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INFAMOUS
 Test von Sven Reisbach (28.05.2009) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Action-Adventure Publisher:Sony
Termin:27. Mai 2009 Entwickler:Sucker Punch

Was würdet ihr tun, wenn ihr plötzlich Superkräfte hättet? Würdet ihr sie für etwas Gutes einsetzen und den Menschen helfen oder würdet ihr sie für Böses nutzen und die Menschen terrorisieren? Sucker Punch, die Macher der Sly Racoon-Reihe, stellen euch mit inFAMOUS vor genau diese Wahl. Ausgestattet mit unvorstellbarer Macht erkundet ihr das bedrohliche, abgesperrte Empire City – doch wie heisst es? „Aus großer Macht folgt große Verantwortung.“. Seid ihr bereit, diese Verantwortung zu übernehmen und ein Held zu werden – oder wird die Welt euch fürchten müssen?


Elektrifizierende Erfahrung


inFAMOUS beginnt direkt mit einem Knall: Mitten in Empire City macht eine gigantische Explosion Häuser und Straßen dem Erdboden gleich. Im Zentrum, wo die Explosion ihren Ursprung hatte, liegt ein Mann in den Trümmern... schwer verletzt, aber lebendig. Sein Name ist Cole MacGrath, und er wird von nun an von euch gesteuert. Zunächst einmal müsst ihr jedoch das Gebiet der Katastrophe verlassen, was dann auch gleich als Tutorial für die Bewegungssteuerung dient. Kaum am Ziel bei seinem Kumpel Zeke angekommen, bricht Cole erschöpft zusammen. Er kommt ins Krankenhaus und Coles Freundin Trish und Zeke wachen an seinem Bett. Als er zu sich kommt, ist alles anders: Nach der Explosion brach eine Seuche aus, was die Regierung veranlasste, die gesamte Stadt unter Quarantäne zu stellen. Auf den Strassen herrscht Gewalt und Banden formieren sich. Doch noch etwas ist anders: Cole entdeckt, dass er wie ein Akku Elektrizität aufnehmen, speichern und aus seinen Händen Blitze abfeuern kann. Was die Situation ungemein erschwert: Man gibt ihm die Schuld an der Explosion, sieht in ihm einen Terroristen. Er war im Zentrum des Ausbruchs, er hatte die Bombe in der Hand... was läge näher als dieser Verdacht? Trish wendet sich daraufhin von Cole ab. Ausgestattet mit seiner neuen Fähigkeit beginnt für ihn der Kampf ums Überleben in der abgeriegelten Stadt, und die Suche nach den Hintergründen der Explosion und seiner neuen Kräfte.

Empire City wird euch als offene Welt präsentiert, zu Beginn könnt ihr jedoch nur im Neon-Viertel auf Tour gehen, die beiden anderen Bezirke werden erst durch die Story freigegeben. Ihr könnt zu jeder Zeit an entsprechenden Markern Missionen annehmen. Wo ihr welche findet, erkennt ihr nicht nur an der eingeblendeten Mini-Karte im HUD, sondern auch im Menü auf einer größeren Karte. Diese ist zwar leider nicht zoombar, dafür könnt ihr aber immerhin eigene Wegpunkte setzen.


Kraftvoll

Da ihr stets mit Elektrizität geladen seid, könnt ihr weder Fahrzeuge benutzen noch schwimmen gehen. Den Grad eurer elektrischen Ladung lest ihr am oberen rechten Bildschirmrand ab, dort wird diese in Form von Batteriekernen visualisiert. Anfangs habt ihr nur wenige zur Verfügung, durch das Einsammeln von in der Stadt verstreuten Explosionsscherben – diese leuchten blau und sind damit leicht auszumachen – könnt ihr die Zahl aber hochschrauben. Die normale Blitzattacke und andere kleinere Kräfte könnt ihr ohne Verlust nutzen, Schockwellen und andere "großkalibrige" Attacken kosten eine bestimmte Menge Energie. Ihr könnt aber aus Laternen, Autos oder auch Reklametafeln Strom abziehen, falls euch die automatische Regenerierung zu lange dauert. Damit heilt ihr euch auch gleichzeitig. Eure Gesundheit kriegt ihr übrigens nicht im HUD angezeigt, aber je stärker ihr verletzt seid, desto mehr färbt sich das Bild schwarz-weiss. Dann solltet ihr aus der Schußlinie gehen, bis Cole seine Gesundheit wieder regeneriert hat.

Doch nicht nur Explosionsscherben gilt es zu sammeln. Ab einer bestimmten Mission macht ihr euch auf die Suche nach 32 Audio-Mitteilungen, die in der Stadt versteckt sind. Darin erfahrt ihr weitere Details zu den Hintergründen der Explosion und einigen Charakteren.


