Böse, insektenartige Aliens in Kombonation mit abgelegenen, futuristischen Militärbasen auf einsamen, kargen Planeten bedeuten vorallem eines: Ärger, viel Ärger. Die Art von Ärger, den sich jeder eingefangen hat, der den Top-Down-Shooter "Shadowgrounds" gespielt hat. Auf einem düsteren Jupitermond galt es, mordenden Riesenviechern Einhalt zu gebieten. Jetzt, gut zwei Jahre später, verfrachtet euch Entwickler Frozenbyte ein weiteres mal ins kalte Weltall. Euer Auftrag: Der Alienbrut endgültig den Garaus machen. Hoffentlich.
Ein Hauch von Story
Die Story von "Shadowgrounds: Survivor" ist schnell erzählt: Auf dem von Menschen bevölkerten Jupiter-Mond Ganymed tauchen urplötzlich eklige, insektenartige Außerirdische auf, die skrupellos den Großteil der Bevölkerung umbringen. Kommt euch bekannt vor? Nicht verwunderlich, schließlich spielt Ihr in "Survivor" die Ereignisse des ersten Teils nochmals nach, allerdings aus einer anderen Perspektive. Was sage ich: Aus drei anderen Perspektiven! Ihr schlüpft abwechselnd in die Haut von einem ingesamt dreier Überlebender, und macht platt, was euch vor die Flinte kommt!
Auf James Camerons Spuren
"Shadowgrounds: Survivor" lebt weniger von seiner Story, die in unspektakulären Texttafeln und kleineren Zwischensequenzen erzählt wird, als von seiner tollen Atmosphäre. Organisch wirkende Level, düstere Nebelschwaden, aufwendige Licht und Schattenspiele, fiese Monster - ein trostloses, auswegloses Bild, dass von einer für das fast schon ausgestorbene Genre der Top-Down-Shooter überraschend aufwändigen Grafikengine samt Ageia-Physik betrieben wird. "Survivor" lößt seinen Vorgänger als schönsten "Von-Oben"-Ballermann ab, auch wenn im Bereich der Technik nur wenig getan hat. Und Nein, an Grafikperlen wie "Crysis" oder "Call of Duty 4" kommt das Spiel trotzdem nicht heran - das muss es auch nicht!
Gesprochen wird in "Shadowgrouns: Survivor" wenig. Gut so, wirken die deutschen Sprecher schließer eher lustlos und fehlbesetzt. Immerhin überzeugt die schaurig schöne Geräusch- und die rockige Musikkulisse.
Zeit für Helden
In "Survivor" gilt: Wenn schon durch Horden von Gegnern ballern, dann mit Stil! Entwickler Frozenbyte hat einen Teil des sicherlich eher mageren, aber exzellent genutzten Budgets sichtlich in das Waffendesign gesteckt. Man mag mich nicht falsch verstehen: Wie die Dinger aussehen, ist mir egal. Wichtig ist, wie zahlreich sie sind, und was sie anrichten. Von MG's, Scharfschützengewehren und Granaten über Raketen- und Flammenwerfen ist alles vertreten, was ordentlichen "Rums" macht! Dabei hat sich jeder der drei spielbaren Charaktere auf ein Schießeisen sowie eine individuelle Fähigkeit spezialisiert: So schaltet Amazone Isabel Larose Ihre Gegner am liebsten in Sniper-Manier aus, während Soldat Luke Giffords eher der Mann fürs Brachiale ist: Er fühlt sich vorallem mit Bleispritzern wie Maschinengewehren wohl, und klettert auch gerne mal auf den Rücken eines Monsters, um es mit einem gezielten Kopfschüss in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Zum Schluss wäre da noch das undurchsichtige Kraftpaket Bruno Lastmann, der ein Händchen für Flammenwerfer zu haben scheint.
In der Kampagne des Spiels, die in der ersten Hälfte als Flashback angelegt ist, welchselt Ihr Level für Level zwischen den verschiedenen Protagonisten, bis sich die Storylines zu einer zusammenfügen. Zusätzlich bescheren euch die Entwickler den sogenannten "Survival"-Modus. Darin gilt es, bei einer steigenden Anzahl von gegnerischen Angriffen möglichst lange zu überleben. Für Langzeitmotivation sorgt zudem ein gelungener Koop-Modus, in dem Ihr euch zusammen mit Freund oder Freundin durch die Gegnerhorden metzeln dürft sowie ein Editor, der euch die Möglichkeit bietet, eigene Karten zusammenzubasteln.
Nachfolger mit Addon-Charakter
Was man den Entwicklern ankreiden kann, sind die wenigen Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger. Grafisch gibt es, von ein paar Partikeleffekten abgesehen, eigentlich nichts frisches, auch spielerisch halten sich die Neuerung stark in Grenzen: Das Upgradesystem ist bekannt, wir müssen uns mit einem neuen Gegnertyp und wenigen neuen Waffen begnügen.