Mit der Ultra Edition von Super Meat Boy vertreibt Entwickler Team Meat seinen Jump-and-Run-Titel zusätzlich im hiesigen Handel und nicht nur als Download-Ausgabe bei der Onlinevertriebsplattform Steam. Um der Käuferschaft einen Anreiz für einen Besuch im nächsten Laden zu geben, umfasst die Retail-Version neben dem Spiel selbst zwei schicke Hochglanz-Postkarten, ein Poster und den fetzigen Soundtrack. Für 15 Euro ein pralles und lukratives Paket. Ob der Inhalt des eigentlichen Spiel da mithalten kann, klären wir im nachfolgenden Test.
Guten Appetit!
In
Super Meat Boy avanciert ein Stück Fleisch zum Held des Spiels. Der Super Meat Boy dürfte nicht nur Vegetariern als Spielfigur gefallen, auch Fleischesser dürften über die Rahmenhandlung des Jump & Runs schmunzeln. Dabei ist die Geschichte schnell erzählt und stilsicher im alten, pixeligen Spielhallen-Flair gehalten. Alles dreht sich um Dr. Fetus, der, wie es der Vorspann simplerweise erzählt, von allen gehasst wird. Das ist auch der Grund, warum er wiederum keinen ausstehen kann, ganz besonders nicht unseren Super Meat Boy. Da Letzterer in Bondage Girl verknallt ist, entführt Dr. Fetus natürlich die aufreizende Dame. Dass der Protagonist nun in insgesamt 300 Level versucht, seine Flamme wieder zurück zu holen, ist klar. Dazu muss er sich allerdings vielen Gefahren aussetzen, die Dr. Fetus für ihn vorbereitet hat.
Als Stück Fleisch hat man's nicht leicht
Unser kleiner Held lässt nicht aus Spaß eine Blutspur hinter sich zurück, wenn wir durch die verschiedenen Welten huschen. Dank der Meat Boy Haftfähigkeit kleben wir nämlich für kurze Zeit an Wänden und stoßen uns an ihnen ab, um blitzschnell über die Hindernisse beziehungsweise über den nächsten Abgrund zu kraxeln. Mit der Shift-Taste, den Richtungspfeilen und der Leertaste zum Springen bleibt die Steuerung sehr rudimentär, was aufgrund des von Beginn an knackigen Schwierigkeitsgrads auch Sinn macht. Passieren wir als Super Meat Boy in den ersten Missionen nur einfach zu überwindbares Terrain, so kommen von Zeit zu Zeit mehr und mehr Schikanen hinzu. Nicht nur teils bröckelnde Abgründe tun sich auf, auch tödliche Kreissägen, Selbstschussanlagen oder Dr. Fetus inklusive seiner Gerätschaften machen dem kleinen Fleischklumpen das Leben zur Hölle.
Knifflig aus Tradition
Vielleicht erinnern noch einige Spieler, wie schwer manche Titel früher waren und wie einfach heutige Spiele dagegen doch geworden sind.
Super Meat Boy steht ganz in der Tradtion erstgenannter und lässt nervenschwache oder untrainierte Spieler komplett links liegen und wartet mit einem flinken Spieltempo auf, das keinerlei Fehler verzeiht. Nach den ersten Levels dürfte es kein Spieler dieser Welt schaffen, auch nur einen Abschnitt auf Anhieb und ohne ein Ableben zu meistern. Selbst wenn viele Kurse nicht unbedingt lang ausfallen, so muss dennoch alles punktgenau getimt werden, um zu bestehen. Bedenken muss man dabei unter anderem: Je länger die Sprungtaste gedrückt wird, desto weiter springt unser Protagonist. Zudem kann man noch auf die Shift-Taste hämmern, sobald ein noch weiterer Sprung ausgeführt werden soll. Wenn sich dann etliche Kreissägen vor einem auftun, und Dr. Fetus mit seinem Kettensägen-Apparat hinter einem her stampft, dann darf einem kein einziger Fehler unterlaufen - sonst ist das Level schnell vorbei. Zum Glück verzichtet
Super Meat Boy auf eine Lebensanzeige, sodass wir einen Kurs beliebig oft angehen dürfen.
Eintönigkeit im Leben eines Fleischstücks?
Für die nötige Abwechslung sorgen zum einen freischaltbare Charaktere mit individuellen Fähigkeiten, die wir auf Wunsch mit Super Meat Boy austauschen dürfen. Zum anderen warten noch abgedrehte Zusatzlevel auf den aufmerksamen Spieler. Daneben ist es den Entwicklern gelungen, die veraltete, aber dennoch charmante Technik mit allerlei verschiedenen Hintergründen und Farbgebungen aufzuwerten, womit der Titel überraschend ansehnlich wird.
Metal-Geschrammel
Der Soundtrack bietet die meiste Zeit hartes Metal-Geschrammel, was sehr gut zum abgedrehten Spiel passt und das Spielgeschehen noch treibender macht. Eine Sprachausgabe gibt es zwar nicht, jedoch tut die auch gar nicht not, weil das dem Retro-Flair abträglich wäre. Steuern lässt sich
Super Meat Boy übrigens am besten mit einem Xbox 360-Gamepad, da dieses die Eingaben genauer umsetzt. Aber selbst mit der Tastatur geht das Jump & Run gut von der Hand.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
