Viele Shooter aus Europa gibt es nicht. Nun versucht der Publisher bitComposer Games dieses Manko ein wenig zu beheben und veröffentlicht mit Global Ops: Commando Libya einen Third-Person-Shooter, der »Gears of War 3 Konkurrenz machen will. Grafisch setzt man dabei ebenfalls auf die potente Unreal Engine 3. Wir haben uns das Spiel näher angesehen und sind mehr als nur enttäuscht, denn das Potential schöpft Global Ops: Commando Libya nicht annähernd aus.
Der 21. Januar 1968: Ein Bomber stürzt im Eismeer ab und hinterlässt dabei eine Atombombe, die damals nicht geborgen werden konnte. Am 21. Mai 2011 bekommt die CIA mit, dass Viktor Yabievdenko, ein Mitglied der russischen Mafia, die Atombombe gefunden und geborgen hat. Eine Sache, die die US-Agency natürlich nicht zulassen kann und deshalb einschreiten will. Schließlich will die russische Mafia die Atombombe an Libyen verkaufen, was auf jeden Fall verhindern werden muss. Deshalb schickt das CIA mit Pope und West zwei erfahrene Soldaten, die sich schon etwas länger kennen.
So viel zur schwachen und somit belanglosen Story von
Global Ops: Commando Libya. Nach dem technisch schwachen Intro werden wir auch direkt in die erste Mission geworfen. Wir sollen uns an Bord des Schiffes begeben, auf der obengenannter Russe die Atombombe aktuell lagert. Obwohl uns West dazu animiert, dass wir möglichst leise vorgehen sollten, erwartet uns schon nach der ersten Kurve der erste Gegner, den wir nur erschießen können. Eine Möglichkeit des leisen Tötens gibt es nicht, genauso wenig wie ein Tutorial oder ein umfangreiches Optionsmenü. Nachdem wir den ersten Gegner also gezwungenermaßen getötet haben, rücken natürlich sofort auch dessen Kameraden an. Damit wir nicht direkt im Kreuzfeuer stehen können wir quasi hinter jeder Ecke in Deckung gehen und von dort aus schießen. Das klappt im Grunde sogar ganz gut, jedoch verziehen die Waffen so extrem, dass wir teilweise nur mit Glück einen Gegner ausschalten.
Eine Panzerfahrt, die ist hässlich...
Nachdem wir die Basis langsam, aber sicher, auseinander genommen haben werden wir in ein Panzerfahrzeug gesteckt. Bei extremster Dunkelheit fahren wir durch den Rest der Basis und zerschießen dabei alles was uns irgendwie in die Quere kommt. Schöne Sache: Dabei gehen auch Holzbrücken und kleinere Bunker kaputt. Ansonsten fällt es uns wirklich schwer, die Gegner zu erkennen, da die Entwickler es mit der Dunkelheit wirklich übertrieben haben. Wenn unser Partner etwa schreit, dass irgendwo eine Mörserstellung ist, dann finden wir die oftmals nicht und fahren einfach weiter, denn wichtig ist diese anscheinend nicht.
Wenig später haben wir das Schiff erreicht, aber Yabievdenko entkommt uns. Daraufhin schickt uns das CIA nach Libyen und dort tun wir genau dasselbe: Alle Gegner töten, die sich uns in den Weg stellen. Hauptziel ist natürlich weiterhin, dass wir den Atombomben-Handel unterbinden. Jedoch gerät die Story immer weiter in den Hintergrund, obwohl die Entwickler mit Zwischensequenzen Spannung reinzubringen versuchen. Diese Sequenzen sind aufgrund ihrer schwachen Dialoge nicht gelungen und die Charaktere wirken in den Videos recht steif.
Unreal Engine 3 auf Tiefstniveau
Im Gameplay ist
Global Ops: Commando Libya also kein gutes Spiel und auch technisch ist es mehr als enttäuschend. Trotz der eigentlich starken Unreal Engine 3 sieht der Third-Person-Shooter eher nach 2006 als nach 2011 aus. Matschige Texturen und schwache Effekte springen euch überall ins Auge. Ebenfalls wirken die Animationen eures Charakter nicht geschmeidig: Wirft er sich etwa mit voller Wucht an eine Wand wirft, sieht das aus wie "Metall-trifft-Magnet". Warum die Entwickler das Potential der Unreal Engine 3 nicht ausnutzen bleibt uns ein Rätsel, denn selbst kleinere Projekte, die mit derselben Engine verwirklicht wurden, sehen hübscher aus.
Auch in Sachen Sound kann uns bitComposers Spiel nicht überzeugen. Die Waffensounds klingen unrealistisch, die Explosionen haben keinerlei "Rumms" und die Dialoge sind, wie zuvor schon angesprochen, auf lächerlich schwachem Niveau. Dabei strotzt vor allem der Protagonist mit vermeintlich "coolen" Sprüchen, die uns das Gefühl aufdrängen, dass er wohl mehr Muskeln als Gehirnmasse hat.
Den Mehrspielermodus konnten wir uns übrigens im Test nicht anschauen. Das lag daran, dass es keinen Serverbrowser gibt und man nur auf Server via Direkt-IP beitreten kann. Wenig überraschend haben wir im Internet niemanden gefunden, der zurzeit einen Server für das Spiel laufen hat.