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TEST DRIVE UNLIMITED
 Test von Christoph Kirchner (21.04.2007) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Rennspiel Publisher:Atari
Termin:02. März 2007 Entwickler:Eden Games

Ein wirklicher Garant für Qualität war die Test Drive Reihe noch nie. Die Tatsache, dass der erste Teil dank seiner 3D Optik das Genre der Rennspiele Ende der Achtzigerjahre, trotz spielerischer Mängel, revolutionierte - lange vor dem ersten "Need for Speed" - hielt die Serie jedoch am Leben. Entwickler wurden gewechselt, Jahr für Jahr ein neuer Teil veröffentlicht - an Qualität mangelte es. So kam es auch, dass die Serie Ende 1999 entgültig eingestampft wurde - so schien es. Da lagen sie nun, die Rechte. Ganze sieben Jahre dauerte es, bis sich ein Entwickler namens Eden Games aufmachte, einen neuen Anlauf zu wagen. Ende 2006 erschien "Test Drive Unlimited", zunächst für die Xbox 360, Mitte März 2007 dann auch für den PC. Und siehe da: das NextGen - Debüt ist, trotz kleinerer Mängel, nicht nur der bisher beste Teil der Reihe, sondern lässt sich, wie schon der erste Teil, ebenfalls als kleine Genrerevolution bezeichnen. Die PC - Version im Test.


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Neuanfang

Man kennt's ja: Scheiß Job, scheiß Wohnung, scheiß Leben! Mal ehrlich: der ein oder andere hätte gegen einen Neuanfang sicher nichts einzuwenden. Ganz genauso wie euer alter Ego in "Test Drive Unlimited". Zu Beginn findet ihr euch auf einem Flughafen wieder - vor euch eine Schlange verschiedenster Persönlichkeiten. Willkommen im Charakterauswahlmenü! Wählen könnt ihr aus männlichen wie weiblichen Charakteren - spielerisch wirkt sich das Ganze allerdings nicht aus. Habt ihr euch entschieden, geht's im Flugzeit Richtung Hawaii - mit 200.000 $ Startkapital in der Tasche! Auf der sonnigen Insel angekommen, muss erstmal ein Fahrzeug her, am besten ein schicker Mietwagen. Wir entscheiden uns für einen Audi Cabrio mit ordentlichem "Wums"! Doch die Mietzeit ist begrenzt, klar - Zeit für einen eigenen Flitzer! Doch wo stellen wir das Gefährt ab? Ein schickes Eigenheim scheint wohl unumgänglich zu sein. Die ersten 150000 $ wandern also in einen ordentlichen Wohnsitz. Mal sehen, welchen fahrbaren Untersatz wir für gut 50000 $ noch bekommen. Ein schicker Saturn für moderate 23000 $ lächelt uns beim örtlichen Händler an - gekauft! Eigenheim bezogen, Flitzer in der Garage, Insel erkundet - Zeit für ein erstes Rennen. Per Navigationssystem und hilfreicher Karte fahren wir zum ersten Austragungsort. 3 - 2- 1- Go! Nach knapp drei Minuten ist der Sieg unser. Wie es nun weiter geht? Nun, das liegt ganz bei euch ...


Mach doch was du willst!

"Test Drive Unlimited" lässt sich schwer einem Genrevertreter zuordnen. Vielmehr dürft ihr euch nach dem Installationsvorgang auf eine Mischung von "Need for Speed", "Grand Theft Auto", "Juiced" und "Auto Assault" freuen. Was ihr wann und wo tut, liegt ganz bei euch, schließlich haben die Entwickler die hawaiianische Insel Oahu originalgetreu nachgebaut - und die ist größer als man zu Beginn denken mag! Das weltweit erste M.O.O.R. (Massively Open Online Racing) bietet euch ein knapp 1600 km langes und frei befahrbares Straßennetz - als natürlich Absperrung dient lediglich das Meer. Wahnsinn! Über 90 lizensierte Boliden dürfen gefahren und bei Händlern, die ihr überall auf der Insel findet, ver- und gekauft werden. Mit dabei: Mercedes, Lamborghini, Ferrari, Audi, Aston Martin und und und. Habt ihr alle Autohändler der Insel ausfindig gemacht, könnt ihr das Eiland auch auf zwei Rädern erkunden. Die Motorräder steuern sich, im Gegensatz zu den Autos, allerdings viel zu schwammig - Rennen lassen sich damit nur schwer gewinnen. Auf vier Rädern überzeugt das (in der PC Version konfigurierbare) Fahrmodell: Nicht zu anspruchsvoll, aber auch nicht übertrieben arcadelastig - jeder Wagen fährt sich unterschiedlich, das Geschwindigkeitsgefühl ist klasse, Rempler und Ausflüge in den Straßengraben werden schonmal mit Ausbrüchen quittiert.

