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GUILD WARS 2
 Test von Patrick Schwendemann (18.09.2012) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Rollenspiel Publisher:NCsoft
Termin:28. August 2012 Entwickler:ArenaNet

Wohl kaum ein anderes Spiel wurde in der letzten Zeit so stark antizipiert wie Guild Wars 2. In etlichen Foren fielen in den letzten Jahren immer wieder Begriffe wie "WoW-Killer" und "MMO-Hoffnung". Ganz unberechtigt war und ist dieser Enthusiasmus nicht. ArenaNets neuester Streich räumt einige veraltete Konzepte aus dem Weg und ersetzt diese mit neuen und frischen Ideen. Hardcore-Fans des ersten Teils der Marke, die der Meinung sind, dass das Studio mit dem ersten »Guild Wars alles richtig gemacht hat, werden dennoch nicht um ein wenig Trauer umhin kommen. Denn auch wenn beide Spiele fast den gleichen Namen tragen, unterscheiden sie sich in ihrem Konzept doch erheblich voneinander. Rein spielerisch erinnert der zweite Teil schon eigentlich mehr an »World of Warcraft als an seinen Vorgänger. Dennoch hebt sich Guild Wars 2 stark genug vom alteingesessenen Platzhirsch ab, um sich nicht, wie so viele Spiele zuvor, als schlichte Kopie zufrieden zu geben. Wie es genau um die Qualitäten des gebührenfreien Online-Rollenspiels steht, erfahrt ihr in unserem Testbericht.


Tyria ist in Gefahr. Der mächtige Drache Zhaitan hat sich erhoben und die Kontrolle über die Toten an sich gerissen, um die Welt ein für alle Mal unter seine langen und spitzen Nägel zu reißen. Wer sich der Macht der geflügelten Reptilien widersetzen will, muss sich für eine Rasse und Profession entscheiden und die Welt Tyrias vor den Schrecken verteidigen. Diejenigen, die sich ihrem Schicksal aber lieber ergeben wollen, können sich stattdessen bis zum Ende aller Tage untereinander die Köpfe einhauen. In die PvP-Schlachten des Spiels könnt ihr euch nämlich gleich nach dem anfänglichen Tutorial stürzen, und das, ohne auch nur eine weitere Quest im Spiel zu erledigen oder gegenüber euren PvE-erfahrenen Gegnern im Nachteil zu liegen. Guild Wars 2 bedient sowohl entspannte Rollenspielbegeisterte als auch ambitionierte E-Sportler. Es versucht ein großes und ausgereiftes Gesamtpaket abzuliefern und ist letztendlich in nahezu jeglicher Hinsicht erfolgreich.


Leveln leicht gemacht

Eine der größten Stärken des Spiels ist die Leichtigkeit, mit der ihr durch die PVE-Inhalte voranschreitet. Vorbei ist der mühsame MMO-Alltag, der aus Quest annehmen, Quest erledigen und Quest abgeben bestand. Schritt 1 und 3 fallen in Guild Wars 2 weg. Sobald ihr euch in einem bestimmten Bereich innerhalb der Karte befindet, wird euch automatisch angezeigt, was ihr tun könnt, um den NPCs in der Nähe auszuhelfen. Ohne mit diesen auch nur ein Wort gesprochen zu haben, ist es möglich, eine Aufgabe für sie zu erfüllen, woraufhin ihr eure Belohnung mit der Post geschickt bekommt, auf die ihr von überall Zugriff habt.

Zusätzlich zu den Quests, die auf der Karte als Herz angezeigt werden, dürft ihr auch an Events teilnehmen, die entweder manuell von Spielern gestartet werden oder rein zufällig stattfinden. Über eine Nachricht am rechten Bildschirmrand und eine Markierung auf eurer Minimap gibt euch das Spiel bescheid, sobald in der Nähe an einem Event teilgenommen werden kann. Genau wie bei den Herzchen-Quests gibt es hierfür keine vorher zu erfüllenden Anforderungen. Jeder kann daran teilnehmen und erhält je nach Maß seines Beitrags eine adäquate Belohnung in Form von verschiedenen Währungen und natürlich einem dicken Batzen Erfahrung.

