Der Nachfolger zu einem der erfolgreichsten Star Wars Spiele ist endlich da: „Lego Star Wars 2“ widmet sich diesmal der klassischen Star Wars Trilogie und vertraut auf das Spielprinzip des Vorgängers, baut dieses aber noch aus. Wir verraten euch in unserem Review, ob Ihr das Spiel kaufen solltet oder nicht.
Die Rebellion beginnt
Wie schon in der Einleitung erwähnt, umfasst „Lego Star Wars 2“ die klassische Star Wars Trilogie, also die Episoden 4 bis 6. Das Spiel beginnt dort, wo auch der erste Film beginnt, an Bord der corellianischen Corvette über dem Planeten Tatooine. Anschließend besucht ihr viele weitere bekannte Schauplätze aus den Filmen, allerdings bekommt man auch Dinge zu sehen, die so nicht in den Filmen vorkamen. Diese Abschnitte fügen sich sehr gut in die Story ein und zeigen zum Beispiel, wie Leia in Jabbas Palast hineinkommt. Bereits beim Vorgänger nahmen es die Entwickler nicht allzu ernst mit der Story, auch in „Lego Star Wars 2“ ist dies der Fall. Immer wieder gibt es viele Kleinigkeiten und witzige Situationen zu entdecken. Wer hätte etwa gedacht, dass auf dem Todesstern Sturmtruppen zum Fensterputzen eingesetzt werden?
Von A nach B
Im Prinzip bewegt ihr euch in den einzelnen Levels nur von A nach B, der Weg ist allerdings alles andere als leicht. Immer wieder gibt es kleinere Rätsel zu lösen, dazu zählen das Verschieben von Kisten, das gleichzeitige Drücken von Schaltern am Boden oder das Erreichen einer bestimmten Farbkombination für das Schloss einer Tür. Da ihr während der Missionen nie alleine unterwegs seid, kommen die Fähigkeiten der verschiedenen Charaktere regelmäßig zum Einsatz. Zu diesem Zweck kann jederzeit zwischen den verschiedenen Figuren gewechselt werden, dadurch öffnet man mit C3-PO oder R2-D2 Türen, benutzt die Macht von Obi-Wan oder Luke und verwendet den Enterhaken der Blaster. Bevor etwa der Millenium Falcon aus der Landebucht des Todessterns verschwinden kann, müssen vier Schalter aktiviert werden, alle auf unterschiedliche Art und Weise. Um später ins Ewokdorf zu gelangen, stehen erst noch einige Schildgeneratoren und Gegner im Weg, die es zu beseitigen gilt. Die Level sind insgesamt recht gut durchdacht, in seltenen Fällen ist die Lösung eines Problems aber nicht immer zu 100% sofort ersichtlich. In einigen Einsätzen dürft ihr euch auch hinter das Steuer eines Fahrzeugs schwingen, dazu zählen X-Wing Jäger beim Angriff auf den ersten Todesstern, Snowspeeder auf Hoth oder Speederbikes im Wald von Endor.
Wenn einer eurer Charaktere mal sterben sollte, ist dies kein Beinbruch. Jeder von ihnen hat vier volle Herzen mit Lebensenergie, bei jedem Treffer verschwindet eines. Macht aber nichts, denn Gegner und zerstörte Objekte lassen regelmäßig neue fallen, die eure Energie wieder erhöhen. Sollte es euch doch mal erwischen, wird lediglich eine bestimmte Summe an Credits von eurem gesammelten Geld abgezogen, theoretisch könnt ihr also so oft auseinanderfallen wie ihr wollt. Wenn die Anzahl der Credits innerhalb eines Levels bei 0 angelangt ist, könnt ihr aber keine weiteren mehr verlieren, in den Minusbereich wandert die Zahl nämlich nicht.
