Ruhm, Ehre, viel Geschichte und Buttonsmahing bis der Daumen glüht. So ungefähr könnte man sich die Dynasty Warriors Reihe vorstellen. Wir ziehen mit dem neuen Erweiterungs-Pack des vierten Teils „Xtreme Legends“ in die Schlacht und sagen euch in unserer Review, wie wir uns geschlagen haben und ob es sinnvolle Neuerungen gibt.
„Xtreme Legends“ ist ein Addon zum im letzten Sommer erschienenen Dynasty Warriors 4. Das Grundkonzept des Spiels bleibt gleich, jedoch wurden neben kleineren Detailverbesserungen zwei neue Spielmodi eingebaut, einmal der „Legenden-Modus“ und dann noch der „Xtreme-Modus“. Außerdem ist ein Duell-Modus separat anwählbar. „Xtreme Legends“ kann in Verbindung mit dem Hauptspiel, oder auch alleine gespielt werden. Das Erweiterungs-Pack richtet sich jedoch eher an eingeübte Dynasty Warriors Spieler, weil Neulinge wahrscheinlich mit den ganzen Storyverzweigungen ein bisschen überfordert sein werden. Wir haben uns mit Dynasty Warriors 4 Xtreme Legends in die Schlacht begeben und finden heraus, für wen sich der Kauf lohnt und ob sich die diversen Neuerungen gut ins Spiel einfügen können.
Im Fernen Osten nichts Neues
In allen Dynasty Warriors Teilen ging es immer darum, massenweise Gegner umzuhauen. Bei „Xtreme Legends“ ist das nicht anders, denn am altbewährten Spielprinzip hat sich wieder mal nichts geändert. Ihr wählt euch einen aus 42 Charakteren aus und zieht auf einem von zwanzig verschiedenen Schlachtfeldern in den Kampf. Jedoch wurden dem Addon wie bereits erwähnt zwei neue Spielmodi spendiert. Zum einen der Legendenmodus, der sich viel mit der Geschichte und den tiefgreifenden Ereignissen der einzelnen Charaktere beschäftigt. Ihr sucht euch einen der „Legenden“ aus und zieht mit ihm in seine eigene Schlacht und erfahrt seine Geschichte. Bei jedem einzelnen Charakter gibt es andere Siegesbedingungen, die in einem bestimmten Zeitlimit erreicht werden müssen. Die Ziele sind jedoch sehr abwechslungsreich und werden sogar Kennern der Serie neue Herausforderungen bieten. Zum Beispiel müsst ihr einen gegnerischen General töten, eine Burg belagern, oder einen befreundeten Krieger beschützen. Da haben die Entwickler wirklich viel Kreativität einfließen lassen. Jedoch werden Neulinge schnell den Spaß am Legenden-Modus verlieren, da die Storyhintergründe der einzelnen Episoden zu arg aus dem Zusammenhang gerissen sind und für Einsteiger der Serie oft keinen Sinn ergeben. Dieser Spielmodi ist eigentlich nur interessant für Kenner der „Three Kingdom“-Spiele, denn die können so mehr über die einzelnen Charaktere erfahren. Bei diesem Modus ist es jedoch auch möglich zu zweit in die Schlacht zu ziehen, was auch Neulingen Spielspass bereiten sollte.
Schon ein wenig anders sieht es beim ebenfalls neuen „Xtreme-Modus“ aus. Hier sucht sich der Spieler einen Charakter aus den 42 vorhandenen aus, oder erschafft sich selber einen. Dann spielt ihr euch mit diesem durch zufällig generierte Mini-Missionen, bei denen der Schwierigkeitsgrad ansteigt und kauft dazwischen beim örtlichen Händler neue Gegenstände, Waffen, Power-Ups oder Leibwächter Einheiten. Den „Xtreme-Modus“ hätte man auch ruhig „Survival-Modus“ nennen können, denn in den einzelnen Missionen habt ihr eigentlich nie die Möglichkeit eure Lebensenergie wieder aufzufrischen. Das müsst ihr danach beim Händler machen, in dem ihr euch „Fleischbällchen“ kauft und so eure Energie wieder aufpeppelt.
