„Paris, Paris, wir fahren nach Paris.“ Wer jetzt an einen eventuellen Schlachtruf französischer Fußballfans zum Pokalfinale denkt, liegt falsch. Wir fahren auch nach Paris, allerdings mit dem Fahrrad. Auf geht’s zur „Tour de France 2008“ - dem offiziellen Radsport Manager.
Alles dabei, alles drin
Mit 65 lizenzierten Originalteams und 1.600 Fahrern holt Entwickler Cyanide die bekannten Teams wie „Astana“ oder „Gerolsteiner“ auf den heimischen Monitor. Mit dem praktischen Editor könnt ihr sogar noch aus einem Bergprofi innerhalb von Minuten einen echten Sprinter zaubern. Im Vergleich zum Vorgänger steht euch jetzt das komplette Lizenzpaket zur Verfügung. Und mit den entsprechenden Fahrern macht es dann auch richtig Spaß, um den Sieg des Giro de Italia oder der Tour de France zu fahren. Doch nicht nur bei den großen Klassikern des Fahrradrennsportzirkus könnt ihr euer Geschick beweisen, bei 178 weiteren Ein- oder Mehrtagesrennen geht es um Sieg oder Niederlage.
Wem das nicht genug ist, der kann sich mit dem Streckeneditor noch eigene Etappen erstellen.
Rein in die Pedale
Im Spiel gilt das Sprichwort „Was lange währt, wird endlich gut“.
Vor allem die Einarbeitungsphase für Anfänger ist sehr lang. Das mickrige Tutorial zeigt nur einen Bruchteil der Ereignisse während des Rennens und bis ihr euch durch die Regler im Managementpart gearbeitet habt, vergeht ein sehr frustrierender Zeitraum. Vor dem Rennen werden die besten Fahrer transferiert, neue Ausrüstung gekauft, mit Sponsoren gefeilscht und im Training an den Schwächen gearbeitet. Trainiert wird allerdings nur mit legalen Mitteln, Doping sucht ihr im Spiel vergebens.
Habt ihr eure Fahrer auf das nächste Rennen bestmöglichst vorbereitet, geht es zum Wettkampf. Die langen Ladezeiten sind allerdings sehr nervig. Während eines Rennens könnt ihr direkt auf eure Fahrer einwirken. Hier bezahlen Neueinsteiger jedoch viel Lehrgeld. Weder im Tutorial, noch im knappen Handbuch wird das Spielprinzip ausreichend erklärt. Für Profis ergeben sich aber spannende Ausreißmanöver und der Zieleinlauf wird zum echten Highlight. Trotz der Ladezeit und der nötigen Einarbeitung lohnen sich die selbst gespielten Rennen - im Gegensatz zu den simulierten Wettkämpfen erhaltet ihr bessere Ergebnisse.
Augen und Ohren
Im Bereich Grafik und Sound erwartet euch Licht und Schatten. Auch wenn die Fahreranimationen wirklich schick aussehen, enttäuschen die verwaschenen Hintergrundgrafiken. Die langweilige Menümusik wird dafür mit einem tollen Kommentar während des Rennens wieder ausgebügelt. Richtig Stimmung kommt aber bei den Rennen selten auf, denn die wenigen Fans am Straßenrand bleiben stumm. Vor allem bei den großen Rennen wie Giro de Italia oder der namensgebenden Tour de France wirkt es doch sehr abstrakt, wenn ihr meistens ohne Publikum durch Frankreich fahrt.
Der Vergleich zum Vorjahr
Im Vergleich zum Vorgänger hat sich nicht viel verändert. Als komplett neuer Spielinhalt könnt ihr euer Geschick jetzt beim Bahnradfahren versuchen. Hier kommt es aber aufs Geschick an, denn im Gegensatz zum Managementpart erscheint dieser Modus eher wie eine Runde „Mario Party". Mit den Pfeiltasten jagt ihr euren Fahrer durch das Rund und müsst auf Windschatten, Kondition und den richtigen Moment zum Angriff achten. Was Abstürze angeht, sitzt ihr bei der 2008er Version auch „fester im Sattel“. Auch wenn schon nach kurzer Zeit der erste Patch veröffentlicht wurde, läuft es dieses Jahr doch recht rund.