Die PS2 wird auf ihre alten Tage immer mehr zur Familien-Konsole umfunktioniert. Ginge es nach Sony, sollte die PlaySstation 3 ihren Stellenwert als Non-Plus-Ultra für den geneigten Hardcore-Zocker übernommen haben, doch diese hat mit Microsofts Xbox 360 doch mehr Probleme als angenommen. Dass der Weg bei Familienunterhaltung in Verbindung mit kreativen Steuerungsmöglichkeiten nicht immer zwangsläufig zur Konkurrenz in Form des Nintendo Wii führen muss, will die „BUZZ! Junior“-Reihe aufzeigen. Wir haben den neusten Ableger „BUZZ! Junior: Verrückte Rennen“ mit tatkräftiger Unterstützung von Jung und Alt getestet.
Kiddies start your engines
Für den Test habe ich meine kleine Nichte und meinen kleinen Neffen vor der PlayStation 2 als Co-Tester zusammengetrommelt, weil das Spiel eindeutig auf Mehrspielerspaß und jüngere Gamer abzielt. Alleine vor dem Bildschirm macht der Titel deutlich weniger bis gar keinen Spaß, was dem Charakter aller Party-Spiele entspricht. Ein vierter Teilnehmer wäre auch möglich gewesen, da Partien mit bis zu vier menschlichen Spielern unterstützt werden, aber dies scheiterte schließlich an der mangelnden Erreichbarkeit der möglichen Probanden.
„BUZZ! Junior: Verrückte Rennen“ beweist, dass man mit den Buzzern, die ursprünglich für die Beantwortung von Multiple-Choice-Fragen gedacht waren, doch interaktiver spielen kann als beim großen Quiz-Bruder „BUZZ!“. Und schließlich wollen die Zusatzkosten der teuren Hardware ja irgendwie mit genügend Software-Nachschub kompensiert werden. Dabei reichen allerdings die Möglichkeiten der Steuerung bei weitem nicht an die eines Wii-Titels heran, denn ihr entscheidet euch nüchtern betrachtet beim Gameplay nur zwischen verschiedenen Alternativen wie die Wahl des Streckenabschnitts mittels Drücken der Knöpfe. Gefahren wird automatisch.
„Keep it stupid and simple“
Das Gameplay ist zwar linear, aber sehr intuitiv, so dass man sich auch ohne große Spielerfahrung schnell zurecht findet. Dabei gleicht die Auswahl der insgesamt 30 Rennstrecken eher Bereichen von Freizeitparks, was beim jüngeren Publikum für Freude sorgte. Der Grafikstil erinnert in seiner Gesamtheit an die gängigen Zeichentrickserien für Kinder, die immer samstagvormittags über die Mattscheibe flimmern. Zum Thema Langzeitmotivation muss man nicht viel sagen, weil man binnen kürzester Zeit das komplette Spiel gesehen hat und es augrund ständiger Wiederholungen wenig Neues zu entdecken gibt.
Die 16 Vehikel unterscheiden sich leider auch nur optisch voneinander. Der Sand-Buggy fährt sich in der Wüste nicht griffiger und ist auch auf dem spukenden Friedhof genauso schnell wie der Rennwagen. Das Gameplay ist also bewusst simpel gehalten. Beim Spielen gegen die jüngere Generation sollte man sich als älterer und erfahrener Spieler zu Gunsten des allgemeinen Spielspaßes aber doch etwas zurückhalten, denn trotz des simplen Spielablaufs kann man etwas Taktik in die Angelegenheit mit einfließen lassen. Diese Entscheidung ist allerdings meilenweit davon entfernt, ob ihr bei einem "Mario Kart" lieber die Banane als Extra und damit als Schutz gegen rote Panzer behaltet oder besser auf neue Items wie den Verkleinerungsblitz spekuliert. Merke: Gutes Gameplay ist einfach zu lernen, aber schwer zu meistern. Das Gameplay von „BUZZ! Junior: Verrückte Rennen“ ist nur simpel. Das ist allerdings für jüngere Mitmenschen, die altersbedingt noch nicht des Lesens mächtig sind, von entscheidender Bedeutung.
Nostalgie pur
Der Eindruck ändert sich auch nicht, wenn das Geschehen in die Luft verlagert wird. Hierbei bekommt ihr allerdings alles aus einer klassischen Sidescroll-Perspektive im Stil von "R-Type" zu Gesicht und nicht wie beim Rasen auf Land oder Wasser aus der gewohnten Draufsichtperspektive. Einziger (nicht spielerischer) Unterschied der Renn-Modi war bei unserem Test, dass sich die Kinder wunderten warum man plötzlich so nostalgisch wird und ihnen irgendwas von „Last Resort“- und „Gradius“-Games erzählen muss.