Nachdem schon Mario & Sonic zu den olympischen Spielen angereist sind, folgen nun auch die beiden unbeugsamen Gallier Asterix & Obelix. Wer wie bei Mario & Sonic ein Sportspiel erwartet dürfte allerdings schnell enttäuscht sein: „Asterix bei den olympischen Spielen“ ist eher eine Mischung aus Jump'n'Run, Action-Adventure und Minispielen, welche sich vor allem an jüngere Zocker richtet. Ob es überzeugen kann, erfahrt ihr im Test.
Beim Teutates!
Unsere beiden Helden Asterix und Obelix reisen in das ferne Griechenland, um ihrem Freund Wiederblix zu helfen. Dieser will nämlich unbedingt an den olympischen Spielen teilnehmen, um dann seine Angebetete Prinzessin Irina, welche von Caesar zum „Preis“ der olympischen Spiele ernannt wurde, heiraten zu können. Brutus, Caesars Sohn, hat selbiges geplant – und würde seinen Vater nebenbei noch ganz gerne vom Thron stürzen. Da er durch einen Trick durch die Dimensionen reisen kann, wird die Sache für unsere gallischen Freunde nicht unbedingt leichter.
Im Spiel übernehmen wir also nun die Kontrolle über Asterix und Obelix, die sich durch Römerhorden prügeln, das ein oder andere in das Spielgeschehen eingeflochtene Minispielchen absolvieren oder an den olympischen Wettkämpfen teilnehmen, um zu verhindern, dass Brutus die Welt ins totale Chaos stürzen kann.
Die spinnen, die Römer!
Im Einzelspieler-Modus muss der Spieler sowohl Asterix als auch Obelix steuern, die KI übernimmt dann die Steuerung des verbleibenden Charakters. Im Zweispieler-Modus tut dies natürlich ein menschlicher Mitspieler, und bekommt leider einige Hindernisse in den Weg gelegt: In Situationen, wo nur ein Charakter etwas tun muss, tut dies meist der erste Spieler und der zweite muss zum Beispiel auf einem Schalter stehen und ein Reaktionsspielchen machen (Tasten in der angegebenen Reihenfolge drücken), während der erste Spieler die Aufgabe erledigt.
Das Spiel wechselt immer mal wieder zwischen den Genres, so folgt nach einer Jump'n'Run-Phase dann auch mal wieder ein Minispielchen oder ein olympischer Wettkampf. Im Verlaufe des Spieles werden unter anderem Charaktere und Wettkämpfe für den Olympia-Modus freigeschaltet. In diesem ist es möglich, gegen die KI oder einen menschlichen Gegenspieler, die olympischen Disziplinen des Spieles nachzuspielen. Die Spielmechanik erinnert hier meist stark an Spiele wie Track & Field, Summer/Winter Games und diversen anderen Spielen. Wem diese Titel nichts sagen: Es geht darum, so schnell wie möglich z.B. Quadrat und Kreistaste abwechselnd hintereinander zu betätigen, den Analog-Stick schnell im Kreis zu drehen und zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Taste loszulassen und dergleichen. Einige Spielchen bilden auch Ausnahmen dieser Regel: So ist es bei „König der Arena“ nötig, innerhalb eines Zeitlimits möglichst viele Römer möglichst spektakulär zu verprügeln. Also wird geschleudert, geworfen und geschlagen bis der Joypad-Daumen glüht! Auch „Krötenball“ ist eine solche Ausnahme: Hier muss der Spieler Krötenbälle auf die andere Seite des Spielfeldes treten und wer am Ende die wenigsten Bälle auf seiner Seite hat, hat das Spiel gewonnen.
Bei den Jump'n'Run-Abschnitten kommt man meistens in einen Bereich, wo Römer einem Hindernisse in den Weg legen und man erstmal nicht direkt weiterkommt. Also muss man einen Weg finden, die Hindernisse zu beseitigen. Hier werden dann Römer verprügelt und durch Zielscheiben geworfen um Schalter zu aktivieren, Brücken ausgefahren, Sprungpassagen alá „Prince of Persia“ absolviert und so weiter. Das ist meist gewohnte Kost, wie man es aus unzähligen anderen Jump'n'Run-Spielen bereits kennt.
Insgesamt ist das Spiel recht kurz ausgefallen, den Abspann des Solospieles sieht man als geübter Spieler daher recht bald über den Bildschirm laufen. Eine große Motivation, die Story erneut durchzuspielen, gibt es eigentlich nicht, aber man kann sich immer mal mit einem menschlichen Gegner in den olympischen Disziplinen messen.
Alea Iacta Est – die Würfel sind gefallen
Der Schwierigkeitsgrad ist eine zwiespältige Angelegenheit. Die Jump'n'Run-Abschnitte sind stellenweise richtig frustrierend und unnötig schwer, vor allem aufgrund der Kameraführung, die einem viel zu oft die Sicht auf die Charaktere und das eigentliche Geschehen nimmt, aber auch enge Zeitlimits und schwierige Sprungpassagen stehen einem Gelingen im ersten Anlauf oftmals im Wege. Dazu kommt, das einige Abschnitte quasi optimiert sind für zwei Spieler, während man andere besser alleine spielt. Die in das Spielgeschehen eingeflochtenen Minispielchen hingegen sind zumeist uninspiriert und viel zu leicht. Die Sportspiele sind etwa auf gleichem Schwierigkeits-Niveau wie die Minispiele. Das zusammen macht den Schwierigkeitsgrad sehr unausgeglichen.
Optisch macht das Spiel eigentlich einen ganz netten Eindruck, wären da nicht die Ruckler, selbst wenn sich nicht viel auf dem Bildschirm tut. Der Ton geht eigentlich in Ordnung, bis auf die Sprecher, die nicht wirklich motiviert klingen, sondern eher gelangweilt. Witz kommt dennoch jede Menge auf: Die Zwischensequenzen ziehen so einiges durch den Kakao, und es finden sich einige Anspielungen auf bekannte Spielereihen und auch Zidanes Kopfstoß bei der Fussball-WM 2006. Und natürlich ist auch wieder Sam Schiffer, der Meisterspion mit nur geringen Ähnlichkeiten zu Sam Fisher aus der „Splinter Cell“-Reihe, mit von der Partie.