Ausschlussverfahren
Entschuldigt die ungewohnte, zwanghaft auf Humor getrimmte Einleitung dieses Artikels. Wirft man allerdings aktuell einen Blick auf die Welt des Profi-Radsports, merkt man schnell, dass es darin die letzten Monate wenig zu lachen gab. Auch das "RSM"-Entwicklerteam zieht aus den Skandalen der letzten Zeit Konsequenzen, hat die meisten der mittlerweile ausgeschiedenen Fahrer aus dem Spiel entfernt. Da es freilich auch für Software einen Abgabetermin gibt, finden sich dennoch einige jüngst belastete Profis im Programm. Die eifrige Community liefert aber recht fix aktualisierte Datenbanken, so unserer Erfahrung der letzten Jahre, per Mod nach. Ob sich die aktuellen Geschehnisse auch auf die Verkaufszahlen des Managers niederschlagen, bleibt zu bezweifeln: In der zweiten Juliwoche war Cyanides Titel bereits in den deutschen Verkaufscharts vertreten. Ein gutes Zeichen, vorallem für den Sport.
Alle Jahre wieder
Mit dem neusten Update des "Radsport Managers" behaupten die Entwickler auch dieses Jahr das absolute Radl-Genremonopol für sich. Das Programm hat sich die letzten Jahre stetig weiterentwickelt und ist in dieser Form absolut konkurrenzlos. Dies hat Vorteile, vorallem für den jährlichen Finanzbericht der Entwickler, aber auch gewisse Nachteile für uns Spieler. Klar, das Programm ist auch dieses Jahr äußerst spielenswert, bietet einige neue Features, Spieltiefe und wird so den Großteil der Radsportfans zufrieden stellen. Die fehlende Konkurrenz und die guten Verkaufszahlen werden Cyanide jedoch auch nächstes Jahr kaum dazu treiben, größer angelegte Änderungen am Programm vorzunehmen. Wie wäre es beispielsweise mit einer zeitgemäßen 3D-Engine? Die Menüs hat man dieses Jahr deutlich besser strukturiert, und dem Layout gängiger Managerspiele angepasst. Aber auch im Hinblick der Gesamtpräsentation sollte über eine Generalüberholung nachgedacht werden. Man verstehe mich icht falsch, der Titel hat sich auf dieses Jahr seine "gute" Wertung verdient, dennoch sollte man sich als Besitzer der letztjährigen Version ernsthaft überlegen, ob es sich lohnt, knapp 40 € für die recht wenigen Änderungen hinzublättern. Eine Frage, mit der sich jedoch auch Fans der jährlichen EA-Updates herumquälen müssen.
Das Spielkonzept des Radsportmanagers sollte weitestgehend bekannt sein. Hier einer kleiner Crashkurs für Neulinge: Ihr startet als Oberhaupt eines eigenen Rennstalls, fördert Fahrer, verhandelt mit Sponsoren, beeinflusst die Rennen, kümmert euch um das Material, entwickelt Fahrstrategien. Diese Aktionen erledigt Ihr in genretypischen Menüs, jedoch steht euch auch ein 3D-Modus zur Verfügung, in welchem Ihr die Rennen wahlweise in Echtzeit oder in Zeitrafferfunktion beobachten und per Befehlsleiste auch beeinflussen könnt.
Was gibt's neues?
Das Spielprinzip hat sich im Vergleich zu den Vorjahren nicht geändert, wurde jedoch mit einigen neuen Features erweitert. Beispielsweise habt Ihr nun die Möglichkeit, absolvierte 3D-Rennen nochmals im Replay anzusehen. Optisch wurde die Qualität des Straßenbelags und die Umgebung etwas verbessert – wirklich hüsch sind die Rennen jedoch immer noch nicht. Die wichtigste Neuerung dürfte der beinflussbare Simulationsmodus sein. So könnt Ihr bestimmte Posten, wie beispielsweise den des Wasserträgers, endlich selbst festlegen. Außerdem besteht dieses Jahr die Möglichkeit, gegnerische Fahrer von einem eurer Strampler beobachten zu lassen, um Daten und etwaige Schwächen herauszufinden. Außerdem hat man das Transfersystem etwas überarbeitet. Das aufgeräumtere Menü wurde ja bereits erwähnt.
Flick-Flack
Die Grundlage unseres Tests ist die gepatchte Verkaufsversion 1.0.1.0. Das Update bügelt bereits einige der bisher bekannten Programmfehler aus und verbessert die Stabilität. Trotzdem klagen viele Spieler noch über Bugs, Speicherprobleme und Abstürze. Ein wirklich Lob hat sich die Qualitätssicherung des Entwicklers nicht verdient, da musste das Spiel wohl um jeden Preis wieder pünktlich zum Start der Tour de France fertig werden. Ebenfalls wieder mit von der Partie sind die horrenden Hardwareanforderungen im 3D Modus, die in keinem Verhältnis zur Optik stehen. Zwar wurde die Performance mit dem Patch etwas erhöht, die gelegentlichen Ruckler und die niedrige Framerate von 20 – 30 FPS auf unserem System (Core2Duo: 2 x 3.00 Ghz, Geforce 8800 GTX und 4096 MB RAM) sind dennoch kaum nachvollziehbar.