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RED FACTION: GUERRILLA
 Test von Sven Reisbach (12.06.2009) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Action Publisher:THQ
Termin:05. Juni 2009 Entwickler:Volition

Keine Ruhe auf dem roten Planeten. Wie schon in den beiden Vorgängern braucht die Rebellengruppe der Red Faction eure Unterstützung, um sich gegen ihre Unterdrücker zur Wehr zu setzen. Und dabei werden harte Geschütze aufgefahren - und es wird einiges zu Bruch gehen. Dank neuer Version der GeoMod-Engine eine gelungene Zerstörungs-Orgie?


Gegen den Erretter!


Nach dem Sturz der Ultor Corporation durch die Rebellen der Red Faction war der Mars 2075 befreit worden. Die Earth Defense Force (kurz: EDF) unterstützte die ehemaligen Rebellen beim Wiederaufbau des roten Planeten, und die Wirtschaft blühte erneut auf. 50 Jahre danach jedoch hat sich das Bild der EDF gewandelt: Sie vertreiben die Leute aus ihren Heimatstätten und beuten die Bergleute aus. Und wieder schliessen sich die Arbeiter unter dem Banner der Red Faction zusammen. In diese explosive Situation gerät Alec Mason, der auf dem Mars seinem Bruder bei der Arbeit zur Hand gehen wollte. Doch bei einem Schußwechsel mit der EDF wird sein Bruder direkt vor seinen Augen getötet - er selbst entkommt mit der Hilfe der Rebellen der Red Faction. Diese stellen sich als Unterstützer seines Bruders heraus, er war selbst Mitglied der Gruppierung. Und Alec Mason schliesst sich ihnen nun ebenfalls an.

Anders als die beiden Vorgänger ist Red Faction: Guerrilla kein Egoshooter mehr, sondern ein Third-Person-Actiongame in einer offenen Spielwelt - vergleichbar mit »Saints Row 2, welches vom gleichen Entwickler stammt. Der in sechs Sektoren unterteilte Mars ist dabei frei erkundbar, jedoch könnt ihr nicht jeden Bereich direkt erreichen, ohne einen bestimmten Punkt der Story abgeschlossen zu haben. Um nicht über den kompletten Mars zu Fuß marschieren zu müssen, stehen euch jede Menge Fahrzeuge zur Verfügung. Genau wie in der GTA-Reihe klemmt ihr euch per Knopfdruck hinter das Lenkrad eines beliebigen Vehikels - die Palette reicht dabei von geländegängigen Buggys über moderne Sportwagen(!) und Lieferfahrzeugen bis hin zu den gepanzerten Transportern eurer Feinde.

Im Kampf gegen die EDF steht ihr nicht alleine da - ihr seid auf die Unterstützung der Mars-Bevölkerung angewiesen. Und die bekommt ihr auf eure Seite, indem ihr der EDF zusetzt. Allerdings verliert ihr auch das Vertrauen der Menschen; nämlich dann, wenn einer von ihnen - womöglich durch eure Waffen - stirbt.


Powered by GeoMod 2.0

Eines der beeindruckensten Features der vorherigen Red Faction-Teile war die GeoMod-Engine, welche es erlaubte, mit entsprechenden Waffen realistische Zerstörung anzurichten. So liessen sich Gebäude zerlegen oder Löcher in die Geostruktur sprengen, um alternative Wege einzuschlagen. Leider macht die GeoMod 2.0-Engine, die in Red Faction: Guerrilla zum Einsatz kommt, nicht mehr das, was ihr Name suggeriert. Zerstörbar sind nur Gebäude - der Boden bleibt unverändert. Schade, machte dieses Feature doch schon »Fracture zu einem launigen Action-Spektakel. Und doch: Ein Gebäude in seine Bestandteile zu zerlegen hat noch nie soviel Spaß gemacht wie hier! Die Häuser des Mars fallen so wie Kartenhäuser zusammen. Stück um Stück. Je größer die Wumme, desto mehr Schaden richtet ihr an. Gerade am Anfang ist das wirklich beeindruckend. Wenn ihr in einem halb zerstörten Gebäude steht und das Metall um euch herum unter der Last der Dachträger ächzt, hinterlässt das schon ein mulmiges Gefühl. Wenn dann alles zusammenkracht, setzt der Staun-Effekt erst richtig ein.

Um einen der sechs Sektoren zu befreien, müsst ihr dort durch Storymissionen einen entsprechenden Fortschritt erlangen und das Vertrauen der Bevölkerung geniessen. Letzteres erreicht ihr, indem ihr bestimmte Bauwerke der EDF - auf eurer Karte markiert - zerstört und so deren Einfluß senkt. Auch in Nebenmissionen könnt ihr das Volk auf eure Seite ziehen - Geiselbefreiungen, Transporte und Zerstörungsfahrten warten auf euch. Diese Abwechslung ist auch dringend nötig. Die Hauptmissionen beschränken sich meist auf Ballern und Zerstören. Ganz klar: Die Jungs von Volition wissen, dass der Haupt-Akteur die GeoMod 2.0-Engine ist und lassen ihr den nötigen Platz, sich zu präsentieren. Während eurer Missionen kracht und scheppert es an allen Ecken und Enden, ständig fliegt etwas in die Luft und euch Geschosse um die Ohren. Die Inszenierung hingegen läuft auf Sparflamme: Nur wenige, nicht sonderlich spannende, Zwischensequenzen treiben die Story voran. Auch die Wege zu euren Missionen sind oft, gerade gegen Ende hin, arg lang und ihr fahrt sehr häufig mehrere Minuten über die öde Marslandschaft. Trotzdem kommt ihr, wenn ihr nur das Nötigste macht, gerade mal auf eine Spielzeit von 8-10 Stunden - wollt ihr mehr, müsst ihr immer wieder mal die Nebenmissionen angehen.