Das Aufstufen eures Charakters funktioniert in Guild Wars 2 so intuitiv wie in keinem anderen Online-Rollenspiel zuvor. Ihr müsst euch auf euren Reisen nicht einmal Gedanken darüber machen, ob ihr jemanden in die Gruppe einladet um eine bestimmte Aufgabe schneller zu erfüllen. Sobald ihr einen Gegner angreift, wird euch dessen Tötung automatisch angerechnet – ganz gleich, wer zuerst angriff oder ob ihr euch in einer Gruppe befindet. Das Miteinander ist in ArenaNets Titel selbstverständlich und in keinster Weise mit Mühe verbunden.


Selber Ort, anderer Server

Naja, so ganz richtig ist das mit dem mühelosen Miteinander nicht – zumindest dann nicht, wenn ihr mit einer festgelegten Gruppe auf Abenteuer gehen wollt. Um die Auslastung der unterschiedlichen Server besser managen zu können, bedient sich das Spiel einem Überlauf-Feature. Sobald sich auf einem Server zu viele Spieler in ein und demselben Gebiet befinden, werden einige davon beim Eintritt in den Bereich auf einen internationalen Überlauf-Realm befördert. Dort verweilt ihr solange, bis sich die Auslastung eures Heimatservers wieder in Grenzen hält. Der Gedanke hinter dem System ist nachvollziehbar. Dennoch bringt der Überlauf das Problem mit sich, dass sich verabredete Spieler nicht immer treffen können, weil sie sich innerhalb eines Gebiets auf unterschiedlichen Realms befinden. Das war vor allem in den ersten Tagen nach dem Launch von Guild War 2 störend, weil sich beinahe alle Spieler in den selben Gebieten aufhielten und somit eine große Menge in einen Überlauf geschickt wurde. Ein verabredetes Zusammenspiel war vor rund zwei Wochen also noch beinahe unmöglich.

Mittlerweile ist diese Problematik kaum noch vorhanden, weil sich die Spielerschaft nun selbstverständlich auf verschiedene Bereiche in der Welt verteilt hat. Es ist allerdings davon auszugehen, dass das Feature beim Release von Expansionen oder größeren Inhalts-Updates erneut zum Problem wird, sollte ArenaNet bis dahin nicht noch an dem Konzept dahinter feilen. Zwar gibt es innerhalb des Gruppenmenüs die Option des Serverwechsels, sodass ihr euch theoretisch in einer Art Ausnahmefall zum Überlauf-Server eurer Gruppenmitglieder teleportieren könnt, während unseres Tests schien die Option aber aus irgendeinem Grund so gut wie nie zu funktionieren. Hoffen wir also, dass ArenaNet die großen Spielerzahlen bis zur Veröffentlichung der ersten Erweiterung besser im Griff hat.


Der Teufel steckt im Detail

Neben dem Überlauf gibt es in Guild Wars 2 noch einige andere Kompliziertheiten, die das Spiel nicht maßgeblich negativ beeinflussen, aber hin und wieder doch etwas nervtötend auffallen können. So ist es beispielsweise nicht möglich, mit Gegenständen ganz einfach zwischen Spielern an Ort und Stelle zu handeln. Für einen Tausch oder Verkauf muss entweder das Auktionshaus als Zwischenschrit herhalten, das in Tyria als "Handelsposten" bekannt ist, oder ihr schickt eurem Partner die gewünschte Ware per Post und hofft, dass dieser euch nicht übers Ohr haut. Briefe mit Anhängen könnt ihr einerseits zwar von überall in der Welt verschicken, andererseits schwebt hier bei Tauschhandeln mit Unbekannten immer ein gewisses Risiko in der Luft. Warum sich ArenaNet gegen ein simples Tauschfenster entschied, wie es in nahezu jedem anderen Rollenspiel mit Online-Funktion vorkommt, ist und bleibt ein Rätsel. Ähnlich schade ist es, dass ihr Gruppenmitglieder – etwa für Dungeons – nur ganz altmodisch über den Chat zusammentreiben könnt. Ein Gruppensuchsystem, wie es beispielsweise World of Warcraft schon seit Jahren bietet, sucht ihr leider vergebens. Gerade diese kleinen aber feinen Funktionen sind es, die in Guild Wars 2 einfach noch fehlen.

