Nach einem doch recht nüchternen „Angel of Darkness“-Ableger kehrt Videospiel- und Busenikone Lara Croft nun wieder auf heimische Bildschirme zurück. Und mit „Legend“ wollen die Entwickler alles besser machen und der alteingesessenen Serie zu neuem Ruhm verhelfen. Warum die Rechnung aufgeht und was genau nun „Tomb Raider: Legend“ zu bieten hat, verrät unser Review.
Mystische Geschichte
Die eigentliche Story des Spiels wird nur häppchenweise offenbart. Letzten Endes geht es darum, dass Lara verschiedene Teile eines mystischen Schwertes finden muss und dabei um die halbe Weltkugel reist. Dabei wird das Geschehen durch hübsch inszenierte Zwischensequenzen vorangetrieben. Die Geschichte steckt dabei voller Überraschungen und wird sehr spannend inszeniert, weshalb wir an dieser Stelle auch kein weiteres Wort mehr darüber verlieren wollen, um euch den Spass nicht zu verderben.
Lasziv und beweglich
In den verschiedenen Arealen (von Ghana über Peru nach Kasachstan…) kämpft, klettert, schwimmt und hangelt sich Lara von einem Zielpunkt zum Nächsten. Nicht selten muten die Klettereinlagen an wie die eines gewissen persischen Prinzen, das soll dem Titel aber keinesfalls als Nachteil angerechnet werden.
Die Levelabschnitte sind sehr klar strukturiert, wirklichen Bewegungs- spielraum habt ihr so leider kaum. Um aber ein wenig Abwechslung in die einzelnen Abschnitte zu bringen, haben die Macher überall in den Arealen verschiedene Schätze versteckt. Habt ihr eine gewisse Anzahl davon gefunden, schaltet ihr Extra-Boni frei. Unterm Strich ist es nicht notwendig, nach diesen Artefakten Ausschau zu halten, motivieren kann dieses zusätzliche Feature aber allemal.
Böse Buben
Zwischen den Hüpf-, Schwimm- und Klettereinlagen müsst ihr euch immer wieder mit gut bewaffneten Söldnern anlegen. Diese werden per Druck auf „G“ anvisiert, sodann feuert ihr Salven mit der linken Maustaste ab. Das Waffenarsenal besteht dabei zum einen aus Laras beiden Standardpistolen (die über unendlich Munition verfügen) sowie separaten Waffen, die ihr erledigten Feinden abnehmt.
Um die Gefechte ein wenig actionreicher zu inszenieren, wird manchmal ein Ausrufezeichen auf dem Bildschirm eingeblendet. Drückt ihr nun die „E-Taste“, schießt Lara genau in diese Richtung und löst dadurch besondere Spezialangriffe aus (beispielsweise fliegen so einige TNT-Fässer hübsch in die Luft).
Push the Button!
In bestimmten Abschnitten erfolgen zudem Quick-Time-Events, die ein wenig an „Resident Evil 4“ erinnern: Binnen einer kurzer Frist müsst ihr die auf dem Bildschirm angezeigten Knöpfe drücken, um so einem Monster zu entgehen oder einer Falle auszuweichen. Diese QTEs stellen eine mehr als gelungene Abwechslung zum üblichen Gameplay dar, da sie sehr dramatisch inszeniert wurden; Daumen hoch!
Wir kennen nix Quicksave
Gespeichert wird ab und an automatisch; der Titel verfügt über Kontrollpunkte, an denen das Spiel nach Laras Ableben erneut begonnen werden kann. Auch wenn eine Quicksave-Funktion fehlt, ist dieser Punkt nicht weiter negativ zu bewerten. Diese Checkpoints sind fair verteilt, es kommt nur selten Frust ihretwegen auf.
Fahrzeugpracht
Neuerdings steigt Lara in einigen Abschnitten auch auf ein Motorrad, um die bösen Buben so beispielsweise durch eine abgelege Wüste zu scheuchen. Die Steuerung ist dabei recht simpel ausgefallen, mit „A“ und „D“ fahrt ihr zur Seite, mit der linken Maustaste feuert ihr weiterhin auf alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Diese Levels sind zwar nicht unbedingt der Höhepunkt des Spiels, machen aber durchaus Laune.
Sexy wie immer!
Technisch gibt sich die „alte neue“ Lara kaum eine Blöße. Die Umgebungen wurden sehr hübsch gestaltet, es gibt ansprechende Licht- und Schatteneffekte zu bewundern. Nur bei den Charakteren wurden leider zu viele Polygone gespart.
Aufgrund der abwechslungsreichen Szenarien gleicht kein Abschnitt dem anderen, weshalb euch „Tomb Raider: Legend“ während der knapp acht Stunden Spielzeit kaum langweiligen wird; von einigen etwas gestreckten Spielabschnitten einmal abgesehen. Die Synchronsprecher machen indes einen guten Job, da gibt es nicht wirklich etwas zu meckern. Weshalb ich mit einem freudigen Grinsen auf dem Gesicht sagen kann: Lara is back! Ein extrem gelungenes und sehr spaßiges Comeback!