Gegenstände aus dem Weg zu räumen. Damit haltet ihr den Spuk dann fest. Nun müsst ihr ihn nur noch über eine ausgeworfene Geisterfalle ziehen, damit diese die Spukgestalt aufsaugen kann. Da sich der Geist allerdings wehrt, solltet ihr ihn vorher ein wenig durch den Raum schleudern, damit er nicht wieder zu Kräften kommt. Ihr müsst nun nur noch die Geisterfalle auswerfen und euren Geisterfreund mit dem Strahl hinein reinlenken. Wieder einer in der Büchs'. Aber nicht jeden Geist müsst ihr fangen - kleinere Exemplare sowie viele der Endbosse vernichtet ihr mit euren Waffen, statt sie einzufangen.
Praktisch: Alle Anzeigen, sei es eure Energie oder die Hitze des Protonenstrahlers, lest ihr auf eurem Protonenpack ab. Geht euch die Energie mal aus, sinkt ihr zu Boden - einer eurer Kollegen, sofern ihr nicht alleine unterwegs seid, muss euch dann wiederbeleben. Umgekehrt solltet ihr das ebenfalls tun, wenn Ray & Co das Zeitliche segnen. An eurem Gürtel könnt ihr auch das PKE-Messgerät erkennen. Hiermit spürt ihr versteckte Geister auf oder sucht nach verfluchten Artefakten. Dies sind meist kleine Gegenstände aus den Filmen, wie der Toaster aus
Ghostbusters II, in dem Egon die Wirkung des Schleimes demonstriert hatte. Wenn ihr in der ehemaligen Feuerwehrwache - dem Hauptquartier der Geisterjäger - seid, könnt ihr diese dort vorfinden - und noch einige nette andere Details aus den Filmen.
Einmal mit der Ausrüstung vertraut, werdet ihr dann auf die in sieben Level unterteilte Hauptstory losgelassen. Angefangen beim Sedgewick-Hotel führt euch euer Weg zum Times Square, wo ihr sogar gegen den Marshmallow Man kämpfen dürft (absolutes Highlight!). Später besucht ihr die Bibliothek, eine Paralleldimension, das naturgeschichtliche Museum sowie den quasi obligatorischen Friedhof. Große Freiheit habt ihr allerdings nie, die Level sind streng linear aufgebaut. Eine Karte sucht ihr vergebens, wodurch ihr in einigen Leveln auch mal Schwierigkeiten mit der Orientierung bekommt - vor allem, wenn ihr versteckte Türen mit dem PKE-Meter aufspüren müsst, um weiterzukommen.
Aufrüstung der Ausrüstung
Um ein wenig Abwechslung in das Spiel zu bekommen, kann euer Protonenpack aber einiges mehr als im Film. So bekommt ihr im Verlauf der Story neue Fähigkeiten hinzugeschaltet: Mit eurem Protonenstrahler könnt ihr einen Bosonenpfeil abschiessen, der Gegner schneller schwächt, aber auch mehr Energie verbraucht. Zudem bekommt ihr eine Art Einfrierstrahl, der im Sekundärmodus wie eine Shotgun wirkt. Sehr effektiv also gegen Gruppen kleinerer Quälgeister. Zudem kommt noch ein Schleimwerfer zum Einsatz, der für einige kleinere Physikrätsel herhalten muss. Zu guter Letzt habt ihr auch einen Mesotronen-Beschleuniger, eine richtig durchschlagsfähige Wumme. Für das Einfangen von Geistern und das Zerstören eurer Umgebung bekommt ihr Geld - welches ihr in Upgrades für euer Equipment stecken könnt.
"Rays Verstand macht Winke-Winke"
- Peter Venkman (Ghostbusters)
Leider ist es nicht nur Rays Verstand, der euch ab und an dieses Zitat aus dem ersten Film im Kopf rumspuken lässt. Die KI eurer Geisterjäger-Kollegen macht insgesamt zwar eine gute Figur, schwächelt aber hin und wieder. Klar, die meiste Arbeit liegt bei euch, ansonsten wäre das Spiel auch ziemlich langweilig. Eure Kollegen beschiessen die Geister zwar und legen auch mal Fallen aus, laufen dafür aber gerne mal durch eure Strahlen. Nervig ist das allerdings nie. Zumindest, solange ihr nicht auf einem der höheren Schwierigkeitsgrade spielt, denn irgendwie passt sich die KI der vier Jungs denen der Gegner nie so recht an und sie gehen sehr häufig zu Boden - von ihrer Profession ist da wenig zu spüren.
