Nach den Veröffentlichungen in Japan (Ende 2005) und den USA (März 2006) ist es in wenigen Tagen endlich soweit, dass auch wir Europäer in den Genuss der Neuauflage des Referenztitels „Metal Gear Solid 3: Snake Eater“ kommen. Hinter dem neuen Namen „MGS3: Subsistence“ verbirgt sich zwar kein komplett neues Spiel, jedoch hat das Team um Hideo Kojima ganze Arbeit geleistet um das bereits erstklassige Snake Eater tatsächlich etwas zu verbessern und um zahlreiche Extras zu erweitern. Ob sich der Kauf der prallen 3-DVD-Packung lohnt oder ob sich Snake besser in den Dschungel zurückschlängeln sollte, erfahrt ihr in unserem Review.
Was hat sich getan?
Auf dem ersten Silberling befindet sich das Originalspiel Snake Eater (Siehe REVIEW), an dem nur ein Feature geändert wurde, das es aber in sich hat: Die Kamera. Während im Original das Geschehen immer von der altbekannten Von-Oben-Ansicht gezeigt wurde, kann in Subsistence per R3-Knopfdruck zudem in eine 3rd-Person-Kamera gewechselt werden. Metal Gear Solid erstmals aus diesem Blickwinkel zu spielen ist nicht nur eine komplett andere Erfahrung, es bringt auch spielerische Vorteile mit sich. So wirkt der Wechsel zwischen 3rd- und 1st-Person zum Zielen viel flüssiger, Gegner lassen sich besser ausspionieren und das ganze Spiel wirkt natürlicher und somit hübscher. Einzig und allein die Orientierung fällt etwas schwerer, nach einem kurzen Druck auf R3 seid ihr eurer Umgebung aber schnell wieder gewahr.
Abgesehen davon wurden in Subsistence viele kleinere Verbesserungen durchgeführt, wie zum Beispiel ein paar neue Camouflagefarben und -anzüge, die das Spiel nicht grundlegend ändern, jedoch eine Bereicherung darstellen.
Neben dem Hauptspiel findet sich auf der ersten DVD auch noch der altbekannte Theatermodus, in dem der Spieler die einzelnen Zwischensequenzen unabhängig vom Spielverlauf betrachten kann.
Der zweite Streich
Weitere, neu erstellte Sequenzen sind auf der zweiten Disc vorhanden. Hier werden im „Secret Theatre“ Schlüsselszenen des Spiels im unvergleichbaren MGS-Humor auf eine „etwas andere“ Art dargestellt. Wenn ihr sehen wollt, wie beispielsweise Raiden auf den Spuren des Terminators wandelt oder was für Konsequenzen ein simples Stein-Schere-Papier Duell haben kann, dürft ihr euch diese amüsanten Filmschnipsel nicht entgehen lassen.
In einem anderen Spielmodus könnt ihr auf ein Neues die mitreißenden Bosskämpfe aus Snake Eater bestreiten während im Hintergrund die Uhr mitläuft und eure Bestzeiten misst. Nachdem jeder dieser Kämpfe komplett anders aufgezogen ist und die Begegnungen das ein oder andere Highlight des ganzen Spiels darstellen, sind diese immer mal wieder eine Runde wert.
Ferner darf man auch wieder in Snake vs. Monkey auf Affenjagd gehen und die Quälgeister aus Ape Escape suchen. Gerade in späteren Levels ist es gar nicht so leicht jeden einzelnen der gut versteckten Affen ausfindig zu machen und einzufangen. Ein weiteres Schmankerl sind die beiden MSX-Umsetzungen von Metal Gear und Metal Gear 2. Wie vor 20 Jahren erlebt ihr die hierzulande bisher unveröffentlichten Anfänge der Metal Gear-Reihe. Wer aber nicht gerade im Retrofieber ist, empfindet dieses Extra wohl nur als nette Dreingabe.
MG…O???
Revolutionärer ist da schon der Onlinemodus, der noch auf der zweiten DVD schlummert. Auf vielfachen Wunsch der Fans wurde die Spielmechanik von Metal Gear Solid in eine Online-Variante übersetzt. Somit können bis zu acht Spieler in diversen Modi (Sneaking-, Capture, Rescue-Missions sowie (Team-) Deathmatch) online schleichen, schießen und sich verstecken. Zu diesem Zwecke steht unter anderem auch das aus dem Hauptspiel bekannte CQC zur Verfügung.
Auch wenn das Onlinegameplay etwas reservierter als wie zum Beispiel das von Socom ist, macht es eine Menge Spaß, da die speziellen Eigenarten der Serie berücksichtigt und integriert wurden. In welch anderem Spiel kann man schließlich Mitspieler mit Männermagazinen ablenken oder unter einer Obstkiste versteckt ein feindliches Lager infiltrieren?
Disc 3 – Existence
Hinter dem schmucken Namen „Existence“ verbirgt sich auf der dritten Scheibe dann noch ein über drei Stunden lang dauernder Film, der hauptsächlich aus den Zwischensequenzen von Snake Eater erstellt wurde. Damit das Erlebnis runder wirkt, wurden hierfür auch einige Sequenzen überarbeitet. Auf diese Weise, die verdeutlicht wie sehr bei Snake Eater Spiel und Film verschmelzen, kann man die gesamte Story einschließlich ihrer dramatischen Wendungen also an einem Stück nochmals durchleben oder erstmals kennen lernen.