Die "Dynasty Warriors"-Reihe ist berühmt und berüchtigt zugleich. Die einen lieben es, hirn- und sinnlos durch endlose Gegnerreihen zu toben, anderen Zockern wird dies bereits im ersten Level zu langweilig. Daher verkünde ich hiermit gute und schlechte Neuigkeiten zugleich: „Koei hat es wieder getan!“ Wir präsentieren euch nun "Dynasty Warriors: Gundam 2"
Animevorlage = Topstory?
Kenner des Animes "Mobile Suit Gundam" wissen eigentlich, dass dieser recht cool ist, es gibt alles was das Herz begehrt: Sci-Fi, Mecha-Roboter und Action. Da könnte man sich doch eigentlich freuen, wenn das Massenmetzeln diesmal mit einer richtig genialen Science Fiction-Atmosphäre unterlegt wird, aber leider geht diese Gleichung nicht ganz auf.
Doch erstmal zur Story: Der Kern der Geschichte dreht sich um den jungen Amuro Ray, dieser steuert den namensgebenden Mobile Suit Gundam. Sein Ziel ist es nun, die im All errichteten Kolonien gegen die Feinde der Erdförderation zu verteidigen. Den größten Reiz machen dabei die zahlreichen Charaktere aus, denn auch Storys zu den Feinden Amuros wie etwa Char Aznable dürfen erledigt werden und auch Nebencharaktere, die in der Story mitmischen, gibt es nochmals doppelt so viele.
Hauen, kloppen und vermöbeln
Habt ihr euch für einen Charakter entschieden, dürft ihr noch nicht sofort loslegen. Um die Geschichte zu verstehen, muss man erst einmal ein bisschen lesen. Viele Infos zum Charakter und zur Geschichte sind nur in Textform vorhanden, legt man dann endlich mit der Mission los, folgt eine kurze 2D-Zwischensequenz und es kann losgehen.
Die Missionen sind im Prinzip alle gleich, ihr besitzt ein Stückchen der Karte und der Gegner den großen Rest. Nun müsst ihr alle Gebiete der Map erobern und meistens noch einen Endboss besiegen. Nebenziele wie „Rette deinen Kameraden“ solltet ihr auch nicht außen vor lassen, denn die miserable KI lässt euch meist nur wenige Minuten. So entsteht gerade bei Hack'n'Slay-Fans, die es lieben, sich durch die Massen zu kämpfen, eine äußerst unangenehme Hektik. Diese beruht jedoch nicht auf den strategischen Anforderungen, denn egal, wie das aktuelle Missionsziel lautet: Ihr habt nichts anderes zu tun, als stupide auf die Buttons des Controllers zu hacken, die Hektik entsteht durch das Hin- und Herfliegen auf der Karte unter höchstem Zeitdruck.
Es gibt zwar Abwechslung im Kampfsystem, wie z.B. Combos und aufladbare Attacken, diese kommen aber kaum bis gar nicht zum Einsatz, ausser bei den Megabossen, die locker mal den ganzen Bildschirm verdecken und nur unter aufladbaren Attacken Schaden nehmen. In den Boss-Battles dürfen natürlich auch Quicktime-Events nicht fehlen.
Dafür wird den Rollenspielelementen wieder einmal viel Aufmerksamkeit geschenkt, es gibt unglaublich viel aufzurüsten, freizuschalten und zu entdecken. So wartet zum Beispiel ein Modus auf euch, der größtenteils den Ereignissen des Animes folgt. Dazu gesellt sich ein Missionsmodus, der sich zum einen mit den vielen spielbaren Charakteren beschäftigt und zum anderen diverse Challenges bietet.
Das klingt alles verdammt gut! Aufleven, neue Teile für die Mobile Suits freischalten, neue Charaktere und Mobile Suits selbst freischalten, das kann für viele Stunden beschäftigen.... Blöd nur, dass man sich beim Gameplay langweilt, was leider sehr schnell passieren kann.
Wie gut, dass es Freunde gibt
Wenigstens macht der Offline-Koop wieder einmal viel Spaß, denn all zu schnell sieht man über sämtliche Schwächen hinweg, wenn man gemeinsam mit einem Freund die Gegnerhorden vernichtet. Zudem wartet ein Online-Modus. Dieser kann zwar nicht im Koop bestritten werden, bietet dafür aber unterschiedliche Modi wie z.B. "Wer erledigt die Mission schneller"... Klingt blöd? Ist es auch!
Wo bleibt der Flair?
Ein weiteres Problem ist die Euphorie, die im Spielverlauf start nachlässt. Können Introclip und Zwischensequenzen noch überzeugen, erweisen sich Grafik und Sound als arg betagt. So läuft das Spiel zwar selbst bei Massen von Gegnern ruckelfrei, aber alles sieht irgendwie kantig aus und während ihr so durchs Weltall düst, poppen viele Objekte erst nach und nach auf der Karte auf.
Auch die Synchronsprecher sind irgendwie nicht das Gelbe vom Ei. Manche Charaktere wie Char Aznable klingen noch ganz cool, vor allem aber die weiblichen Charaktere wurden lustlos vertont. Werden sie angegriffen, so wird geschrien, dass man fast schon von Overacting sprechen kann. Die Soundkulisse an sich bietet zwar nette Explosionsgeräusche und das Surren von Laserschwerten, schafft es aber keinesfalls den Gesamteindruck zu verbessern.
Gehört ihr zu den Fans von stundenlangem Buttonmashing, solltet ihr auch hier zugreifen. Ansonsten lohnt sich ein Kauf nur, wenn ihr einen Freund habt, der das gesamte Abenteuer mit euch zusammen durchkaut. Denn im Singleplayer kommt einfach zu schnell Langeweile auf, da hilft auch der lobenswerte Umfang nichts.