Wen interessieren schon historische Szenarien, wenn er sich auf den Schlachtfeldern der Zukunft austoben kann? Denn genau dorthin versetzt uns der neue Pandemic-Titel “Star Wars: Battlefront”. Egal ob auf Seiten der Rebellen, des Imperiums oder mit den Kampfdroiden der KUS - das Spiel verspricht eine Menge Spaß. Ob dieses Versprechen auch eingehalten wird? Erfahren Sie es in unserem Test.
Feuer frei für Battlefront
Vor langer Zeit, in einem Universum, weit weit weg...diese Worte verbindet jeder automatisch mit der “Star Wars”-Saga die George Lucas der Welt geschenkt hat. Bilder von Lichtschwert schwingenden Jedi-Rittern kommen uns in den Sinn, Raumschiffe, Pelztierchen im Groß- und Kleinformat. Und natürlich die atemberaubenden Schlachten zwischen Gut und Böse um die Vorherrschaft der Galaxis. Just jene Kämpfe sind es, in die man als Spieler nun eingreifen kann. Denn “Star Wars: Battlefront” bewegt sich abseits der üblichen Linzenzspiel-Wege. Nicht der große Held ist es, der gespielt wird, sondern der kleine Soldat, ohne Machtfirlefanz.
Das Battlefield der Zukunft
Gleich vorweg: ja, “Star Wars: Battlefront” ist stark an das Konzept der Battlefield-Spiele angelehnt, erweitert das ganze aber um ein paar nette Features. Wie gewohnt stehen sich zwei Spieler-Teams gegenüber, die versuchen, über die Karten verteilte Kommandopunkte einzunehmen, um dem Gegner den Nachschub abzuschneiden. Wer mehr als die Hälfte dieser Punkte besetzt, entzieht dem Gegner permanent die Anzahl der verbleibenden Tode, die erlitten werden dürfen. Fällt dieser Wert auf Null, oder hat eine Partei alle Punkte besetzt, ist das Match entschieden.
Vor dem Einsatz steht natürlich die Auswahl von Team und Klasse. Der Teams gibt es 4: Rebellen und Imperium, bekannt aus der klassischen “Star Wars”-Trilogie, beziehungsweise Republik und KUS (Konföderation Unabhängiger Systeme), die Konfliktparteien der neuen Filme. Die meisten der jeweiligen Einheiten sind bereits alte Bekannte, zumindest was das optische betrifft. Diese sind nicht nur gut gewählt und untereinander ausbalanciert sondern sorgen auch für die richtige Atmosphäre. Fünf verschiedene Einheiten mit unterschiedlichen Aufgabengebieten stehen jeder Kriegspartei zur Verfügung.
Wir brauchen Waffen. Viele Waffen
Der Standard-Soldat, egal welcher Fraktion er angehört, ist mit einem durchschlagskräftigen Schnellfeuergewehr ausgestattet, ideal für Sturmangriffe. Um Fahrzeuge und Geschützstellungen zu knacken gibt es schwer bewaffnete Einheiten - nichts knallt so schön wie ein Raketenwerfer. Piloten haben zwar kein Vorrecht auf Fahr- und Flugzeuge, dafür reparieren sie ein besetztes Vehikel aber permanent oder setzen Geschütze wieder in Stand. Außerdem liefern sie Munition und Bacta-Packs (Heilung). Der Scharfschütze kämpft effektiv auf große Entfernung. Und schließlich hat jede Partei noch eine Spezialeinheit. Hier setzen Imperium und Republik auf Jetpack-Soldaten, die schnell hinter die feindlichen Linien vordringen können, um Kontrollpunkte einzunehmen, oder den Feind aus der Luft bekämpfen. Die KUS hingegen führt die gefürchteten Droidekas ins Feld - mit vier Laserkanonen und einem Schildgenerator ausgestattet sind sie die perfekte Angriffswaffe. Schade nur, dass sie sich entweder extrem langsam fortbewegen oder eingerollt zwar schnell, aber auch verwundbar sind. Einziger Schwachpunkt ist die Spezialeinheit der Rebellen. Der Granatwerfer des Wookie-Schmugglers findet nur selten Verwendung.
