Wer sich für Indie-Spiele interessiert oder aber Steam besitzt könnte vielleicht bereits auf den Titel Demolition Inc. gestoßen sein. Für knapp 10 Euro steht das kleine Knobelspiel nun als Download bereit und stellte sich nach den ersten Spielminuten schon als äusserst vielversprechend heraus. Ob der Titel auch langfristig motiviert erklären wir euch im Test.
Nicht lang schnacken...
Ohne große Umschweife wirft euch
Demolition Inc. in das eigentliche Spiel. In einer sehr kurzen Zwischensequenz bekommt ihr zuvor aber noch den Protagonisten zu Gesicht, einen drolligen Außerirdischen namens Mike. Dieser nimmt die lange Reise zur Erde auf sich, um dort für reichlich Chaos zu sorgen. Das simple Spielziel lautet, sämtliche vorbestimmten Dinge in den verschiedenen Städten zu zerstören und den Schrott stibitzen, um weiteres Geld zu kassieren, welches für neue Fähigkeiten und Waffen benötigt wird. Klingt alles ein wenig wüst, erklärt sich aber nach ein paar Zerstörungsorgien von selbst. Zudem verschafft das kurze Tutorial einen guten Überblick über das Gameplay.
Kettenreaktionen
Um den Spielablauf verständlicher zu machen, hier eine Beispielsmission: Wir erreichen mit unserem UFO einen Stadtabschnitt und können uns in diesem frei bewegen. Am unteren Bildschirmrand sagt uns eine Anzeige, wieviel Prozent wir schon geschafft, also zerstört, haben. Da diese noch bei null Prozent liegt, fangen wir schleunigst an, die ersten Dinge dem Erdboden gleich zu machen, da nach dem Ablauf eines Countdowns die Armee anrückt und uns in Sekundenbruchteilen ausschalten würde.
Für unsere Demontage ballern wir nicht einfach auf irgendwelche Objekte, sondern haben missionsabhängig verschiedene Gadgets in unserem Inventar, die wir taktisch klug einsetzen müssen. Etwa verteilen wir einen Schmierfilm auf der Straße, damit das nächste Auto aus der Bahn geworfen wird und im besten Fall in ein Gebäude oder ein explosives Fass hineinrast. Jetzt tritt die Physik-Engine in Erscheinung, welche die Action nicht zu drögen Skript-Ereignissen verkommen lässt, sondern dank Ageia PhysX realistische Kettenreaktionen auf den Bildschirm zaubert. Je nachdem, wie erfolgreich oder zielsicher unsere Aktionen sind, erzielt die Zerstörungsorgie bessere Ergebnisse und unser Geldbeutel füllt sich schneller.
Kleine Helferlein
Die Missionen unterscheiden sich dabei recht stark. Manchmal sind wir in einem verkehrsreichen Areal unterwegs und können alle Vehikel für unsere perfiden Aktionen missbrauchen, während es ein anderes Mal gilt, in einem verkehrsberuhigten Bereich zielgenau explosive Fässer zu zerstören, die an kniffligen Stellen platziert sind. Zum Glück bekommen wir immer wieder neue Hilfsmittel zur Seite gestellt. So greifen wir im Spielverlauf unter anderem auf bei Kontakt explodierende Kühe zurück oder dürfen Autos für kurze Zeit fremdsteuern. Dazu gesellen sich große Waffen, wie ein Erdbeben, das allerdings erst gegen ausreichend Bares freigeschaltet werden kann.
Demolition Inc. fordert schon nach kurzer Zeit unser Köpfchen, da es nicht reicht, einfach willkürlich Fallen auszulösen. Stattdessen müssen diese taktisch klug eingesetzt werden. Clever ist es auch, Kettenreaktionen auszulösen, um die begrenzte Anzahl an Waffen nicht zu verschwenden. Beispielsweise lassen wir Hochhäuser so punktgenau einstürzen, dass sie ein weiteres mit einreißen. Dank der, wie bereits erwähnt, sehr gut funktionierenden Physik klappt das auch alles so, wie es soll.
Sieht nett aus, mehr nicht
Die Physik-Engine macht ihren Job gut, die eigentliche Grafik macht dagegen einen eher zweckmäßigeren Eindruck. So sind die Gebiete nett und bunt gestaltet, beim Heranzoomen fallen einem jedoch sämtliche Ecken und Kanten auf. Vor allem die Texturen haben wir anderswo schon besser gesehen. Auch die maximale Auflösung von gerade einmal 1280 x 720 wirkt veraltet. Allerdings ist und bleibt
Demolition Inc. ein Indie-Titel, der mit 10 Euro sehr günstig zu Buche schlägt und bei dem man über kleine Schwächen sehr wohl hinwegschauen kann.