Was bleibt also? Richtig: Die KI-Kollegen gegen menschliche Mitspieler austauschen. Allerdings gibt sich der Multiplayer-Modus sehr spartanisch: Einfach einen der vier Geisterjäger austauschen und gemeinsam die Kampagne bestreiten? Keine Chance. Stattdessen gibt es Ranglisten-Spiele und ungewertete Spiele, in denen verschiedene Modi gespielt werden können. "Kampagne" bedeutet hierbei lediglich, dass ihr mehrere verschiedene Modi hintereinander absolvieren müsst. Euch stehen sechs verschiedene Modi zur Auswahl, die jedoch eher genretypisch ausgefallen sind. Bei "Überleben" müsst ihr beispielsweise mehrere Angriffswellen aus Geistern abwehren, ohne dass alle eure Mitspieler K.O. gehen. Beim "Einfangen" fangt ihr möglichst viele Geister, während ihr bei "Diebstahl" verhindern müsst, dass euch Geister einige Artefakte klauen.
Um die Motivation im Multiplayer hoch zu halten, gibt es Ranglisten. Punkte bekommt ihr für das Absolvieren der Ranglisten-Spiele. Zudem kommen noch einige Powerups zum Einsatz. Interessantestes Feature sind aber die einzigartigen Geister. Diese erscheinen ab und an in Onlinespielen, je nach eurer Erfahrung. Ihr könnt euch eine Liste mit Informationen dieser speziellen Gesellen anzeigen lassen, dort werden gefangene Geister dann auch abgehakt.
"Hört mal Jungs. Ich glaub ich rieche etwas."
- Ray Stantz (Ghostbusters)
In optischer Hinsicht ist
Ghostbusters durchaus gelungen - die Effekte entsprechen denen der Filme und sorgen für typische
Ghostbusters-Atmosphäre. Schade ist nur, dass sehr viele Areale sehr dunkel ausgefallen sind und nicht gerade vor Details strotzen. Dafür punktet die Akustik: Nahezu alle Originalsprecher konnten sowohl für die englische als auch die deutsche Synchronisation (beide auf der Blu-ray enthalten) verpflichtet werden. Einzig Vigo und Walter Peck bekamen neue Stimmen verpasst. Aber auch an den alten Bekannten nagte ein wenig der Zahn der Zeit, kein Wunder nach über 20 Jahren. So klingt Peter bei Weitem nicht mehr wie früher, auch wenn sich Arne Elsholtz ohrenscheinlich alle Mühe gibt, ihn wie einst klingen zu lassen - er scheitert kläglich. Dafür punktet dann aber doch wieder das, was auch die Filme ausmacht: Der Wortwitz. Zwar sind viele Gags Anspielungen auf Begebenheiten der Filmvorlage, aber sie können auch in dieser abgewandelten Form dem Fan noch ein Grinsen abringen. Auch gelungen ist die Einbindung des Film-Scores - ihr werdet also nicht nur den Titelsong im Spiel wiederfinden, sondern auch andere bekannte Melodien der Filme.
Wirklich schlimm sind eigentlich nur die Ladezeiten: Zwar werden diese durch die gelungenen Cutscenes gut kaschiert, wiederholt ihr ein Level aber, so seid ihr gezwungen, diese erneut zu betrachten. Fans werden das jedoch gut verzeihen können.
Und gerade das ist der wesentliche Punkt an
Ghostbusters: The Video Game: Es ist ein Spiel für die Fans, vor allem des ersten Geisterjäger-Filmes. Wenn man dazu zählt, wird man die etwa sieben bis neun Stunden kurze Hauptstory lang bestens unterhalten. Wiederspielwert ist ein wenig vorhanden, durch drei Schwierigkeitsgrade, zu sammelnde Artefakte und den Geisterscans mit dem PKE-Meter für das Tobins Gespensterlexikon. Da ihr jederzeit in bereits geschaffte Abschnitte zurück könnt, ist das nachträgliche Einsammeln kein Problem. Der Online-Modus hat uns allerdings nicht von den Socken gehauen, hier wäre ein Koop-Modus durch die Hauptstory interessanter gewesen.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