Fahrschule für Droiden
Ausschlaggebend für den Sieg ist aber nicht nur die Wahl der richtigen Einheit. Auch die Fahrzeuge können über Sieg und Niederlage entscheiden. Und davon gibt es so einige. Kleine Spürfahrzeuge, wie der 74-Z-Schlitten, auch als Speederbike aus Star Wars VI bekannt, dienen vor allem zum schnellen Vorstoß in feindliche Gebiete. Mittlere und schwere Sturmfahrzeuge hingegen fügen den gegnerischen Bodentruppen schweren Schaden zu. Herr des Schlachtfeldes ist aber in jedem Fall der AT-AT. Mit Pilot und Geschützturm kann ein einziges dieser Metall-Monster ganze Schlachten alleine gewinnen. Da hilft nur noch der massive Einsatz von Raketen - oder ein Rebellengleiter, der per Schlepp-Kabel das Ungetüm zu Fall bringt.
Aber was wäre ein Star Wars-Spiel ohne Luftkämpfe? Deshalb stehen auf vielen Karten auch altbekannte Raumjäger zur Verfügung. Leider ist kaum eine Map groß genug, um vernünftige Dogfights auszutragen, aber als Unterstützung für die Hauptstreitmacht sind X-Wing, Tie Fighter und Konsorten allemal von Nutzen.
Die Künstliche Intelligenz nutzt auch diese Möglichkeiten voll aus, und agiert grundsätzlich ziemlich geschickt. So nehmen Bots selbstständig Kommandopunkte ein, suchen Deckung oder schließen sich für Sturmangriffe zusammen. Auch den vier einfachen Befehlen (wie Folgen oder Stellung halten) gehorchen sie problemlos. Lässt man sie einfach agieren, so kämpfen sie zwar gut, werden jedoch immer knapp verlieren. Gut gemacht, denn so erfordert es die Initiative des Spielers, um den Sieg zu erringen.
Weltherrschaft war gestern. Heute geht’s um die Galaxie
Passend gerüstet werfen wir unsere Truppen nun in die Schlacht. Bis zu 32 Spieler pro Seite (also insgesamt 64) treten gegeneinander an. Und zwar nicht nur um den Sieg in einzelnen Gebieten zu erringen. Der Eroberungs-Modus bietet die Möglichkeit, die gesamte Galaxie einzunehmen. Dafür müssen pro Planet zwei Schlachten (auf unterschiedlichen Karten) in Folge gewonnen werden. Ist der Planet erobert bietet er in Zukunft einen Bonus, der in zukünftigen Gefechten genutzt werden kann. So gibt es zusätzliche Verstärkung, Elite-Truppen, sabotierte gegnerische Fahrzeuge oder die Eigenschaft, während der Schlacht selbstständig Lebensenergie zu regenerieren. Der Planet Tatooine bietet den “Jedi-Helden”-Bonus an. Wenn dieser eingesetzt wird, kämpfen Vader, Skywalker oder Mace Windu an Ihrer Seite. Sieger ist logischerweise, wer alle Planeten für sich gewinnt.
Natürlich können auch alle Karten einzeln und in beliebiger Reihenfolge offline und online gespielt werden.
Optimale Optik
Selten wurde Star Wars so schön in Szene gesetzt wie in “Battlefront”. Nicht nur, dass alle Einheiten akkurat den Vorbildern nachempfunden sind. Auch die Szenerie vermag zu begeistern. Egal ob auf er Wolkenstadt Bespin oder in den Straßen von Theed - hier wurde Schönheit mit gutem Map-Design gepaart. Das Ergebnis sind schön anzusehende Karten, die allesamt sehr gut spielbar sind und niemandem zu große Vorteile bieten. Einzig die Explosionen schwächeln ein wenig. Aber wenn mein AT-AT eine Rebellen-Stellung inklusive Insassen in die Luft jagt, dann kann ich dank der packenden Atmosphäre auch darüber hinwegsehen.
Was Musik und Soundeffekte betrifft, so hält “Battlefront” den Star Wars-typisch hohen Standard aufrecht. Heranrollende Panzer oder Raketen lassen mir Schauder über den Rücken laufen, wahlweise in Dolby Digital. Und John Williams Soundstrack ist sowieso über jeden Zweifel erhaben.