Auch eine Makro-Funktion ist nicht vorhanden. Beim großen Genre-König ist es euch mit dieser möglich, das Abrufen eurer Fähigkeiten zu modifizieren – Bedingungen für Aktionen zu programmieren, bestimmte Skills in einem Hotkey zusammenzufassen und vieles mehr. Gerade die Spieler-gegen-Seite eines Online-Rollenspiels profitiert enorm von solch einem Do-it-yourself-Feature. Wichtig für erfolgreiche PVP-Kämpfe sind allerdings auch eindeutige Fähigkeitenbeschreibungen, die leider nicht jedem Skill angeheftet sind. Oft werden genaue Zahlen in den Tooltips nicht genannt, sodass ohne ausgiebige Tests zunächst unklar bleibt, wie stark bestimmte Fertigkeiten wirklich sind.

Bei all der Kritik ist es jedoch wichtig festzuhalten, dass Guild Wars 2 gerade erst einige Tage alt ist. Viele der Funktionen, die zu diesem Zeitpunkt noch fehlen, werden mit Sicherheit im Laufe der Zeit ihren Weg in das Spiel finden. Zwar vermisst man als verwöhnter MMORPG-Spieler hier und da das ein oder andere Feature, auf der anderen Seite ist ArenaNets Titel aber mit großer Wahrscheinlichkeit das solideste Startpaket, das das Genre je hervorbrachte. Insbesondere die großen Innovationen sind ein willkommener neuer Anstrich. Das Quest-System ist eine dieser Neuerungen, aber noch lange nicht die einzige.


Alle für einen, einer für alle.

Sicherlich jeder, der mit Online-Rollenspiel auch nur halbwegs vertraut ist, hat inzwischen mitbekommen, dass Guild Wars 2 keinen Wert auf die so genannte "Holy Trinity" legt. Ein Tank, der den Schaden für die Gruppe einsteckt, ein Heiler, der diesen Schaden ausgleich und einige Schadensausteiler – so sah bisher das konventionelle Gruppen-Layout in Online-Rollenspielen aus. Große Schlachtzugsgruppen übernahmen dieses Verhältnis entsprechend für 10- bis 25-Mann-Instanzen. ArenaNet schlägt andere Wege ein. Ganz abgesehen davon, dass es in Tyria keine Schlachtzugsinstanzen gibt, verzichtet das Spiel ebenfalls auf eine Einteilung in traditionelle Aufgabenbereiche. Jede der acht Klassen kann jede Aufgabe erfüllen.

Die Monster in Guild Wars 2 greifen in der Regel immer das Ziel an, das an ihnen am meisten Schaden verursacht. Fähigkeiten, mit denen die Aufmerksamkeit der Gegner auf einen bestimmten Spieler gelegt werden kann, sind nicht vorhanden. Alleine deswegen gibt es keine Tank-Klasse, hinter der man sich in Dungeons verstecken kann. Das Gruppenspiel sieht aus diesem Grund komplett anders als in konventionellen Genre-Kollegen aus. Jeder der fünf Spieler stürtzt sich ins Getümmel und muss selbst zusehen, dass er seine Lebensenergie mit bestimmten Fähigkeiten beschützt und wiederherstellt. Natürlich verfügt jede Klasse auch über Unterstützungsfähigkeiten, die Spieler stärken oder heilen können. Diese sind in der Regel aber mit hohen Abklingzeiten versehen, sodass ihr euch nicht vollständig auf andere Spieler verlassen könnt. Zudem verfügt jede Klasse sowieso über einen eigenen Selbstheilzauber für den Notfall.

Die Gruppendynamik ist durch all diese kleinen Design-Entscheidungen nur noch wenig statisch. Jeder Spieler muss zu jedem Zeitpunkt das gesamte Schlachtfeld im Auge behalten und je nach Situation die richtigen Entscheidungen treffen. Neue Spieler können mit der verlangten Spielweise unter Umständen überfordert werden, wodurch das Gruppenspiel schnell in einem hektischen Fäusteringen enden kann. Mit etwas Zeit und Erfahrung offenbaren sich euch allerdings bestimmte Taktiken und Fähigkeitskombinationen, die euch das Leben etwas einfacher machen.


