Ihr denkt, euer heimischer Garten besteht nur aus öden Grashalmen und hässlichen Gartenzwergen Marke Hornbach? Mit seinem Film "Arthur und die Minimoys" belehrt euch Frankreichs Kult - Regisseur Luc Besson ("Leon der Profi", "Nikita") eines Besseren. Im Grün vieler Vorgärten haust das Volk der Minimoys, kleine zwergenartige Wesen, die sich ihres unbeschwerten Lebens erfreuen. In der Haut des zum Minimoy gewordenen Menschenjungen Arthur müsst ihr im offiziellen Begleitspiel zu Bessons neustem Streifen die Existenz der putzige Wesen sichern. Es droht schließlich nicht nur der Untergang ihres Lebensraums, sondern auch ein Angriff der Seiden - fieses Getier, das die Minimoys versklaven möchte.
Auf Schatzsuche
Die außergewöhnliche Story ist recht fix erzählt: Als sich ein Immobilien-Hai Haus und Grundstück von Arthurs Großmutter unter den Nagel reißen will, schlagen beim zehnjährigen Schüler die Alarmglocken. Von seinem Großvater weiß er, dass im Garten des Grundstücks eine eigene Welt, die der Minimoys, existiert. Vor langer Zeit hat der alte Herr außerdem einen wertvollen Schatz in genau dieser Welt versteckt, zu allem Übel aber den exakten Standort vergessen. Freiwillig geschrumpft macht sich Arthur mit seinen Minimoy - Freunden Betaméche und Selenia auf die Suche nach dem Schatz, um damit den Schuldenberg seiner Großeltern begleichen zu können und somit Haus, Hof und die Welt der Minimoys zu retten. Bis Arthur und seine zwei Gefährten das Geheimnis um den Schatz lüften, gilt es, zahlreichen Abenteuer und Gefahren zu bestehen. Vorallem die Seiden, hässliche Viecher, die die Minimoys versklaven wollen, machen den Helden immer wieder das Leben schwer.
Die Mischung macht's
Spielerisch bietet "Arthur und die Minimoys" eine Mischung aus Rätsel, Jump 'n Run und Actioneinlagen. So löst ihr diverse Schalter und Schieberätsel, sammelt Gegenstände wie Libelleneier, die euch mit frischer Lebensenergie versorgen, kloppt euch mit Seiden oder klettert, springt und hangelt euch durch die kunterbunten Szenarien. Immer wieder lockern spaßige Minispiele, z.B. das Kicken mit Pollenkugeln oder eine nervenaufreibende Hetzjagt in einem Spielzeugauto sowie die hübschen Zwischensequenzen das sich oft wiederholende Gameplay auf.
Für weitere Langzeitmotivation sorgen zudem zahlreiche freischaltbare Fähigkeiten und Extras, wie bessere Schlagcombos und neue Fähigkeiten. Hat man gewisse Abschnitte des Spiels absolviert, darf man sich außerdem auf Bonusmaterial wie Spieletrailer sowie kleine Making of's freuen, die über das Hauptmenü anwählbar sind. Das absolute Highlight stellt ein Videointerview mit Regiesseur Luc Besson da, das ihr euch allerdings erst nach dem Durchspielen des Titels zu Gemüte führen könnt.
Nimm drei
Ihr startet das Spiel zwar als Arthur, habt nach dem gelungenen Tutorial aber bereits die Möglichkeit, zu jeder Zeit in die Haut von Betaméche oder Selina zu schlüpfen. An vielen Stellen ist dies auch zwingend erforderlich, schließlich besitzt jeder Charakter besondere Fähigkeiten. So ist Arthur ein guter Kletterer, Betaméche im Fern-, seine Schwester Selenia im Nahkampf besonders begabt. Genrefreunde fühlen sich zurecht an "Lego Star Wars" erinnert.
Die Sache mit der Kamera
Alles in allem wurde "Arthur und die Minimoys" gut auf den PC portiert. Die Tastatursteuerung passt - besser geht das Spiel freilich mit einem Gamepad von der Hand. Portierungstypisch macht die Kamera starke Probleme: Die unglücklich gewählten und mit Maus und Tastatur nicht justierbaren Winkel erschweren die Steuerung oft dramatisch. Mit dem Gamepad kann man minimal nachbessern, doch selbst hier sind Frustmomente keine Seltenheit.
Grafisch überzeugt der Titel mit kunterbunten und schön gestalteten Leveln, hübschen Charaktermodellen und tollen Animationen. Die kantigen und mitunter etwas tristen Umgebungen rühren von der Konsolenherkunft: "Arthur und die Minimoys" wurde noch für die vorherige Konsolengeneration entwickelt. Akustisch geht der Titel inordnung, was vorallem am epischen Soundtrack liegt. Die Synchronisation ist passabel, erreicht aber bei weitem nicht die Qualität der Filmvorlage - auf die Originalsprecher des Kinostreifens müsst ihr leider verzichten.