Fahrspaß wird in "Test Drive Unlimited" eh groß geschrieben: da macht es alleine schon Freude, einfach mal eine halbe Stunde Oahu zu erkunden. Doch keine Angst: An Aufgaben fehlt es nicht. So absolviert ihr nicht nur Rennen, sondern bringt beispielsweise ein Paket oder einen Fahrgast möglichst schnell von A nach B oder überführt einen Wagen, am besten ohne ihn zu beschädigen. Ähnlich wie in "GTA: San Andreas" könnt ihr mit dem verdienten Geld weitere Villen und Fahrzeuge kaufen, euch neu einkleiden oder auf Rennen wetten. Zu tun gibt es also genug, trotzdem hält sich die Langzeitmotivation in Grenzen. Dies liegt zum einen daran, dass die Entwickler zugunsten der Freiheit komplett auf einen Story und einen echten Karrieremodus verzichtet haben, zum anderen, dass sich, in Relation zur Größe der Insel, im Onlinemodus (dieser funktioniert exakt wie der Offlinepart, allerdings können Rennen, Wetten etc. mit realen Spielern veranstaltet werden) aktuell viel zu wenige Spieler aufhalten. So hat man sich am wunderschönen, aber etwas eintönigen Setting und den sich wiederholenden Aufgaben leider viel zu schnell sattgesehen - auf eine Herausforderung in Form eines menschlichen Gegenspielers trifft man in vielen Ecken der Insel leider selten.


Das schnelle Geld

Das Balancing lässt leider ebenfalls zu wünschen übrig. So werden durchaus anspruchsvolle Rennen und bockschwere Missionen oft zu gering vergütet, während man für etwas längere, aber kinderleichte Aufgaben, wie beispielsweise Überführungsfahrten, mal eben 100000 $ gutgeschrieben bekommt. Die ebenfalls existente Polizei stellt sich meist leider auch nicht gerade intelligent an - spannende Verfolgungsjagden gibt es kaum. Wird man dann doch einmal erwischt, tut der fällige Minimalbetrag einem halbwegs erfolgreichen Rennfahrer nicht wirklich weh. Naja.


Another Day in Paradise

Optisch präsentiert sich Ataris Titel äußerst gelungen. Angefangen beim stimmungsvollen Intro, den guten Sounds und den fast schon fotorealistisch wirkenden Wagenmodellen, über die detaillierte Umgebung - hier gibt es kaum etwas zu meckern. Das Setting nutzt sich, wie bereits erwähnt, allerdings schnell ab, außerdem wiederholen sich Objekte, Texturen und Strukturen zu häufig. Wenig Moderat sind auch die Hardwareanforderungen: Selbst mit einem 3 Ghz Rechner, ausreichend RAM und einer aktuellen Grafikkarte sollte man das Aktivieren von Antialiasing und die höchste Qualitätsstufe meiden. Eden Games werkelt laut jüngsten Informationen bereits an einem Patch, der die Performace erhöhen, und einige Bugfixes mit sich bringen soll - wir sind gespannt.

Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:






Mit "TDU" ist Eden Games eine kleine Revolution gelungen. Eine wunderschöne, riesige und frei befahrbare Insel, die dank Onlinemodus als Spielplatz für tausende Spieler fungiert, massenhaft lizensierte Fahrzeuge, interessante Missionen und ungeheuer viel Potential sollten dem Titel eigentlich den Genrethron sichern. Eigentlich. Zum jetzigen Zeitpunkt will das Konzept aber noch nicht so recht funktionieren. Es gibt zu wenige Mitspieler, das Balancing passt nicht, Offline tritt schnell Ernüchterung ein. Man darf gespannt sein, wie sich der Titel noch entwickeln wird.
 
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Pro:
riesige, frei befahrbare Insel
massenhaft lizenzierte Fahrzeuge
hübsche Optik
knackige Motorensounds
tolles Fahrgefühl
sehr einsteiger-freundlich

Contra:
offline schnell öde
Balancing nicht optimal
hohe Hardware- anforderungen
online oft zu wenige Mitspieler


Offizielle Website:
 testdriveunl.

Fansites:
 gameprophets

Weitere Links:
 E3
 Überblicks-Trailer



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