Augen auf bei der Berufswahl

Während eures Abenteuers in der Levelphase des Spiels schaltet ihr anfangs zunächst nach und nach eure Waffenfertigkeiten frei. Die von euch hauptsächlich eingesetzten Skills hängen in Guild Wars 2 nämlich von der Wahl eurer Waffe ab. Je nach Ausrüstungskombination – ob Schwert und Schild, zwei Äxte oder einfach einen wuchtigen Hammer – sind die ersten fünf Fähigkeiten-Slots in eurer Aktionsleiste vorherbestimmt. Die rechte Hälfte eurer Leiste ist für Hilfsfertigkeiten reserviert. Mit denen könnt ihr euch beispielsweise heilen, euch und andere Spieler verstärken, Gegner zu Boden werfen, eine magische Kuppel zur Abschirmung von Projektilen erzeugen, Kreaturen herbeibeschwören und und und. Als wäre das nicht genug dürft ihr ab Stufe 11 pro Level einen Punkt in passive Boni investieren, die unter anderem euren Schaden oder eure kritische Trefferchance erhöhen. Die verschiedenen Fähigkeitseffekte sind äußerst zahlreich und hängen selbstverständlich von eurer Klasse ab.

Aus insgesamt acht Professionen dürft ihr beim Kreieren eures Charakters wählen. Der Krieger ist dabei die klassische Ansturm- und Haudrauf-Klasse, die über etliche Möglichkeiten verfügt, den Gegner zu verkrüppeln und Schaden an eine große Gruppe auszuteilen. Der Wächter hingegen ist diejenige Klasse, die wohl über die meisten Unterstützungsfähigkeiten verfügt. Er kann der ganzen Gruppe beispielsweise einen Schild verleihen, das den nächsten gegnerischen Angriff blockiert und sich kurzzeitig sogar immun gegen Schaden machen. Der Dieb ist eine der agilsten Professionen. Mit Dolchen, Pistolen und Kurzbögen kann er sich an Gegner heranteleportieren und mit Windeseile wieder aus dem Kampfgeschehen fliehen. Ähnlich spielt sich der Mesmer, der in Kämpfen nicht ganz so beweglich wie der Dieb ist, sein Gegenüber aber mit einer endlosen Flut von Doppelgängern verwirrt. Der naturverbundene Waldläufer zeichnet sich selbstverständlich durch einen treuen Tiergbegleiter aus, während der Ingenieur lieber auf die Kraft der Technik setzt und Monstern beispielsweise mit einem Flammenwerfer einheizt. Vom Einheizen versteht allerdings auch der Elementarmagier etwas. Er verfügt über Feuer-, Wasser-, Erd- und Windkräfte, die sich zu tödlichen Kombinationen vereinen lassen. Der Nekromant komplettiert die Klassenauswahl schließlich mit einer Armee von untoten Dienern und negativen Zuständen, die er auf Gegner wirken kann.

Die einzelnen Professionen unterscheiden sich allerdings nicht nur in ihren Skills. Jede Klasse verfügt zudem über eine einzigartige Mechanik, die ihre Spielweise weiter von anderen abhebt. So sammelt der Krieger zum Beispiel mit jedem Schlag Wut, die er in einer mächtigen Salvenfertigkeit entladen kann. Der Dieb wiederum zeichnet sich dadurch aus, dass seine Waffenfähigkeiten an keine Abklingzeiten gebunden sind. Stattdessen stehen ihm zehn Combopunkte zur Verfügung, die sich im Sekundentakt wieder aufladen.


Fünf Völker, eine Allianz

Eure Klassenwahl ist in Guild Wars 2 nicht an eure Rasse gebunden. Tatsächlich ist der einzige spielerische Unterschied zwischen den Völkern eine leicht andere Auswahl der Elite-Fähigkeiten, von denen ihr zu jedem Zeitpunkt immer nur eine in eurer Aktionsleiste haben könnt. Das Aussehen der fünf Rassen ist deshalb das größte Unterscheidungsmerkmal. Wer seinen großen und muskulösen Körper auch im Spiel zum Ausdruck bringen will, sollte sich für die Norn entscheiden, deren Kultur ein wenig an die alten Vikinger erinnert. Das genaue Gegenteil stellen die Asura dar. Sie sind das kleinste Volk im Spiel und strotzen nur so von Intelligenz. Ihre Technologie hat sich erstaunlicherweise bis in die entlegenste Orte der Welt verbreitet. Technologiebegabt sind auch die nicht ganz so brillianten Charr. In der Kampagne von Guild Wars: Prophecies waren die katzenartigen Wesen die Hauptgegner der Menschen. Im Auge eines gemeinsamen, übermächtigen Gegners sehen sie sich nun allerdings dazu gezwungen, einen Pakt mit ihren ehemaligen Feinden einzugehen, die selbstverständlich ebenfalls spielbar sind. Mit von der Partie sind zu guter Letzt auch die Sylvari – Waldmenschen, denen Blätter statt Haare wachsen. Sie wurden vom Blassen Baum in die Welt gerufen, um den anderen Völkern im Kampf gegen die Drachen beizustehen.

