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SOCOM II: U.S. NAVY SEALS
 Test von Wolfgang Herbst (06.05.2004) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Ego-Shooter Publisher:Sony
Termin:10. März 2004 Entwickler:Zipper

Hobbysoldaten aufgepasst: Special Operations Command, kurz SOCOM, braucht wieder Unterstützung in Form eines U.S. Navy Seal Fireteams. Bereits der gute Vorgänger mauserte sich zum beliebtesten und erfolgreichsten PS2-Online Titel. Doch nun soll die Wachablöse kommen. Welche Verbesserungen euch sowohl im Single- als auch im Multiplayer erwarten, erfahrt in unserem Review.


Was brauche ich zum Network Gaming?


Zunächst solltet ihr wissen, dass Socom 2 vor Allem im Onlinemodus sein Potential entfaltet. Habt ihr also einen DSL-Zugang solltet ihr nicht vor dem Kauf des Breitbandadapters von Sony zurückschrecken (beläuft sich auf etwa 40 €). Habt ihr diesen und das Game, braucht ihr nur noch eine Memory Card und ein Verbindungskabel und schon könnt ihr in die „PS2-Network-Welt“ abtauchen.
Auf der Memory Card müssen für den Adapter nur ca. 45 KB frei sein, für den Socom 2 Spielstand leider ganze 3000 KB. Die 3 MB sind besonders daher kurios, da der Vorgänger lediglich 180 KB für die ebenfalls sieben Speicherplätze in Anspruch nahm. Die Antwort findet sich daher wohl entweder in den Sternen oder auf einem Schreibtisch von Sony....


Für das Vaterland

In Socom 2 habt ihr wie im Prequel zwölf Missionen zu erfüllen, die in vier Kapitel á drei Missionen unterteilt sind. Dabei verschlägt es euch in unterschiedliche Länder wie Albanien, Brasilien, Afrika und schließlich ins obligatorische Russland. Beginnend mit kleineren Syndikaten stellt sich bald heraus, dass die USA von einer Atombombe bedroht wird. Doch um zu diesem Punkt zu kommen, müsst ihr euch erst einmal professionell durch die Missionen schleichen. Dabei erhaltet ihr manchmal Unterstützung von der europäischen S.A.S. oder den russischen Spetznaz. Dennoch ist das Spiel sehr patriotisch (Pro-USA) gehalten.

Für Kenner von Socom 1: Der frühere Teamleader Kahuna wurde zusammen mit dem tollpatschigen Boomer vom früheren Bravo Team abgelöst. Also bestreitet ihr eure Missionen immer mit Spectre, den ihr selbst spielt, und Jester als Alpha Team und mit einem von Auftrag zu Auftrag wechselndem Bravo Team.


Eure Einsatzbedingungen

Anders als in Konkurrenztiteln wie „Ghost Recon: Jungle Storm“ und „Conflict: Desert Storm 2“ könnt ihr während euren Missionen nicht in die Haut einer eurer drei Begleiter schlüpfen, sondern seid permanent Spectre, während ihr die von der CPU übernommenen Kameraden befehligt. Diese Befehle könnt ihr entweder über das Gamepad eingeben oder, was ein großes Atmosphäreplus erzeugt, in das USB-Headset sprechen. Hierbei funktioniert die Spracherkennung hervorragend und eure Kollegen bleiben selbst von intensivem Dialektgebrauch unbeeindruckt (selbst getestet ;). War dieses Feature im Vorgänger noch eine große Innovation, muss jetzt bedacht werden, dass die Konkurrenz dies inzwischen genauso gut kann, wie man bei Rainbow Six 3 sieht. Folglich muss das Gameplay umso mehr stimmen – und das tut es auch! So hat jede Mission ihre eigenen Merkmale und auch das Design der Aufträge ist überraschend abwechslungsreich gelungen. Typische Aufgabenstellungen sind das Finden und Eskortieren von Geiseln oder Blauhelmen, das Eliminieren aller Bedrohungen oder das Entschärfen von Bomben unter Zeitdruck.

