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DIE KUNST DES MORDENS: GEHEIMAKTE FBI
 Test von Christoph Kirchner (14.01.2008) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Adventure Publisher:dtp
Termin:10. Januar 2008 Entwickler:City Interactive

Sei es in Filmen oder Spielen: New York gilt als Sumpf des Verbrechens. Ob man nun den TV-Mafiaclan Sopranos nimmt, der in den Vororten des Big Apple für betonierte Füße sorgt, oder den Überwachungstaat eines "The Moment of Silence", der in einem düsteren Zukunftsszenario vorallem auf die Rechte der New Yorker pfeift – Bösewichte, Serienkiller und Verräter scheinen sich vorallem in Manhattan, Little Italy und der Bronx wohl zu fühlen. Da verwundert es auch kaum, dass euch die Entwickler von "Die Kunst des Mordens: Geheimakte FBI" ebenfalls in die düsteren Gassen der Metropole entführen. Als junge FBI-Agentin gilt es, einen mysteriösen Serienmörder zu fassen. Ob uns das gelingt, und ob die Mörderhatz tatsächlich so spannend ist, wie sie klingt, erfahrt Ihr in unserem Test.


Herzschmerz mal anders

Nicole Bonnet ist eine junge FBI-Agentin. Ein Jungspund frisch aus Quantico, der sich erst beweisen muss. Eine Tatsache, die Nicole bereits in der Introsequenz am eigenen Leib erfahren muss: Anstatt einem älteren Kollegen an einem Tatort helfen zu können, muss sie ihm erst einmal einen Kaffee besorgen. Der unfreiwillige Botendienst retten Ihr das Leben: Als sie zurückkommt, findet sie ihren Kollegen ermordert vor. Kurz nach dem Schock und der gelungenen Einstiegssequenz der nächste Rückschlag: Ihr unfreundlicher Boss möchte Ihr den Fall nicht überlassen, schiebt der Anfängerin lieber einen älteren Mord zu. Soll sie sich gefälligst daran beweisen. Also macht sich Nicole auf, den Ihr zugewiesen Fall zu lösen. In einer Villa wurde ein Mann bestialisch ermordert. Zudem hat der Täter sein Herz entfernt. Die Tat eines Serienkillers? Im Spieleverlauf mehren sich die "herzlosen" Opfer. Was hat es mit den Delikten, die wie ein Ritual wirken, auf sich, und was hat dieser Fall mit dem Tod von Nicoles Kollegen zu tun?

Die Ausgangssituation klingt sehr vielversprechend: Ein düsteres Szenario, ein irrer Serienkiller, eine junge FBI-Agentin. Umso mehr schmerzt es, dass Entwickler City Interactive das erzählerische Potential nicht nutzt. Die Story dümpelt spannungslos dahin, die Charaktere bleiben blass, alles wirkt gezwungen konstruiert. Ihr klappert streng linear die Abschnitte ab, bis schließlich eine der wohl hanebüchensten Auflösungen der Spielegeschichte über den Bildschirm flimmert. Liebe Entwickler: Dieses aus den Fingern gesaugte Ende haben wir wirklich nicht verdient.


Konservative Ermittlungsarbeit

Spielerisch erwartet euch meist Standardkost: Objekte kombinieren und reparieren, fehlende Teile einsetzen, kleinere Denkaufgaben lösen. Als kleine Hilfe fungiert Nicoles PDA, der nicht nur als Telefon, sondern auch als Foto dient. Immer mal wieder wird das Spiel durch eine "lebensgefährliche Situation" aufgelockert: So gerät Nicole im späteren Verlauf beispielsweise in die Fänge von Gangstern, und muss, angebunden an einem Stuhl, mit diesem bis zu ihrer Dienstwaffe hüpfen. Da allerdings brüchige und knarrige Stellen warten, muss der Weg sorgsam gewählt werden – sonst endet das Spiel in äußester Konsequenz mit einem Kopfschuss. Zum Glück könnt Ihr jederzeit speichern.

Der Schwierigkeitsgrad ist extrem niedrig angesiedelt. Durch die Tatsache, dass pro Hintergrund immer nur eine Handvoll Items zu finden ist, erfordert es nicht wirklich viel Kombinationsgabe, um auf die Lösungen zu kommen. Und das, obwohl der Titel nicht nur im Bereich der Story, sondern auch bei den Knobeleien so einige Logiklücken aufweißt. Wer trotzdem nicht weiter kommt, nutzt die Hilfefunktion: Auf Knopfdruck kann man sich alle relevanten Objekte anzeigen lassen. So dürften selbst blutige Anfänger keinerlei Probleme haben.


Schön steril

Die Präsentation ist gelungen. Schöne, detaillierte Hintergründe und ebenso glaubwürdige Charaktere können mit den Genregrößen mithalten. Dies ändert leider nichts daran, dass viele Abschnitte zu leblos wirken. Auch wenn es die Entwickler mit einem Umzug der FBI-Abteilung begründen: In der FBI-Zentrale sind immer nur Nicole, eine Sekretärin und Ihr Chef zugegen – bis zum Ende des Spiels. Wenn dort also bereits so intensiv gearbeitet wird, wo sind alle anderen Mitarbeiter? Bei den anderen Abschnitten ist's leider nicht besser: Kaum NPC's, wenig Bewegung, von den Rätseln und Items einmal abgesehen ebenso wenig Interaktion.

Überrascht hat uns die Akustik. City Interactive hat wirklich gute Arbeit geleistet: Nicole wurde glaubwürdig eingesprochen, auch die anderen Charaktere wirken bis auf ein paar kleine Ausnahmen glaubhaft. Ebenso hochwertig kommt der düstere Soundtrack daher, der mit seinen tiefen Bässen und subtilen Klängen perfekt zum Szenario passt, die fehlende Atmosphäre aber leider auch nicht wett machen kann. Schade: So gut die Stimmen sind, so unpassend und undurchdacht wirken viele Mono- und Dialoge.





"Geheimakte FBI" ist ein solides Adventure, dem man die fehlende Genre-Erfahrung seiner Entwickler anmerkt. Trotz schöner Optik und guter Vertonung mag nie wirklich Atmosphäre aufkommen, was nicht zuletzt an der spannungsarmen Geschichte und den unbelebten Hintergründen liegt. Ebenso schwach kommt das Rätseldesign daher, das mit seinen wenigen Hotspots und oft unlogischen Lösungswegen nicht wirklich überzeugt. Die Mörderhatz ist somit nur Spielern zu empfehlen, die die aktuelle Ladung Neuerscheinungen schon abgegrast haben, und händeringend nach neuem Futter suchen.
 
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Pro:
gelungene Optik
gute Vertonung
ordentliche Spieldauer

Contra:
kaum Atmosphäre
spannungsarme Geschichte
Logikfehler
Rätseldesign


Offizielle Website:
 artofmurder

Fansites:
 adventurespiele
 adv-kompakt
 merlins-page

Weitere Links:
 Demo



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