Euer Krieg gegen die untoten Armeen wird in vielen persönlichen Missionen erzählt. Neben dem gewöhnlichen Questen in verschiedenen Gebieten könnt ihr nach dem Erreichen bestimmter Level eure persönliche Story weiterführen. Dort lernt ihr je nach Rasse unterschiedliche NPCs kennen, mit denen ihr in Zwischensequenen interagiert. Anfangs beschränkt sich die Reichweite eurer Missionen auf die Heimatgebiete eures gewählten Volks. Mit der auftretetenden Bedrohung der Drachen werden jedoch auch die anderen Rassen zunehmend ins Rampenlicht gerückt, wodurch sich nette kleine Keilerein zwischen bestimmten Figuren ergeben und alte Kamellen wieder ausgegraben werden. Es entsteht wirklich der Eindruck, dass es sich bei Tyria um eine lebendige Welt handelt – nicht zuletzt aufgrund der vielen, teils urkomischen, Gespräche zwischen zufälligen NPCs in Städten.

Bei der Charakterkreierung stellt euch das Spiel Fragen über die Biographie eures Avatars, wodurch ihr eure persönliche Quest zu Spielbeginn weiter individualisieren könnt. Dieser Trend zieht sich jedoch durch euer komplettes Abenteuer. Immer wieder werdet ihr vor Entscheidungsmöglichkeiten gestellt, die eure folgenden Missionen beeinflussen. Solltet ihr also irgendwann einen zweiten Charakter des selben Volkes hochspielen wollen, bedeutet das nicht, dass ihr automatisch auch die gleiche Story nochmal miterleben müsst.


Fear Not This Night

Der große Wert, der seitens ArenaNet auf eine schön erzählte Handlung gelegt wird, ist wirklich lobenswert. Andererseits hätte man sich bei der deutschen Lokalisierung vielleicht lieber für andere Sprecher entscheiden sollen, denn die Synchronisierung ist leider sehr durchwachsen. Während einige Figuren durchaus glaubwürdig klingen, leiden andere unter einer sehr monotonen Stimme, die jedes zweite Wort falsch betont und Pausen an Stellen setzt, wo keine hingehören. Eine schwache deutsche Vertonung ist bei Online-Rollenspielen in der Regel zu verkraften. Normalerweise zieht die Story in diesem Genre allerdings auch den Kürzeren. Bei Guild Wars 2 ist das jedoch nicht der Fall. Stärker im Fokus liegt eine interessante Handlung mit vertonten Texten lediglich in »Star Wars: The Old Republic, und dort verlief die deutsche Lokalisierung um einiges glücklicher.

Doch leider ist die Sprachausgabe nur eines von mehreren akustischen Problemen des Spiels. Oftmals werden vertonte Dialoge innerhalb des Spielgeschehens viel zu schnell abgespielt, sodass einzelne Textabschnitte abgebrochen werden. Weterhin auffallend sind diverse Sound-Bugs, die bestimmte Töne gelegentlich viel zu laut abspielen und mit etwas Pech sogar am laufenden Band wiedergeben bis ihr euch neu in das Spiel einloggt. Wieder anderswo fehlt der Sound ab und an komplett, etwa beim Eindreschen auf bestimmte Mobs, und auch wenn alles glatt läuft beeindruckt die Akustik einfach nicht wirklich. Es fehlt die Wucht, wenn ihr mit einem großen und schweren Zweihänder ausholt oder getroffen werdet. Stattdessen geben gegnerische Metallsrüstungen eher den Laut einer alten Ravioli-Dose von sich. Krieg hört sich anders an.