Leider entsteht trotz des gelungenen Gameplays häufig der gefürchtete Frust, da auch im zweiten Teil keine Checkpoints oder sonstige Rücksetzpunkte integriert worden sind. Beispielsweise kämpft man sich mal wieder 25 Minuten durch den Dschungel, um dann von einem versteckten Terroristen völlig überraschend den Gewehrkolben an die Schläfe gehämmert zu bekommen. Dies zieht den sofortigen Tod und somit den Fehlschlag der Mission nach sich. Hätte man hier nach jedem erstem oder zweitem Primärziel einen Checkpoint integriert, wäre der Schwierigkeitsgrad auf alle Fälle auf ein angenehmeres Maß gesenkt worden.

Erfreulich sind die sogenannten Bonuseinsatzziele. Diese werden zwar nicht in der Tacmap angezeigt, aber wirken sich langfristig auf den Spielverlauf aus. Wenn ihr zum Beispiel in Albanien eine Waffenlieferung des Syndikates zerschlagt, sind die Terroristen in den nächsten Missionen etwas leichter bewaffnet, da logischerweise keine Lieferung ankam. Das Resultat ist eine erfreuliche Komplexität.


Grafische Verbesserungen

Von Taktikshootern mit weitläufigen Arealen wird das Auge ja meist nicht mit schmucken Texturen oder sonstigen Details verwöhnt. So war das auch in Socom 1. In Socom 2 hingegen werdet ihr stets mit neuen Grafiksets und ansehnlichen Charakteren konfrontiert. Die Entwickler haben glücklicherweise auch die naturellen Eigenschaften beachtet, beispielsweise biegt sich im Dschungel das Gras unter euren Füßen.

Wo gehobelt wird, fallen ja bekanntlich auch Späne. In Socom 2 geschieht dies in der Form von seltenen Grafikrucklern. Diese sind zwar unschön anzuschauen, beeinflussen aber in keiner Form das Spielgeschehen. Insgesamt kann also von einer deutlichen Verbesserung der Optik die Rede sein.


Mittendrin statt nur dabei

Auch beim Sound bietet Socom 2 hervorragende Qualität. Beginnend mit der authentischen Synchronisation eurer Feinde und den Akzenten eurer Kollegen glänzt es hauptsächlich mit dem Pro Logic 2 Modus, der eine wahrlich glaubhafte Widerspiegelung der Umgebung bietet. Nicht nur einmal dreht man sich um, mit dem Gefühl ein Vogel sei ins Zimmer geraten. Aber auch die Waffen erkennt man an den krachenden, durchschlagenden und markanten Sounds. Ruft ein lautes Snipergewehr mit einem Schuss alle Terroristen in der näheren Gegend auf den Plan, ermöglicht die schallgedämpfte M4A1-SD ein ruhiges Stealthvorgehen. Also erwartet euch mit Socom 2 wieder einmal ein exzellent präsentiertes Spiel.


Wo war die Musterung?

Wenn man jetzt aber die KI betrachtet, erkennt man leider, dass diese nicht ganz die im Vorfeld heraufbeschworenen Erwartungen erfüllt. Sowohl eure Kollegen als auch die Feinde sind nicht gerade Intelligenzbestien. Erledigen sie noch relativ zuverlässig alle Feinde, die vor ihre Linse kommen, stellt sich ihnen beim Anblick einer Ecke oder gar einer Leiter ein arges Problem. Alle wollen gleichzeitig zum Zielpunkt und verhaken sich dann ineinander. Oder sie nehmen den schnellsten Weg und springen kurzerhand wie „Lemminge on Fire“ die Anhöhe herunter, was ihnen zu 100% den Hals bricht und für euch den Verlust einer wichtigen Hilfe bedeutet. Ohne euer Team seid ihr nämlich ganz schnell aufgeschmissen!

Aber auch die Terroristen gewinnen mit ihrem Verhalten keinen Blumentopf. Geschlagene fünf Sekunden kann es schon einmal dauern, bis sie das Feuer auf euch eröffnen. An der KI bleibt also noch einiges zu verbessern.