Um der EDF nicht völlig unterlegen zu sein, greift ihr auf ein umfangreiches Waffenarsenal zurück. Zu Beginn nur mit minimalster Ausrüstung ausgestattet, schaltet ihr durch die Missionen immer wieder neue Kaliber im Basislager (in jedem Sektor gibt es mindestens eines) frei. Dafür benötigt ihr jedoch Bar-Schrott; Schrott, der bei der Zerstörung von Gebäuden abfällt. Zu den eher konventionellen Waffen, wie Pistole oder ein Maschinengewehr, gesellen sich noch allerlei Exoten, wie ein Nanogewehr, dessen Strahl Objekte einfach auflöst. Aber auch Haftminen, Raketenwerfer und andere explosive Überraschungen warten auf euch. Allerdings habt ihr immer nur vier Wummen bei euch - und eine davon ist euer Vorschlaghammer. In Schränken im Versteck oder an Red Faction-Kisten könnt ihr eure Waffen wechseln und Munition aufnehmen. Natürlich könnt ihr auch die Knarren besiegter Gegner einsammeln. Eure "Rüstung" sowie euer Rucksack, der später sogar zu einem Jetpack umgebaut werden kann, sind ebenfalls in mehreren Stufen aufrüstbar.


Sammelwahnsinn

Wie in vielen anderen OpenWorld-Games gibt es auch in Red Faction: Guerrilla einiges zu sammeln. Und zwar wirklich einiges: EDF-Kisten und Propaganda-Tafeln gilt es zu zerstören, aber auch ein Echo aus der Vergangenheit zu entdecken.

Der Multiplayer unterhält prächtig: Zu Beginn steht euch nur der Deathmatch-Modus Anarchy zur Verfügung, sowie die entsprechende Teamvariante. Später kommen jedoch noch weitere Modi hinzu - durch die Erfahrungspunkte, die ihr in Matches verdient. Damit schaltet ihr die unterschiedlichsten Varianten und Extras frei. Was den Multiplayer-Modus von denen anderer Spiele unterscheidet, sind die unterschiedlichsten Rucksäcke, die ihr nutzen könnt. Diese geben euch verschiedene Vorteile: Das Jetpack kennt ihr ja bereits aus der Singleplayer-Kampagne, hier kommen noch Tarnung, Heilung und vieles mehr hinzu. Auch Rucksäcke, die euch durch Wände stapfen lassen gibt es im Angebot. Ihr findet diese an den unterschiedlichsten Punkten in den Leveln, zu Beginn bekommt ihr einen zufällig ausgewählten umgehängt. In Kombination mit den unkonventionelleren Waffen und der Zerstörbarkeit der Gebäude ergibt das ein Gameplay, das sich teilweise stark von dem anderer Spiele unterscheidet.


Technischer K.O.

Gespeichert wird vor und nach jeder Haupt- und Nebenmission und automatisch nach eurem Ableben. Ihr müsst euch also keine Sorgen machen, etwas wichtiges nicht gespeichert zu haben. Über das Hauptmenü könnt ihr zudem ausserhalb einer Mission jederzeit speichern. Wenn ihr euren Spielstand ladet, landet ihr in einem Basislager in der Nähe des Punktes, an dem zuletzt gespeichert wurde. Ausserdem könnt ihr euch beim Anlegen eures Spieles für einen der drei zur Verfügung stehenden Schwierigkeitsgrade entscheiden. Ein weiterer kann nach dem Durchspielen freigeschaltet werden.

Leider kann die Grafik-Engine nicht so recht auftrumpfen. Zeilenverschiebungen und Ruckler sind keine Seltenheit. Da die Umgebung nicht sonderlich aufwändig ist, werden viele typische Macken von OpenWorld-Games jedoch abgemildert. Zwar poppt auch hier ab und an mal ein Objekt oder eine Textur ins Bild, jedoch seltener als in anderen offenen Welten. Aber auch die starke Verwendung von Bewegungsunschärfe sorgt für manches Chaos. Dafür kann der Sound punkten, der die Zerstörung knackig unterlegt, jedoch müsst mit meist eher belanglosen Musikstücken auskommen, die das Geschehen nicht wirklich packend untermalen.





Auch wenn die GeoMod 2.0-Engine ihrem Namen nicht mehr gerecht wird - sie ist der eigentliche Star des Spiels. Denn ohne die Zerstörung, die sie ermöglicht, würde der neue Red Faction-Teil gnadenlos untergehen: Kurze Spielzeit, schwache Grafik-Engine, kaum Abwechslung. Und doch greift man immer gerne wieder zum Pad, um der EDF einzuheizen. Denn die Zerstörbarkeit der Umgebung bietet Action pur. Man hätte aus dem Gerüst mehr machen können, einige Missionen machen wirklich Spaß, gehen aber zwischen den belanglosen Ballereien völlig unter. Schade drum, der Ausflug zum Mars ist nett und actionreich, aber hat wenig spielerischen Wert.
80%
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Pro:
jede Menge durchschlagskräftiger Waffen
volle Zerstörbarkeit von Gebäuden
große offene Welt
spaßiger Multiplayermodus

Contra:
GeoMod-Engine nur noch zur Zerstörbarkeit von Gebäuden
kurze Spielzeit
Abschliessen bestimmter Hauptmissionen sperrt Nebenmissionen
wenig Abwechslung im Gameplay und in der Welt
technische Schwächen


Offizielle Website:
 redfaction.com

Weitere Links:
 E3 '09 Launch Trailer
 GDC '09 Destruction Trailer



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