...hier ein weißer Stein, dort noch ein Fenster in die Lücke, der letzte Ziegel wird auf's Dach gesetzt und Voila, fertig ist das Traumhaus. Mit Sicherheit wird der eine oder andere schon etwas Ähnliches zusammengebastelt haben. Nicht aus echten Holz und Zement freilich, sondern aus Lego-Steinen oder Holzbauklötzen. Vor allem in jungen Jahren lassen sich sowohl Mädchen als auch Jungen von den farbigen Plastikwürfeln begeistern - und manch einer träumt dabei davon was er werden möchte, wenn er mal groß ist. All jene, die nun in freudigen Erinnerungen schwelgen oder sich schlicht für Spiele erwärmen können, in denen man seine eigene Kreativität vollends ausleben kann, sollten einen Blick auf Minecraft werfen.
Bezahlen für die Beta-Phase?
Obwohl sich
Minecraft noch immer in der Entwicklung befindet und voraussichtlich erst ab November diesen Jahres als Vollversion auf den Markt kommen wird, wurde das Spiel bereits weit über eine Million Mal verkauft. Moment, verkauft? Jawohl! Bereits jetzt könnt ihr euch das Werk des schwedischen Programmierers Markus Perrson für rund 15 Euro vorbestellen und so schon vorab in die viereckige Welt, die sich aktuell in der Betaphase befindet, abtauchen. Selbstredend erhaltet ihr neben einen Beta-Account auch die Vollversion bei Release. Wenn ihr ohne Geldinvestition einen Blick auf
Minecraft riskieren wollt, solltet ihr euch die
»kostenlose Classic-Version des Spiels herunterladen. Auch wenn diese Ausgabe nur einen Bruchteil des Umfangs des Hauptprogramms beinhaltet, wird euch hier ein ausführlicher Einblick geboten und die Kaufentscheidung so erheblich erleichtern.
Baukastenwelt
Viele von euch werden den Begriff bereits kennen, sich aber dennoch die Frage stellen: Was ist
Minecraft eigentlich? Am einfachsten lässt sich das Spiel als interaktiver Lego-Baukasten beschreiben. Die eigens für euch generierte Welt setzt sich ausschließlich aus viereckigen Klötzchen zusammen. Was genau ihr mit dieser Welt anstellen wollt, bleibt euch überlassen. Die euch gegebenen Möglichkeiten sind vielfältig: Egal, ob ihr euer Traumhaus zusammenbauen, ein Bauernhofleben simulieren, die Welt nach eurem Gutdünken verändern oder schlicht und einfach im Survival-Modus auf Monsterjagd gehen wollt - in
Minecraft habt ihr die Chance, eurer Kreativität freien Lauf zu lassen. Die größte Stärke des Spiels, neben der riesigen und offenen Welt natürlich, ist die kinderleichte Steuerung. Per Linksklick könnt ihr den vor euch liegenden Klotz abbauen. Lauft ihr auf den nun spawnenden Klotz zu, wird dieser eingesammelt. Mit der rechten Maustaste könnt ihr ihn an der gewünschte Stelle platzieren.
Eine neue Welt
Startet ihr ein neues Spiel, werdet ihr mit leeren Taschen und ohne festes Ziel in die unerforschte Welt entlassen. Diese ist tatsächlich grenzenlos. Lauft ihr permanent in eine bestimmte Richtung, wird die Weltkarte automatisch erweitert. Habt ihr nicht den Schwierigkeitsgrad, der standardmäßig auf "normal" eingestellt ist, "friedlich" gewählt, solltet ihr eure Entdeckungstour jedoch anfangs nicht all zu sehr in die Länge ziehen. Bei Tag ist die Umgebung, abgesehen von tiefen Schluchten und Erdlöchern, völlig gefahrlos. Kühe, Hühner, Schweine, Hunde und Ähnliches bevölkern die Welt von
Minecraft. Zumindest im Einzelplayer-Modus werdet ihr keine anderen Menschen antreffen. Bricht jedoch die Nacht herein, solltet ihr auf der Hut sein. Allerlei zwielichtiges Gesocks treibt sich schon kurz nach Einbruch der Dämmerung auf der Oberfläche herum. Unbewaffnet und ohne Rüstung habt ihr wenig Aussicht, eine Begegnung mit einem der Monster zu überleben. Daher sollte zunächst der Bau eines sicheren Unterschlupfs eure oberste Prämisse darstellen.
Trautes Heim...
...Glück allein. Bevor ihr jedoch ein gemütliches Plätzchen euer Eigen nennen dürft, gibt es viel zu erledigen. Egal, ob ihr eure erste Nacht in einer Bretterbude, einem Erdloch oder einer Höhle verbringen wollt, anfangs gilt es stets eine Menge an Baumaterialen zu sammeln. Die für die Holzhütte benötigten Bretter beispielsweise könnt ihr, wer hätte es gedacht, aus Holzklötzen gewinnen. Diese müssen zu Beginn, in Ermangelung eines passenden Werkzeugs, mit der bloßen Hand geschlagen werden - Chuck Norris könnte das nicht besser. Aus jeweils einem Holzklotz könnt ihr vier baufertige Bretter schreinern. Aus zwei Brettern wiederum erhaltet ihr vier Holzstäbe. Diese werden zum Beispiel zur Fertigung eures ersten Werkzeugs benötigt.
Minecraft weist eine Vielzahl dieser Rezepte auf. Neben elementaren Baumaterialen könnt ihr auch Werkzeuge, Waffen, Rüstungen, Beleuchtung, Einrichtungsgegenstände oder gar einen künstlichen Wasserfall erschaffen. Experimentierfreudige Spieler suchen am Werktisch nach neuen Rezepten. Solltet ihr dem wenig abgewinnen können, findet ihr im inzwischen sehr umfangreichen
»Minecraft-Wiki alles Nötigte.
Grenzen der Kreativität
Minecraft selbst möchte den Spieler nicht durch ein fest definiertes Ziel einzuschränken. Tatsächlich bleibt es völlig euch überlassen, was ihr mit der euch gegebenen Welt anfangt. Dementsprechend ist das Machwerk von Markus Persson, alias Notch, vorrangig an Anhänger des Open-World-Szenarios gerichtet. Wer sich lieber von einer fesselnden Geschichte oder hochkarätiger Action berieseln lassen möchte, wird hier nicht bedient. Gleich verhält es sich mit der Grafik. Solltet ihr großen Wert darauf legen, wird euch
Minecraft mit seiner Pixel-Optik wenig Freude bereiten. Kreative Denkanstöße finden sich in eigens dafür eingerichteten Youtube-Channels zuhauf - teils gar als mehrmonatiges Videotagebuch.