Auf Shoppingtour
In den verschiedenen Levels gibt es dutzende Gegenstände, die sich zerstören lassen. Fast jeder davon belohnt euch mit silbernen, goldenen oder blauen Legosteinen, die am Ende in Credits umgetauscht werden. Ein silberner Stein bringt 10, ein goldener 100 und ein blauer Stein ganze 1.000 Credits. Die werden nach einer Mission eurem Gesamtkonto gutschreiben, in der Cantina könnt ihr diese dann für verschiedene Dinge eintauschen: Neue Charaktere, Fahrzeuge, Cheats und andere Extras. Neben den Steinen gibt es noch andere Dinge, die es sich zu Sammeln lohnt, etwa die Minikit-Behälter. In jedem Abschnitt findet ihr 10 Stück davon, beim ersten Durchspielen können diese übrigens nicht alle komplett gesammelt werden. Solltet ihr aber dann doch alle bekommen, werden dadurch weitere neue Fahrzeuge freigeschaltet, außerdem gibt es eine Extrasumme an Credits.
Am besten funktioniert dies im Spielmodus „Freies Spiel“. Dieser steht euch nach Abschluss der einzelnen Missionen zur Verfügung. Während in den Storyabschnitten lediglich vorgegebene Charaktere unterwegs sind, könnt ihr dort zu jedem Zeitpunkt zwischen den diversen Figuren umherschalten. So gelangt ihr etwa durch Türen, die vorher nur von Kopfgeldjägern oder Sturmtruppen passiert werden können. Auch sind bestimmte Stellen so leichter zu erreichen, Jedi zum Beispiel können etwas höher und weiter springen als andere Charaktere. In der Cantina können für den freien Spielmodus sogar zwei eigene Charaktere aus diversen vorgegebenen Teilen zusammengesetzt werden, sodass am Ende dann Figuren wie „Prinzessin Han Skywalker“ oder „Darth Leia“ herauskommen. Wer noch das erste „Lego Star Wars“ mitsamt Spielständen auf der Festplatte hat, kann diese beim Barkeeper gegen einige Credits importieren. So steigt die Zahl der spielbaren Charaktere nochmals deutlich an.
Knuffige Klötzchen
„Lego Star Wars 2“ überzeugt von Anfang an mit seiner stimmigen und liebevollen Grafik, auch wenn diese nicht zur absoluten Spitze gehört. Die Levelabschnitte wurden mit viel Liebe zum Detail gestaltet, dazu gibt es diverse zerstörbare Objekte. Die Legofiguren sind übrigens sehr schön animiert worden. Die Effekte können ebenfalls größtenteils überzeugen, einziger Schwachpunkt sind die Zwischensequenzen mit meist weniger aufwendigen Hintergrundgrafiken und Explosionen. Beim Sound gibt es nichts zu bemängeln. Die bekannte Star Wars Musik tönt ebenso aus den Lautsprechern wie die bekannten Geräusche der Lichtschwerter oder Blaster. Sprachausgabe gibt es übrigens im ganzen Spiel nicht, was aber auch nicht stört.
Die Steuerung lässt sich in den Optionen bequem und frei an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Dabei habt ihr die Wahl zwischen Tastatur, Joystick und Gamepad. Im Spiel selbst funktioniert dies sehr gut, obwohl man sich bei den Fahrzeugen erst kurze Zeit an die Kontrolle gewöhnen muss. Danach klappt dies aber wunderbar; Probleme gibt es an manchen Stellen lediglich mit der Kameraposition.
Wer gerne gemeinsam mit einem Freund spielt, freut sich über den kooperativen Spielmodus. Der zweite Spieler kann dabei per Tastendruck zu jeder Zeit einsteigen und an eurer Seite kämpfen, indem er einen der anderen Charaktere übernimmt, die sowieso immer hinter euch herlaufen. Leider funktioniert dies aber nur an einem einzelnen PC. Über Netzwerk oder Internet ist dies nicht möglich. Ebenfalls schade, dass es auch sonst keinen Multiplayer-Modus gibt, der sicher machbar gewesen wäre.