Wie jedes Jahr Weihnachten ist, so bringt EA jedes Jahr einen neuen Ableger ihrer Sportserien heraus. So auch im Herbst 2002, als der Nachfolger des hochgejubelten und auch sehr guten NHL 2002’s, nämlich NHL 2003 erschien. Damals war man zu recht gespannt, welche Neuerungen EA einbringen würde und ob der Standard gehalten werden kann. Was das Spiel letztlich bot, lest ihr in den folgenden Zeilen.
Der Spielplan
Da NHL ein Sportspiel ist, gibt es natürlich keine Story. Für deren Ersatz hat EA aber einen hochwertigen Karrieremodus eingebaut. In diesem könnt ihr zum Beispiel ein eigenes Team einige Jahre durch die Saison führen, um einen wahren Kultverein zu schaffen. Auch übernehmt ihr hier die Rolle des Managers und führt somit Transfers und andere vereinsinterne Aufgaben durch. Die Motivationen im Karrieremodus sind, neben der Hoffnung auf den ersten Platz natürlich, viele freischaltbare Auszeichnungen. Eine andere Möglichkeit das Spiel in Angriff zu nehmen sind die Playoffs. Hier kann man die reguläre Saison einfach überspringen und sich sofort in die Playoffs stürzen. Schließlich gibt es dann noch die Internationalen Tuniere. Bei diesen entscheidet man sich für eine Nation und versucht, wie bei den anderen Modi auch, den Sieg zu erringen. Als besonderen Ansporn für alle drei Spielmodi zusammen, sowie auch für das „Schnelle Match“, sind die NHL-Karten. Nachdem ihr nämlich ein Profil angelegt habt, könnt ihr durch Bewältigung diverser Aufgaben, wie zum Beispiel dem Erzielen dreier Treffer in einem Drittel, spezielle NHL-Punkte freischalten. Diese wiederum können anschließend in die Karten eingetauscht werden. Der Sinn und Zweck der Karten ist es Cheats, Boosts oder andere Features zu erspielen. Folglich ist für Langzeitmotivation zu Genüge gesorgt.
Glänzendes Eis
Die Präsentation NHL’s hat wieder mal klare EA-Qualität. Hochdetaillierte Spielermodelle und Gesichter, ein mit der Zeit verschleißendes Eis und sogar Polygon-Zuschauer in den Kabinenbereichen, lassen die Herzen jedes Eishockeyfans höher schlagen. Doch auch die Animationen der virtuellen Profis sind Spitzenklasse. Stürze, Checks und Dekes haben einfach noch nie so gut ausgesehen wie in NHL 2003. Besonders cool ist vor Allem die Darstellung der einzigen Neuerung, dem oben genannten Game Breaker. Sobald man durch genügende Aktionen den Game Breaker aufgeladen und mit der L2-Taste aktiviert hat, verschwimmt die Umgebung um den puckführenden Spieler herum und ein hämmernder Pulschlag ertönt. Wenn man in diesem Zeitlupenmoment nun ein Tor erzielt ist, das ein unglaubliches Gefühl, da sich die zuvor aufgebaute Spannung in überwältigenden Jubel und in rauschende Fangesänge wandelt. Einziger Kritikpunkt bei der Grafik sind die in den hinteren Rängen platzierten „Pappaufsteller“. Da diese aber sowieso fast nie zu sehen sind, wirkt sich das keinesfalls auf das schnelle Spielgeschehen aus.
„Ole-Oleoleoeh...“
Auch im akustischen Bereich ist NHL 2003 absolute Referenz. Zum einen ist da der hervorragende Kommentator, den EA glücklicherweise auf Drängen der Fans beim englischen Original belassen hat. Zusammen mit seinem Kollegen sorgt er unten auf dem Eis für die richtige Stimmung und hat das ein oder andere Mal einen amüsanten Witz in Petto. In meinen Augen ist der Kommentator von NHL einer der besten in allen PS2-Sportspielen. Optional kann man ihn jedoch auch wegschalten und erst dann macht sich die hervorragende Soundkulisse des Spiels bemerkbar. In feinstem DTS (optional auch Stereo oder Dolby Pro Logic Surround) präsentiert sich der „On The Ice“-Sound, in welchem ihr jedes Kratzen der Schlittschuhe auf dem Eis, jeden Fanruf oder das Krachen eines Spielers an die Bande wahrnehmt. Bei Spielunterbrechungen ertönen entweder passende EA-Trax oder die kultige Stadionorgel. Durch all diese Details entsteht eine herausragende Atmosphäre, die nur schwer zu toppen ist.
Wie verhält sich der Gegner?
Die KI weist kaum Anlässe für Kritik auf. Auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad erleben selbst absolute Anfänger erste Erfolgserlebnisse, auf den schwereren kommt man nur durch spezielle Techniken voran, die immer wieder neu gefunden werden müssen. Daraus resultiert eine motivierende Lernkurve und eine immer währende neue Herausforderung. Es ist einfach erstaunlich, wie die Gegner auf den höheren Graden ebenfalls neue Vorgehensweisen erproben, um den Puck ins Tor zu hämmern. Auf diese Weise wird jedes Spiel einzigartig und kann über einen langen Zeitraum fesseln. Doch auch die Goalie-KI wurde ordentlich nach oben geschraubt. So klappt einem nicht selten in Anbetracht von deren Glanzparaden die Kinnlade nach unten.
Der (Spiel-)Platz
Gespielt wird logischerweise in den Stadien der verschiedenen Mannschaften. In welchem Stadion man spielt ist nur am Boden der Eisfläche erkennbar. Im Zentrum befindet sich nämlich das entsprechende Logo der Heimmannschaft. Generell ist also kaum ein Unterschied zwischen den Hallen zu spüren. Diesen bemerkt man erst, wenn man plötzlich in der Halle eines internationalen Teams spielt. Dort ist die Fläche viel größer und es ist ein ganz anderes Feeling dort zu spielen.
Wer kann es besser?
Auch im Multiplayer kann NHL überzeugen. Schließlich könnt ihr, genügend Controller, Multitaps und Mitspieler vorausgesetzt, zu acht das Eis unsicher machen. Bei einer solchen Konstellation wird es dann fast unmöglich, die Spielzüge eurer menschlichen Gegner vorauszuahnen. Durch diese Komplexität entsteht dann eine Sucht, die über Nächte hin fesselt. Leider kann man nicht mehr die Spielart „Penalty“ auswählen, bei der man beim Vorgänger noch ein spannendes 1on1 Duell veranstalten konnte. Vor Allem dieser Modus sorgte für große Anspannung vor dem Bildschirm. Wenn man mal von dieser Reduzierung absieht, bietet NHL 2003 dennoch unterhaltsame Multiplayerkost.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