Back to the roofs

Um euch in der Stadt fortzubewegen, bleibt euch mangels Fahrzeugen (die in der zerstörten Stadt ohnehin nahezu nutzlos wären) nur der Fußmarsch. Da aber die Banden in den Straßen aktiv sind, ist dies mitunter eine sehr zeitraubende Sache. Also: Ab auf die Dächer der Stadt. Cole kann glücklicherweise sehr gut klettern, und kommt so nahezu überall hoch. Auf den Dächern angekommen, könnt ihr euch über Stromleitungen von Gebäude zu Gebäude hangeln oder weite Sprünge riskieren. Hierbei zeigen sich dann auch einige Parallelen zur Sly Racoon-Reihe, wo man sich häufig ähnlich fortbewegte. Auf diese Weise kommt ihr sehr schnell durch die Stadt - schneller geht es, sobald ihr die Fähigkeit zum Gleiten über Leitungen erlangt habt. Dann rutscht ihr blitzschnell (im wahrsten Sinne des Wortes) über Leitungen und Schienen hinweg. Stürze aus der Höhe machen euch übrigens nichts aus.


Gut oder Böse?

Neben dem Klettern gibt es noch ein anderes wesentliches Spielelement, welches sich auch im Titel des Spieles widerspiegelt: Das Karma-System. Ihr habt immer die Wahl, wie ihr euch verhaltet – wollt ihr eure Superkräfte für etwas Gutes oder Böses verwenden? Ihr werdet immer wieder vor schwierige Entscheidungen gestellt, so genannte Karma-Momente, in denen ihr überlegen müsst, wie ihr reagieren wollt. Beispiel: Ihr müsst eine Teermaschine von einem Wassertank entfernen. Dazu habt ihr zwei Möglichkeiten: Überlastet ihr es, werden eventuell Bürger verletzt; sprengt ihr es weg, verliert ihr für einige Zeit ein paar eurer Batteriekerne und seid somit schwächer. Aber im weiteren Verlauf werden euch auch weit schwerwiegendere Entscheidungen abverlangt. Entsprechend verändert sich auch der Lauf der Story - als Schurke erwartet euch ein anderes Ende als den Helden. Ihr werdet also nicht um ein zweites Durchspielen herumkommen, solltet ihr wirklich alle Hintergründe erfahren und Trophies einsacken wollen.

Je nach eurer Gesinnung werden euch die Bürger bejubeln oder mit Steinen bewerfen. Ob ihr Gut oder Böse seid, sieht man euch an - wie genau ihr gestellt seid, erkennt ihr oben links an der Karma-Anzeige. Ihr könnt in beide Richtungen je drei Ränge erreichen. Einige eurer insgesamt 17 Fähigkeiten, die nicht alle von Anfang an verfügbar sind, könnt ihr je nach Stufe aufleveln. Die Attacken unterscheiden sich in ihrer Wirkung sehr stark - während ihr als Held vor allem präzise Blitze abfeuert, zielt ihr als Schurke auf Zerstörung ab. Die Attacken sind demnach um einiges mächtiger, reißen aber auch eher andere Personen mit in den Tod. Zum Aufleveln benötigt ihr Erfahrungspunkte, welche ihr für das Abschliessen von Missionen, Nebenmissionen und das Besiegen von Feinden bekommt. Das Erledigen von Nebenmissionen befreit zudem Stadtgebiete - hier kehren dann Feinde nicht mehr zurück. Es werden euch zwar einige unterschiedliche Aufgabenstellungen geboten, diese wiederholen sich aber bei den etwa 100 Nebenmissionen recht bald. Das Aufspüren von Paketen oder Beseitigen, Fangen sowie Verfolgen von Gegnern unterhält aber doch eine ganze Weile.

Die Story-Missionen bieten auch nur selten Abwechslung. Die meisten laufen gerade zu Anfang darauf hinaus, Massen an Gegnern zu erledigen. Aber die Entwickler nutzen an manchen Stellen die Fähigkeiten von Cole für wirklich interessante Missions-Strukturen: Die Verfolgung eines Helikopters über die Dächer der Stadt, das Erklettern eines gigantischen Turmes und der Kampf gegen giftversprühende Ballons sind nur einige der Highlights, die euch in den 40 Missionen der gut 20 Stunden umfassenden Kampagne erwarten. Boss-Kämpfe gibt es leider nur sehr wenige. Zudem seid ihr immer mal wieder in der Kanalisation unterwegs, um für einzelne Stadtgebiete die Stromversorgung wiederherzustellen. Dank großzügiger Verteilung von Rücksetzpunkten kommt eigentlich nie Frust auf. Die Geschichte wird nicht nur durch Cutscenes in Spielegrafik, sondern auch durch schick animierte Comic-Zeichnungen vorangetrieben.