Bevor ihr in eine Mission einsteigt, seht ihr den dortigen Umrechnungskurs der bei der Mission zählt. So wisst ihr ungefähr wieviel Geld ihr bekommt, bzw. wie eure erspielten Punkte in Geld umgewandelt werden. Im „Xtreme-Modus“ gibt es ganz im Gegensatz zum Legenden-Modus keine Geschichte, wenn ihr aber denkt, dass hier viel Taktik gefragt ist, liegt ihr falsch. Die einzelnen Missionen sind sehr anspruchslos und bieten irgendwann wenig Abwechslung, denn dafür sind sie oft viel zu kurz gehalten, immer so 5-10 Minuten. Dementsprechend sind die Maps auch sehr klein und meistens aus den großen Schlacht-Karten des Musou-Modus „herausgeschnitten“. Da bei diesem Spielmodi kein Bezug zur Geschichte besteht, werden Kenner der Reihe wahrscheinlich nicht lange motiviert sein weiterzuspielen, dazu wird der Modus einfach irgendwann zu eintönig und uninteressant. Auch Neulinge, für die der „Xtreme-Modus“ am ehesten etwas wäre, werden schnell die Lust verlieren. Wirklich schade, denn hätte man ein bisschen mehr Zeit für diese Spielmodus geopfert, hätte er sicher richtig gut werden können.
Woher kommt das Xtreme im Addon?
Auf der Erweiterungs-Disk von Dynasty Warriors 4 schlummern aber noch andere kleinere Neuerungen. Das ist zum einen der endlich frei anwählbare Duell-Modus, bei dem ihr Beat Em´Up-mäßig auf abgetrennten Arealen gegen andere Offiziere antreten könnt und zum anderen gibt es sechs neue Gegenstände und für jeden Charakter, unter Erfüllung einer bestimmten Bedingung, eine freispielbare elfte Waffe. In den Optionen ist es nun auch möglich, zwei neue Schwierigkeitsgrade einzustellen, dass ist einmal “Experte“, für richtige Profis und ein „leichter“-Schwierigkeitsgrad, für Neulinge. In Duellen mit anderen Offizieren zeigt sich nun auch erstmals eine verbesserte K.I. Sie halten gut die Deckung und agieren gewitzter, ganz im Gegensatz zu den anderen Gegnern oder der eigenen Leibgarde, die einfach nur herumsteht und eigentlich nicht macht, außer vielleicht einen Hieb auszuführen.
Wer auch schon Dynasty Warriors 4 besitzt, hat die Möglichkeit, seine Spieldaten per Memorycard auf die Erweiterung zu übertragen. Wählt man dann das Hauptspiel, wird einem im „Frei-Modus“ noch die freie Auswahl zwischen allen Schlachten und Charakteren gewährt. Jedoch bleibt der Musou-Modus, bis auf ein paar Veränderungen, gleich. Die Grafik hat sich auch nur wenig verändert und gleicht der von Dynasty Warriors 4. Sie ist nicht mehr aktuell und macht nicht mehr viel her. Die Schlachtfelder wirken unecht und leer, die Weitsicht ist wie gewohnt schlecht. Eine neue Grafikengine wäre hier sicher kein Fehler gewesen. Die Animationen der Charaktere sind jedoch wieder gut gelungen und auch die rockige Musik passt gut zum Spiel. Die deutsche Synchronisation ist sehr unprofessionell, da scheiden sich jedoch die Geister, bei vielen Spielern hat sie ja schon Kult-Satus, doch wollen viele eine bessere Synchro.
Ein weiterer Minuspunkt: Die einzelnen geskripteten Szenen im Spiel wiederholen sich ständig. Was jedoch noch für ein kleines bisschen mehr Motivation sorgt, ist das man sich einen eigenen Kämpfer und eine Leibgarde erstellen kann, doch gibt es da nur eine kleine Auswahl an Kleidung und Items. Die Kamera bockt leider auch häufig und rückt die Schlachten nicht immer ins rechte Licht, was teilweise für Übersichtsprobleme sorgt. Die Steuerung geht jedoch in Ordnung, sie ist gut auf den PS2-Controller angepasst und sehr intuitiv.