Bislang war ihm kein zweiter Teil gegönnt, doch nun ist er zurück: Der rasende Reporter und Weltenretter Zak McKracken bekommt von einem Team aus Hobbyprogrammierern ein ganz neues Abenteuer spendiert – für jedermann kostenlos zum Download! Wir haben uns angesehen, ob sich der Download lohnt...
Gedankenverbieger
Bereits 1988 erschien das erste Abenteuer von Zachery “Zak” McKracken für den PC - “Zak McKracken And The Alien Mindbenders”. Hierbei handelte es sich um ein Point&Click-Adventure der Firma Lucasfilm Games. Anders als “Maniac Mansion”, “Indiana Jones” oder auch “Monkey Island” gab es nie einen Nachfolger zum Spiel um den weltrettenden Reporter. Eine Gruppe aus Hobbyprogrammierern, allesamt Fans von Zak McKracken, wollten es dabei nicht belassen und so erscheint nun, immerhin 20 Jahre nach dem Original, ein Fan-Adenture von, für ein solches Projekt, gigantischem Ausmaßen. Zak is back!
Flug ohne Erinnerung
Die Geschichte beginnt an Bord eines Flugzeuges. Zak hat sich in den Laderaum geschmuggelt, wird aber von den Caponiern entdeckt. Nun heisst es – fliehen. Leider gelingt dies nicht, und Zak erwacht am nächsten Morgen in seinem Bett. Er weiss nichts mehr darüber, warum er sich in diesem Flugzeug befunden hat und was er am (unbekannten) Zielort seiner Reise wollte. Also heisst es erstmal: Gedächtnis auffrischen.
Zak wird, wie bei klassischen Adventures üblich, mit der Maus und einer Verb-Leiste am unteren Bildschirmrand gesteuert. Als Erklärung für jene, die zu jung sind, um dieses Prinzip noch zu kennen: Am unteren Bildschirmrand befinden sich links einige Verben, wie “Öffne”, “Nimm”, und so weiter. Klickt man auf eines dieser Satzbausteine, erscheint es in einer Textzeile. Nun wählt man rechts im Inventar oder oben in der Szenerie einen Gegenstand aus, mit dem diese Aktion vollführt werden soll, z.B. “Öffne Tür”. Daraufhin wird Zak dann die entsprechende Tür öffnen – vorausgesetzt, sie ist nicht abgeschlossen.
Retro und doch so neu
Trotz des klassischen Gameplays quälen euch die Macher von BTAS nicht mit pixliger VGA-Grafik. Im Gegenteil: Alle Hintergründe, Charaktere und Objekte wurden liebevoll gezeichnet und animiert. Dazu kommen immer mal wieder gerenderte 3D-Zwischensequenzen. Auch der Soundtrack und die Vertonung müssen sich nicht hinter kommerziellen Spielen verstecken, hier wurde offensichtlich ein enormer Aufwand betrieben. Die Macher bieten einige der Stücke übrigens auf der Webseite zum Spiel als Download an, reinhören lohnt allemal.
Vor allem punktet BTAS jedoch in Hiblick auf den Humor. Dieser steht dem Original in nichts nach. Das Zak2-Team feiert hier ein Gagfeuerwerk nach dem anderen ab, spart nicht mit Seitenhieben und Verweisen zum Original sowie diversen anderen Adventure-Klassikern und führt euch oft und gerne in die Irre. So denkt man als Spieler sehr häufig “Moment, das hatte ich schon im Original, ich muss nur...”, und dann geht es eben doch nicht so, wie es damals ging.
Der wichtigste Punkt bei einem Adventure sind natürlich die Rätsel. Das Kombinieren von gefundenen Gegenständen mit anderen Objekten, um ein Problem zu lösen steht dabei immer im Vordergrund. Die Entwickler haben es glücklicherweise geschafft, die Rätsel weitestgehend logisch zu halten, wenngleich es sicherlich einige Stellen gibt, an denen ihr ein wenig um die Ecke denken müsst. Habt ihr die Lösung dann doch gefunden, ist die erste Reaktion meist: "Ahhh, da hätte ich ja gleich drauf kommen können!". Zum Glück stehen zwei verschiedene Schwierigkeitsgrade zur Auswahl - im leichten Modus sind die Rätsel vereinfacht, dafür entgehen euch natürlich auch einige der Gags und Anspielungen.
Kampf mit den Bugs
Leider haben sich während der Entwicklung von Zak:BTAS einige Fehler eingeschlichen, die bislang noch nicht behoben wurden. Diese sind oftmals recht schwerwiegend, und wenn ihr keinen geeigneten Spielstand von einem früheren Zeitpunkt habt, so müsst ihr das Spiel von vorne beginnen– sehr ärgerlich. Ein Menü mit Einstellungen, wo Cursor-Geschwindigkeit, Helligkeit und die Lautstärke von Musik und Sprachausgabe getrennt regelbar wären, fehlt gänzlich.