Es gibt Spiele, die brauchen weder Spitzengrafik, Gewalt noch viele Innovationen. Doch allzu oft bereut der geduldige Tester ein Spiel dieser Art überhaupt auf seine Festplatte gebannt zu haben . Ob KAO 2 eine Ausnahme ist? Findet es selbst heraus – in unserem Review.
Wer braucht schon Gordon Freeman
Nein, keine Angst. In diesem Review fange ich sicherlich nicht wieder mit irrationalen Half Life 2 Vergleichen an. Ein Gegenüberstellen beider Spiele käme sicherlich einer gewissen Dreistigkeit zugleich.
In KAO 2 spielt ihr ein mit Boxhandschuhen, später mit Bumerang und anderen Utensilien ausgerüstetes Känguru und meistert in bester Jump'n'Run Manier 20 abwechslungsreiche Levels.
Doch lasst euch nicht von dem etwas, ich gebe zu, gewöhnungsbedürftigen Hauptcharakter abschrecken. Denn hinter KAO 2 verbirgt sich ein erfrischend kurzweiliges Jump'n'Run Adventure das sowohl Kinder als auch erwachsene Fans des Genres begeistern wird.
Jägermeister!
Dass „Tiere entführen“ nicht gerade ein Kavaliersdelikt ist scheint unserem Bösewicht, den Jäger, kaum zu stören. Verzweifelt bittet uns (der unfreiwillig komische) Papagei im Namen der Tiere um Hilfe. Wir nehmen natürlich an – so eine Ungerechtigkeit lassen wir dem Bananenbieger sicherlich nicht durchgehen!
Somit beginnt unsere Reise zu Land, zu Wasser und auch in der Luft. Immer das Ziel vor Augen unsere tierischen Freunde aus den Klauen des „Bad Boys“ zu retten.
So hüpfen wir durch einen mysteriösen Wald, werden von einem Riesenbären verfolgt, sammeln Gegenstände und Münzen, lösen eher anspruchslose Rätsel oder weichen auf unserem Snowboard diversen Hindernissen aus.
Die verschiedenen Szenerien sind herrlich abwechslungsreich und lassen kaum Langeweile aufkommen. Immer wieder muss man(n) zugegebenermaßen über die niedlichen Cutscenes und Animationen schmunzeln.
Ein Wiedersehen mit alten Freunden
Auch wenn die Grafik eher niedrig aufgelöst und manche Textur ein wenig einseitig wirkt – Die kunterbunte, comicartige Grafik ist durchaus stimmig und erinnert angenehm an die guten alten, Konsolenveteranen bekannten Zelda oder Mario Spiele.
Der Sound ist, wie bei vielen Jump'n'Runs, leider nur unteres Mittelmaß. Die Dudelmusik nervt auf Dauer. Die Synchronstimmen sind zwar durchaus gut gelungen, wirken aber, da sie auf die jüngeren Spieler abgestimmt sind, auf Spieler jenseits der zehn Jahre des Öfteren unfreiwillig komisch.
Ein Blick in die Abgründe!
KAO 2 spielt sich flott und flüssig. Das Leveldesign ist abwechslungsreich gestaltet – wer mit reinen Aufsammel- und Jump'n'Run-Einlagen rechnete, hat sich bitter getäuscht. So liefern wir uns beispielsweise Bootrennen oder fliegen eine Runde auf dem Rücken unseres Freundes „Carlos – dem verrückten Pelikan“.
Jüngere Spieler kann der teilweise etwas happige Schwierigkeitsgrad jedoch, gerade ab der zweiten Hälfte des Spiels, öfters einmal überfordern (Im Notfall also lieber einmal den großen Bruder zu Hilfe holen!).
Ein weitere Kritikpunkt ist die unsaubere Kameraführung: Ich kann die Kamera zwar selbst mit den rechten Pfeiltasten bewegen, aber eine Maussteuerung, was mir durchaus besser gefallen hätte, gibt es nicht. So werden einige sonst einfache Hüpfeinlagen zur wahren Geduldsprobe.
Auch die Steuerung haben die Entwickler von „Tate“ nicht perfekt hinbekommen: So muss man für Zusatzeinlagen wie Bumerangwürfe oder die kurzweiligen Gegnerkämpfe durchaus eine kleine Runde „Fingertwister“ auf der Tastatur spielen. Erfreulicherweise lassen sich die Tastenbelegungen auf Wunsch ändern.