Famose Technik?

Das Gameplay ist bei Auseinandersetzungen zwar sehr actionreich und effektlastig, im Gesamten jedoch eher gemächlich. Das zeigt sich besonders bei den Missionen: Die Wahl der Mittel steht euch oft frei, Zeitdruck gibt es nur selten. Das verstärkt das Gefühl der totalen Freiheit enorm, genau wie die sehr tolerante Steuerung. So wird euch auch mal unter die Arme gegriffen, um die Sprünge zu meistern - ohne dass ihr es merkt. Manchmal kann das aber auch nerven, weil die Steuerung das, was man will, partout nicht zulässt. Wem inFAMOUS zu leicht ist, der stellt den Schwierigkeitsgrad einfach zu jeder Zeit höher. Drei Stufen stehen euch zur Wahl, da sollte für jeden Spieler die passende Schwierigkeit dabei sein.

In optischer Hinsicht präsentiert sich inFAMOUS ganz ordentlich. Euch erwartet keine wirkliche Grafikpracht und es gibt (wie bei eigentlich allen Sandkasten-Spielen) einige Popups. Ruckler werdet ihr auch manchesmal erkennen. Aber die grandiose Weitsicht und der kunstvolle Einsatz von Filtern wie Tiefenschärfe erweckt die zerstörte Stadt durchaus zu glaubwürdigem Leben. Wirklich gelungen sind vor allem die Effekte eurer Superfähigkeiten - wenn die Blitze durch die Gegner zucken, sich durch Pfützen und über Metalloberflächen verteilen, sieht das sehr eindrucksvoll aus. Dabei gibt es nur wenige Slowdowns, egal wieviel sich gerade auf dem Bildschirm tut.

Klanglich erwartet euch ein meist gut an die Situation angepasster, jedoch nur selten eingesetzter Soundtrack. Lizenzierte Musikstücke wie in Grand Theft Auto gibt es mangels Radios allerdings nicht. Die Synchronisation kann dafür allerdings punkten - die deutschen Sprecher machen ihre Sache fast ausnahmslos gut. Leider fehlt es ihnen häufig an Emotion, wodurch sie leicht übercool klingen.

Wer sich auf die Suche nach allen im Spiel versteckten Scherben begeben möchte, kommt um das »offizielle Lösungsbuch zu inFAMOUS nicht herum. Was euch auf den 150 Seiten erwartet, erfahrt ihr in unserer »Buch-Rezension.

Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:






So fühlt es sich also an, wenn man Superkräfte hat. Und dazu die Entscheidung, wie man sie einsetzt. Zugegeben: inFAMOUS hat mich schwer beeindruckt. Nicht wegen herausragendem Fotorealismus oder Nonstop-Action, sondern mit seiner Atmosphäre. Durch die Geschichte mit ihren Wendungen und Entscheidungen, die sich nach dem ersten Durchspielen noch nicht ansatzweise vollständig erschliesst. Und durch die unglaublich gute Steuerbarkeit. Hier könnten sich andere Spiele gerne eine Scheibe abschneiden. inFAMOUS schafft es super, ohne Blut oder Splatter eine düstere und spannende Geschichte zu erzählen, die man sich nicht entgehen lassen sollte!
88%
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Diskutiert mit uns im Forum über eure Erlebnisse in Empire City - Gut oder Böse, was seid ihr?

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 Kommentartitel


#1 | bla [28.05. | 22:03] 
Lol
Einfach geil

#2 | PhanZero [28.05. | 22:07] 



8.297
Wer ist geil?
@bla
Wer? Das Spiel... oder ich? ;)

#3 | Obi-Twice [28.05. | 22:56] 



2.333
inFAMOUS
Gute Review- wie immer.

#4 | bla [31.05. | 17:44] 
ne du nicht
;)


 
















mehr Wallpaper




























Pro:
detailreiche, große Stadt zur freien Erkundung
Karma-System sorgt für Wiederspielwert
spannende, wendungsreiche Storyline
Comic-Look der Cutscenes
fair verteilte Rücksetzpunkte

Contra:
nur wenige Boss-Kämpfe
unspektakuläre Kanalisations-Level
gelegentliche Popups und leichtes Kantenflimmern


Offizielle Website:
 inFamousTheGame

Weitere Links:
 Trailer: Empire City
 Trailer: Karma-Momente
 Trailer: Super Powers



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