Mit Adventure-Spielen kennt sich Telltate Games bestens aus, schließlich geht die Sam & Max-Reihe auf ihre Kappe. Anders als die Episoden der ulkigen Kult-Adventures um das tierische Duo, beschreitet das Team mit Jurassic Park: The Game allerdings einen anderen Weg. Statt knifflige Rätsel vorgesetzt zu bekommen, erlebt ihr ein packend durchinszeniertes Abenteuer, das eher an einen interaktiven Film erinnert als ein herkömmliches Adventure. Ob der geringe Anspruch den Blockbuster-Filmen gerecht wird erfahrt ihr im Test.
Wie im Film
Dennis Nedry dürfte
Jurassic Park-Fans ein Begriff sein. Genau dieser tritt unter anderem auch im Spiel auf, wobei sich das Spiel stark an der Filmvorlage orientiert. Der Computer-Spezialist Nedry ist im Besitz von wertvollen Dino-Embryos und versucht diese schleunigst von der Insel zu schaffen. Doch ohne Zwischenfälle, die immer größer werdende Katastrophen nach sich ziehen, kommt auch das Spiel nicht aus. Im Verlauf der Story gesellen sich knapp ein halbes Dutzend Charaktere hinzu, die alle schön in die wendungsreiche und ereignisvolle Geschichte eingeflochten sind.
Da mehr Wert auf eine gut erzählte Verschwörungs-Geschichte gelegt wird, kommt nicht selten echte Kinostimmung auf, wenn sich die Charaktere miteinander unterhalten, streiten oder einen emotionalen Ausbruch erleiden. Zwischen den Actionsequenzen, die in einem
Jurassic Park natürlich Pflicht sind, lässt sich der Titel genügend Zeit, die unterschiedlichen Akteure näher vorzustellen, ohne aber zu langatmig auszufallen. Teilweise ist es sogar möglich den Verlauf der Gespräche zu bestimmen, da in einem Dialog des Öfteren gleich beide Personen "steuerbar" sind. Der vier Episoden umfassende Plot führt uns einmal quer über die Insel, wie wir sie auch schon aus den Filmen kennen. Dabei versucht das Spiel stets Abwechslung einzustreuen, was auf die sich oft wiederholenden Quicktime-Events jedoch nicht zutrifft.
T-Rex
Am besten ließe sich das Spielprinzip von
Jurassic Park: The Game wohl mit dem Adventure
Fahrenheit vergleichen. Denn auch dort bestand das Spiel größtenteils aus Quick-Time-Events, welche mit Einsatz der Pfeiltasten oder der Maus angegangen wurden. Anders als in
»Fahrenheit ist der Schwierigkeitsgrad aber eher lasch als knackig. Selbst wenn wir mal die falsche Taste gedrückt haben, werden wir zu einem mehr als fair platziertem Speicherstand zurückgeworfen. Allgemein toleriert das Spiel die meisten Fehler, obgleich euch so eine Gold-Platzierung in dem jeweiligen Level futsch geht. Diese ist jedoch gar nicht von Belang, also kann man sie getrost vergessen.
Der Bezug zu einem interaktiven Film kommt nicht von ungefähr: In den rasant inszenierten Sequenzen kommt man sich stets vor wie in einem Film, nur dass man durch simples Tastendrücken die Story vorantreibt und die Protagonisten nicht wegsterben lässt. Oftmals spinnt sich die Handlung auf mehreren Handlungsebenen weiter und wir spielen unterschiedliche Charaktere praktisch parallel. Das hält die Spannung aufrecht, die ohnehin von Anfang gegeben ist. Wir entfliehen im Laufe der Story einem T-Rex, stellen uns intelligenten Raptoren, versuchen eine Art Krokodil-Dino zu umschwimmen oder lösen kleinere Puzzle-Rätsel, die uns am weiterkommen hindern.
Grafik & Sound
Das Antlitz von
Jurassic Park: The Game ist nicht beeindruckend schön, dient aber als zweckmäßiges Grundgerüst für die gut geschnittenen Zwischensequenzen und die Quicktime-Abschnitte. Dass es an den Details und fein gezeichneten Texturen fehlt stört zwar etwas, die klasse eingefangenen Dinosaurier-Modelle hingegen begeistern und lassen die prähistorischen Tiere sehr lebensnah wirken.
Bis auf einige Tonaussetzer sowie Lautstärke-Schwankungen, die wohl einer schlusigen Kompression geschuldet sind, erlaubt sich die Klangkulisse kaum einen Schnitzer. Die Sprecherriege ist durchgehend gut besetzt, die Dinos stoßen angsteinflößende, in Mark und Bein gehende Laute aus und die originale Filmmusik tut ihr übriges.