Umstrittene Reiseziele

Als Navy Seal seid ihr ein richtiger Weltenbummler. Im Spiel erwarten euch vier verschiedene Länder, mit jeweils unterschiedlichen Regionen. Im Regenwald von Brasilien dominiert eine dichte Flora und Fauna, in Rio de Janeiro kann man dem Verfall der Slums quasi zusehen, in Nordafrika betreibt ihr Häuserkampf und in Russland herrschen eisige Temperaturen. Durch diese abwechselnden geographischen Begebenheiten differenzieren sich die auch die Einsatzgebiete stark voneinander.

Je nach Lust und Laune könnt ihr nach dem Durchspielen bequem per Levelanwahl die entsprechende Mission starten und entweder im Dschungel Vietnamfeeling aufkommen lassen oder erneut einen Bürgerkrieg vereiteln.


Herzstück: Das Network-Gaming

Nun wurde ja schon recht viel über den Singleplayer berichtet, doch dabei sollte nicht vergessen werden, dass Socom ja eigentlich als Onlinespiel ausgelegt ist. War schon letztes Jahr mit Einführung des Netzwerkadapters Socom 1 das Zugpferd, steht der Spielspaß in Teil 2 dem Vorgänger in nichts nach. Ihr beginnt nach wie vor in der übersichtlichen und einfach gehaltenen Lobby, in der ihr neuerdings ebenfalls bequem per Headset quatschen dürft (scheue Naturen können hier sogar ihre Stimme verfremden). Habt ihr dann eure Kameraden ausgewählt und alle relevanten Spieleinstellungen getroffen, geht es auch schon los.

Sofort fällt auf, dass auch im Online-Modus die Grafik hochgeschraubt wurde. Leider sorgt dies wiederum für Ruckler, die beim Zielen stören können. Sobald dann aber über das Headset die Teamberatung stattfindet und interne Taktikvorschläge gemacht werden, gewinnt die Konzentration und Spannung die Oberhand und die technischen Mängel sind schnell vergessen.

Löblich ist, dass neben den zwölf neuen Maps auch die klassischen aus Socom 1 übernommen wurden. Jedoch wurden diese nicht nur kopiert, sondern grafisch ordentlich aufgebohrt. Somit sind alle Parteien, sowohl Neulinge als auch alte Hasen, gut bedient. Das Ergebnis ist schließlich ein Onlineerlebnis das auch nach Wochen unübertrefflich bleibt. Immer wieder kommen durch unterschiedliche Vorgehensweisen der Gegner andere Spielsituationen zustande und wenn man endlich nach einem harten Kampf den VIP aus dem Gefahrenbereich evakuiert hat oder sonst irgendeine Aufgabe der zahlreichen Spielmodi erfüllt hat, entsteht ein unbeschreibliches Gefühl.





Also ist Socom 2 über lange Zeit hinweg Entertainment pur - zumindest online, da der Offlinemodus noch einige Macken aufweist. Wenn diese in einem eventuellem Nachfolger behoben werden sollten, würde auch der Singleplayer dem Onlinevergnügen nicht mehr nachhinken. Folglich bleibt noch etliches zu optimieren, nichtsdestotrotz bleibt Socom aber weiterhin das Onlinespiel Nummer Eins auf der Playstation2.
 
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Mehr zur "SOCOM"-Reihe
Review - Socom 4: Special Forces (PS3)
Review - SOCOM: Fireteam Bravo 3 (PSP)
Review - SOCOM: Confrontation (PS3)
Preview - Socom 2: U.S. Navy Seals (PS2)


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 Kommentartitel


#1 | Spectre [13.09. | 14:48] 
Vergessen
Ihr habt vergessen, bei SOCOM II: US Navy Seals zu erähnen, dass im Onlinemodus \"nach Rang\" gespielt wird. Das bedeutet, dass Anfänger nicht von den Profi\'s weggewischt werden, sondern nach Stärke \"sortiert\" werden. Profi\'s zu Profi\'s, Anfänger zu Anfänger.
Ansonsten fande ich den Testbericht in Ordnung.


 










mehr Wallpaper






















Pro:
genialer Online-Modus
packende Atmosphäre
ausgereiftes Headset-Feature

Contra:
nur mäßige Kameraden-KI
Singleplayer teils frustig
seltene Grafikruckler


Offizielle Website:
 zipperint.com

Fansites:
 socom-2.com
 socomclans.net

Weitere Links:
 Movie



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