Eine große auditive Pleite ist das Spiel dennoch nicht. Das lässt ein Komponist vom Kaliber eines Jeremy Soule einfach nicht zu. Der Mann, der unter anderem schon die Musik zum ersten Guild Wars schrieb und darüber hinaus große Bekanntheit durch seine Soundtracks zu den »Elder Scrolls-Spielen erlangte, liefert in Guild Wars 2 zweifellos eines seiner bislang besten Werke ab. Die Musik im Spiel ist stellenweise vom selben bombastischen Charakter »Skyrims, erinnert in ruhigeren Momenten aber auch hier und da an die verträumten Welten eines »Final Fantasy. Das ganz große Highlight stellt sicherlich der Song "Fear Not This Night" dar, der schon im Vorfeld zum Release große Aufmerksamkeit erhielt und innerhalb des Spiels wunderbar platziert ist. Gäbe es nicht an anderen Stellen Schwächen mit der akustischen Präsentation, hätte Jeremy Soule mit Leichtigkeit zwei unserer Sound-Awards für das Spiel gewonnen.


Das Super Mario unter den MMOs

Technisch ist ArenaNets Titel eine Augenweide. Die Brillianz eines »Battlefield 3 erreicht das Spiel zwar nicht, aber innerhalb des Genres wird das grafische Niveau des Spiels wohl nur von der Optik TERAs erreicht. Auch gestalterisch muss sich Guild Wars 2 vor nichts und niemandem verstecken. Insbesondere die bilderbuchschönen Gebiete der Norn reißen eure Kinnlade immer wieder erneut zu Boden. Schönere Landschaften hätte selbst Bob Ross nicht malen können. Das gleiche gilt für die riesigen Hauptstädte, die alle aus unterschiedlichen Bezirken bestehen, die wiederum alleine so groß sind wie ganze Städte in anderen MMORPGs.

Verschwendeter Speicherplatz auf eurer Festplatte sind die großen Areale allerdings nicht. Die Entwickler haben sich darum bemüht, euch mehrere Gründe zu geben, verschiedene Orte zu besuchen. So verstecken sich an bestimmten Stellen beispielsweise Aussichtspunkte, die es zu erreichen gilt, um zusätzliche Erfahrung einzustecken. Oftmals müsst ihr dazu kleinere Plattformeinlagen überwinden, richtig schwer werden diese jedoch nie. Euch den schweiß auf die Stirn zu treiben ist nämlich die Aufgabe der gut versteckten Jumping Puzzles – mehrteilige Sprung- und Balance-Tests, die euch mit Windboen und mehreren Routen versuchen aus dem Konzept zu bringen. Wer allerdings über das nötige Fingerspitzengefühl und etwas Willenskraft verfügt, wird am Ende mit einer großen Truhe voll von Schätzen belohnt. Doch sogar einfache Monster sind in Guild Wars 2 Grund genug, entlegene Gebiete zu besuchen. Je länger ein Gegner auf einem Server nicht getötet wird, umso mehr Bonuserfahrung erhält derjenige, der ihn letztendlich zur Strecke bringt. Gerade an Orten, die wenig besucht werden, lässt sich damit besonders viel Erfahung abstauben.


Das Herz der Nebel

Seien wir doch einmal ehrlich. Ein intuitives Levelsystem, eine schön erzählte Geschichte, ein wunderbarer Soundtrack und eine tolle Optik – es gibt eine Gruppe von Spielern da draußen, die sich für nichts von alledem interessiert: eine Gruppe, die nur den Kampf unter gleichgesinnten sucht, um sich mit anderen zu messen. E-Sportler. Doch für genau diese Spielergruppe ist in Guild Wars 2 vorgesorgt.

Wer keine Lust auf die PvE-Inhalte des Spiels verspürt, darf sich gleich nach dem fünfminütigen Tutorial in das so genannte "Herz der Nebel" begeben und sich für seine ersten PvP-Schlachten anmelden. Diese finden auf vier verschiedenen Karten statt, in denen es in Gruppen von acht Spielern darum geht, Punkte einzunehmen und zu halten. Auf diesen Schlachtfeldern zählt einzig und allein das individuelle Können der einzelnen Spieler und ihre Teamfähigkeit. Der Ausrüstungsfaktor ist hier komplett außer Kraft gesetzt, da jeder von Beginn seiner PvP-Karriere an Zugang zu dem exakt selben Equipment hat. Darüber hinaus sind alle Spieler, die das Herz der Nebel betreten automatisch auf dem höchsten Level, das momentan bei 80 liegt, und können frei und ohne Kosten aus all ihren Fähikgeiten und passiven Eigenschaften wählen.

Statt einer Stufe verfügt ihr im PvP über einen Rang. Den könnt ihr erhöhen, indem ihr Punkte auf Schlachtfeldern erlangt, wobei ihr für jeden Rangaufstieg mit einer Kiste belohnt wird, die zufällige Belohnungen enthält. Mit etwas Glück bekommt ihr auf diese Weise eine besonders hübsche Waffe. Eure erspielte Ausrüstung unterscheidet sich jedoch lediglich im Aussehen von der, über die ihr anfangs verfügt. So stellt ArenaNet sicher, dass jeder Spieler zu jedem Zeitpunk die gleichen Kampfchancen besitzt.

Etwas ungeschick ist die Tatsache, dass es momentan nicht möglich ist, sich als Gruppe für ein Spiel anzumelden. Wenn ihr mit Freunden gemeinsam ins Gefecht ziehen wollt müsst ihr euch individuell gleichzeitig für das selbe Spiel anmelden und hoffen, dass ihr einerseits beide den Kampf betreten dürft und dass ihr andererseits in das selbe Team gesteckt werdet. Wechseln könnt ihr das nämlich nur, wenn beide Teams ungleichgewichtig sind. Wenn euch das zu anstrengend ist, dürft ihr euch jedoch auch für Turniere anmelden. Hier wird das Team vor Beginn aus fünf Spielern arrangiert. Die niedrigere Spieleranzahl hebt die strategische Komponente hervor, weswegen hier in der Regel nur gut koordinierte Mannschaften Erfolge feiern. Gewinnt ihr ein Turnier, winken euch besonders tolle Belohnungen entgegen.


Welt gegen Welt gegen Welt

Guild Wars 2 ist grob gesehen in zwei Bereiche unterteilt: Das PvE und das PvP. Allerdings gibt es zusätzlich einen dritten Spieltyp, der Charakteristika aus den beiden vereint: das WvW. In einem endlosen Krieg treten hier drei verschiedene Server im Kampf um Burgen und Türme an. Mit großen Belagerungswaffen gilt es, Tormauern zu zerstören oder zu verteidigen. Mehrere hundert Spieler können sich zur gleichen Zeit auf der riesigen Map befinden. Oftmals kommt es zu riesigen Kriegen, in denen besonders viel nicht vorhandenes Blut fließt und die Framerate unter anderem sehr schnell in die Knie geht. Je nach Erfolg verdient sich ein Server in diesem Krieg Punkte, die wiederum passive Boni, wie etwa erhöhtes Leben, an alle Spieler des Realms verteilen.

Das Prinzip hinter den WvW-Gefechten genial. In ihm verbirgt sich die geheimnisvolle Formel für den unendlichen Content. Denn ganz gleich, wie viel Burgen eine Gilde auch einnehmen mag, gewonnen wird dieser Krieg nie. Zudem werden die gegeneinander antretenden Server in regelmäßigen Abständen untereinander ausgetauscht. Einen echten Sieger kann es also niemals geben, Spaß dafür aber umso mehr. Gerade bei Kämpfen zwischen einem deutschen und französichen Server wird es im Chat oftmals besonders lustig. Die Gründe hierfür bleiben wohl besser ungenannt. Auch im WvW werden alle Spieler automatisch auf die Höchststufe gesetzt. Eure Ausrüstung ändert sich allerdings nicht. Hier haben PvE-Spieler also einen merkbaren Vorteil.

Doch so lustig, wie das WvW auch ist, so unlustig ist hingegen die Warteschleife, an die ihr euch bei der Anmeldung für den Krieg anstellen müsst. Die kann mitunter mehrere Stunden andauern, was ein großes Dorn im Auge von Gilden sein kann, die mit mehreren Spielern gemeinsame Erfolge erringen will. Auch an dieser Stelle bleibt zu hoffen, dass ArenaNet die großen Spielermengen im Laufe der Zeit besser zu managen lernt. Denn eines ist so gut wie sicher: So schnell werden die Spielerzahlen von Guild Wars 2 nicht in den Keller sinken.

Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:






Guild Wars 2 übernimmt das übliche Grundgerüst des Genres, ersetzt veraltete Konzepte aber mit neuen Ideen. Gerade PvP-Spieler werden aufgrund der hundertprozentigen Chancengleichheit ihren Spaß mit dem Titel finden. Noch fehlen einige Features, die das Spiel komfortabler gestalten würden, während so manches bestehendes Konzept hingegen die nötige Optimierung vermissen lässt. Deshalb muss die obligatorische Frage um die Qualitäten als "WoW-Killer" mit einem Nein beantwortet werden. Doch was nicht ist, das kann noch werden. Guild Wars 2 ist jedenfalls schon jetzt erfrischend genug, um seinen verdienten Platz als eines der besten MMOs aller Zeiten einzunehmen.
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Über "Guild Wars 2" im Forum diskutieren

#1 | :-) [18.09. | 11:05] 
Guild Wars 2
Leider klingt das für mich nach einheitlichen brei. Ich mein WoW ist nicht umsonst so lange erfolgreich. Ich spiel es lange nicht mehr, bin aber im MMORPG-Bereich immer interessiert. Weil ich mir echt ein game wünsche was Blizzard mal kontert.

Meiner Meinung nach kann das auch nur passieren wenn ein anderes innovatives kampfsystem eingeführt wird. Echtzeitkampf ähnlich wie in Vindictus oder Tera und bitte nicht wie Age of Conan. Aber dafür fehlt es in diesen games an vielen anderen dingen damit sie erfolgreich werden. Jetzt hab hier ich leider gar nichts über das kampfsystem von Guild Wars2 gelesen. Wenn es also so ist wie bei WOW ist es doch schon für den ars...
Was die PVP-Angleichung angeht muss jeder für sich selbst entscheiden ob es ok ist oder nicht. Aber ich meine wo bleibt der reiz wenn ich nicht besser werde mit meinem equipment sondern nur schöner aussehe. Oder hab ich da was falsch verstanden. Ich denke das hat doch grad den reiz ausgemacht, sich zu verbessern. Aber wenn das nicht ist kann ich auch egoshooter spielen. Die bringen genauso viel. Ich will Guild Wars2 jetzt auch nicht verurteilen - zum glück hat das game kein monatliches bezahlmodel, somit werde ich mir das sicher mal anschauen. Aber ich glaube auch das wird WOW nicht vom tron kloppen. Alleine schon der gedanke wozu soll ich einen neuen Char bis 80 spielen soviel zeit investieren und am ende ist es im pvp-bereich nichts anderes als wenn ich schon mit lv.1 Schlachtfelder mache. Naja mir fehlt im moment noch das verständnis warum das game wirklich besser sein sollte, aber sicherlich sind die games auch so komplex das man das nicht mal schnell in einem text verpacken kann.

Dennoch danke für den einblick.

#2 | ZGoten [18.09. | 15:54] 



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Guild Wars 2
Wie bereits erwähnt ist das PvE komplett optional. Man spielt es hauptsächlich, um die Story zu verfolgen. Durch das WvW ergibt sich allerdings auch ein spielerischer Vorteil. Dort wird eben nicht wie im PvP die Rüstung ausgetauscht. Ein Charakter der Stufe 80 hat durch seinen Ausrüstungsvorteil im WvW deutlich bessere Attributwerte als ein Charakter der Stufe 1.

Das Kampfsystem ist von der Mechanik her nicht viel anders als das, was man bereits kennt. Der einzige Unterschied liegt darin, dass das Spiel eine Hit Detection ausführt. Das anvisierte Ziel wird also nur getroffen, wenn man auch nah genug dran ist und wenn der Weg nicht verspertt wird. Andererseits werden aber auch nicht anvisierte Gegner getroffen, sollten sie im Radius eurer Attacke stehen.


 










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Pro:
keine monatlichen Gebühren
intuitiv gestaltete Levelphase
chancengleiches PvP
riesige WvW-Kämpfe
erfrischend neue Gruppendynamik
ausgezeichneter Soundtrack

Contra:
Schwächen und Probleme mit dem Sound
Überlauf stört gemeinsames Spiel
Tooltips oft ungenau
kleinere Features fehlen
lange Warteschlange für das WvW


Offizielle Website:
 GuildWars2.com



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