"Killzone 2" - Dieser Name geistert seit Jahren durch die Presselandschaft. Der dritte Teil der Shooter-Reihe gilt als DER Hoffnungsträger für die PlayStation 3. Bereits 2005 zeigte Sony auf der E3 erste Bilder aus dem Spiel – vorgerendert, wie sich später zur Schande Sonys herausstellte. Doch das soll heute nicht mehr das Thema sein, denn „Killzone 2“ steht bereit, um den PS3-Jüngern endlich das ersehnte Futter für ihre darbende Konsole zu liefern.
Der Krieg geht weiter
Auch in „Killzone 2“ ist der Krieg zwischen den Helghast und der Interplanetary Strategic Alliance (ISA) noch immer im vollen Gang. Zwei Jahre sind vergangen, seit die Helghast Vekta angegriffen hatten und zurückgeschlagen wurden – und nun setzt die ISA zum Todesstoß an. Um den Krieg schnell zu beenden, plant die Allianz den Helghast-Anführer Scolar Visari gefangen zu nehmen. Dieser befindet sich auf dem Heimatplaneten der Helghast, Helghan.
An dieser Stelle kommt ihr ins Spiel: Als Tomas „Sev“ Sevchenko, Sergeant First Class beim Alpha Trupp, ist es eure Aufgabe, bei dieser Invasion von Helghan für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Nach einem kurzen Intro landet ihr nun also in seiner Uniform auf dem feindlichen Planeten. Und ihr könnt sicher sein: Die Helghast sind bereit, für ihren Planeten und ihren Anführer zu sterben!
Frontal-Angriff zwecklos
Schon in den ersten Minuten nach dem Intro wird klar: „Killzone 2“ wurde mit hohen Ambitionen entwickelt. Die Präsentation setzt euch von Anfang an unter Druck. Ihr landet recht unsanft am Strand von Helghan, Schüße fallen, Explosionen sind zu hören, Schreie, Rauchschwaden ziehen über das Schlachtfeld - Kriegs-Atmosphäre pur und ihr seid mittendrin! Die Steuerung wird euch anhand kurzer Einblendungen auf dem Bildschirm erklärt und sollte Shooter-Freunden schnell in Fleisch und Blut übergehen. Allerdings muss man sich erst einmal an einige Dinge gewöhnen. So besitzt jede Waffe eine individuelle Trägheit, bedingt durch ihr Eigengewicht. Dies macht sich beim Zielen dann auch bemerkbar und erfordert einige Einübung. Dafür wirken die Waffen dadurch unglaublich realistisch, da ihr immer das Gewicht "fühlt".
Die erste wichtige Lektion, die ihr erlernen solltet, ist es, euch mit eurer Umgebung stets vertraut zu machen. Sobald die ersten Helghast-Verbände auf euch aufmerksam werden, solltet ihr euch eine Deckung suchen! Ohne eine solche seid ihr sehr schnell aufgeschmissen, da eure Feinde durchaus einige Kugeln einstecken können und selber Deckungen nutzen. Überhaupt agieren die Helghast (besonders auf höheren Schwierigkeitsgraden) äusserst clever. Nicht nur versuchen sie, euch aus der Deckung heraus unter Beschuß zu nehmen, sie flankieren euch sogar oder fallen euch in den Rücken. Auch ihr tut gut daran, ähnliches zu versuchen, um die Scharmützel schnell zu beenden.
Dazu steht euch ein umfangreiches Waffenarsenal zur Verfügung. Ihr könnt jede Waffe, die ihr findet, einsammeln und nutzen - egal, ob ISA- oder Helghast-Bewaffnung. Zudem verfügt ihr über eine Pistole mit unendlich Munition sowie einem Messer für den Nahkampf. Granaten gibt es natürlich auch.
Never walk alone
Neben eurem eigenen Trupp trefft ihr mitunter auch mal auf andere Verbände, komplett auf euch alleine gestellt seid ihr nur sehr selten. Befehle geben könnt ihr jedoch niemandem, eure Kameraden handeln allesamt eigenständig. Allerdings nicht immer so clever wie die Helghast-Truppen. Was wohl gewollt ist - so halten sie eine Stellung, die eigentliche "Arbeit" bleibt aber zum Großteil an euch hängen. Wird jemand aus eurem Trupp angeschossen, könnt ihr ihn mit einem Defibrilator wiederbeleben. Leider funktioniert das nicht umgekehrt - geht ihr zu Boden, seid ihr tot. Dank fairer Rücksetzpunkte in den 10 Leveln allerdings kein grosses Problem.
Im Verlauf der Kampagne, welche euch etwa 6 bis 7 Stunden beschäftigen dürfte, erwartet euch einiges. Angefangen bei der Landung auf Helghan, der Verteidigung einer Brücke, bis hin zum grossen Finale werdet ihr bestens unterhalten. Damit die Abwechslung nicht zu kurz kommt, nehmt ihr auch mal an einem Geschütz Platz oder steuert einen Kampfläufer. Und selbst die SixAxis-Funktionalität des Pads wird ins Spiel eingebunden - so zum Beispiel beim Legen von Sprengsätzen. Die explosive Ladung müsst ihr nämlich durch Bewegung des Pads scharfmachen. Und das ist gelungen - selten fühlte sich SixAxis so richtig platziert an!
Reicht euch die Kampagne nicht, bleibt euch immer noch der Multiplayer-Modus. Hier stehen euch ähnlich wie bei "Call of Duty 4" Abzeichen zur Aufwertung eures Charakters zur Verfügung, ihr könnt Waffen freispielen, und euch für eine Charakterklasse entscheiden. Ein wenig üben könnt ihr offline gegen Bots. Einen Coop-Modus sucht ihr allerdings vergeblich, den gibt es nicht. Leider waren die Server zum Onlinespiel zum Zeitpunkt unseres Tests noch nicht online, eine finale Einschätzung des MP-Modus ist damit leider nicht möglich.
Atmosphäre-Hammer
"Killzone 2" zieht euch mit seiner Atmosphäre schnell in seinen Bann. Das verdankt das Spiel dem gelungenen Zusammenspiel seiner Bestandteile. Optisch erwartet euch ein zwar trister, gerade dadurch jedoch sehr stimmungsvoller Look. Hier wirken nicht nur die scharfen Texturen, sondern auch das Farbspiel mit. Blutspritzer, Explosionen oder Rauchschwaden tun dann ihr übriges, um diesen positiven Eindruck zu verstärken. Dazu kommt eine super Soundabmischung, die den Krieg direkt in euer Wohnzimmer bringt! Einziger Kritikpunkt, neben der geringen Länge des Solo-Modus, sind die Zwischensequenzen. Diese sind zwar sehr cineastisch gehalten, aufgrund der etwas überzeichneten Charaktere aber auch wieder unfreiwillig komisch.
Abschliessend kann man sagen: "Killzone 2" bietet atmosphärisch dichte Shooterkost auf sehr hohem Niveau. Allerdings, 100% fehlerfrei ist es nicht. So kann man mitunter Clipping-Fehler entdecken, wenn ein Helghast plötzlich durch eine Wand ragt und dergleichen. Den Spielspaß schmälert das allerdings nicht.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:


