Wie nervig es ist, auf Bus, Bahn oder Schiff zu warten, wissen die meisten unter uns. Doch wie anstrengend es in der Praxis sein kann, die unterschiedlichsten Verkehrsnetze sinnvoll anzuordnen und den Stadtverkehr stets im Auge zu behalten, darüber sind sich die wenigsten im Klaren. Genau hier setzt Cities in Motion an, welches euch die Kontrolle über das Bus-, Straßenbahn-, U-Bahn- und später sogar Helikopter- sowie Schiffslinien gibt. Allerdings setzt uns der Titel keine öden Kleinstadt-Szenarien vor, sondern wirft uns stattdessen in den Großstadtdschungel.
Ordnung macht den Meister
Auch wenn
Cities in Motion nur einen eingeschränkten Einblick in die Aufgabenbereiche als Städteplaner gibt, so gestaltet sich das Leben als Verkehrs-Manager nicht annähernd so einfach, wie man es sich als Normalbürger eventuell vorgestellt hat. Vom großen Druck ist allerdings zu Beginn nicht allzu viel zu spüren. Ein unvertontes, aber leicht verständliches Tutorial erklärt zunächst, wie man bestehende Verkehrsnetze erweitert oder gleich ganz neue Linien ins Leben ruft. Schnell wird klar, dass Entwickler Collossal Order viel Mühe in die Steuerung und die Anordnung der Menüs investiert hat. Mit wenig Aufwand bauen wir neue Haltestellen und wählen eine günstige Route durch die Stadt aus. So müssen im besten Fall mehrere Punkte gegeben sein: Die Strecke sollte nicht zu lang sein, da sonst zu hohe Wartezeiten auf die Reisenden zukommen, die wichtigsten Hotspots der Stadt sollten angefahren werden (Bahnhof, Universität oder Freizeitpark) und zu hohe Preise sollten vermieden werden.
Für optische und spielerische Abwechslung sorgen in
Cities in Motion nicht nur die insgesamt vier Städte (Berlin, Wien, Amsterdam und Helsinki), sondern auch verschiedene Zeitepochen, die wiederum 30 unterschiedliche Transportmittel mit sich bringen. Angefangen in den 20er Jahren führt uns das Spiel sogar bis in die Zukunft, nämlich bis ins Jahr 2020, der Transportgeschichte. Gurken die Busfahrer in der ersten Kampagnen-Mission 1920 in Berlin noch mit extrem langsamen und kaum Platz bietenden Bussen umher, freuen sich die Bürger der Jetzt-Zeit über komfortable, ausreichend große und deutlich schnellere Varianten.
Revolution des Straßenverkehrs
Doch unabhängig von der Zeitepoche und der Stadt, gilt es meist einige mehr oder weniger spezielle Aufgaben zu lösen. Dabei treten einige öfter auf als andere und sind teils noch mit Vorgaben verbunden. So sollen wir mal eine U-Bahnstrecke zwischen zwei vorgegebenen zentralen Punkten der Stadt bauen, ein andermal bittet uns ein Bischof, den Linienverkehr an die kaum noch besuchte Kirche anzubinden. Letztere Aufgabentypen können wir auf Wunsch auch ablehnen. So entgeht uns allerdings eine Belohnung, die wir immer gut gebrauchen können. Denn mit dem Geld ist es so eine Sache in
Cities in Motion. Selbst auf dem einfachsten der drei Schwierigkeitsgrade geht uns schnell das Geld aus und auch ein Darlehen ist zügig aufgebraucht – da heißt es an allen Ecken und Enden: planen, planen, planen.
Wer erstmal drin ist, der merkt schnell, dass
Cities in Motion schon nach einer kurzen Weile süchtig machen kann und man sich unerwartet schnell in eine Art Rausch spielt. Das liegt an der simplen Bedienung und vor allem am optischen Feedback. Bauen wir etwa eine neue Haltestelle in einem belebten Stadtbezirk, füllt diese sich nach ein paar Minuten mit etlichen, flüssig und hübsch animierten Passagieren. Jetzt kommt es darauf an, genügend Fahrzeuge einzustellen und eine gute Route ausgewählt zu haben, denn sonst monieren die wartenden Fahrgäste über zu lange Wartezeiten, was mit errötenden Smileys ersichtlich wird. All das schlägt sich nieder auf unsere Reputation, die wir bei den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen haben. Erledigte Aufgaben geben uns neben mehr Bargeld auch einen besseren Ruf, und nur mit einem guten Ruf lässt sich auch ordentlich Geld machen.
Kleinvieh macht auch Mist
Soweit, so gut. Nur zwei kleine Dinge hätte Entwickler Collossal Order ausbessern können. Zum einen ist der U-Bahn-Bau unglaublich fummelig ausgefallen. Nur mit Müh und Not gelingt eine gescheite unterirdische Verbindung zwischen zwei Punkten der Stadt, da auf gleich vier Ebenen gebaut werden kann. Zum anderen darf man leider nicht den Startpunkt eines neuen Busses wählen. Demnach fahren alle Busse hintereinander die Route ab, was weder den Fahrgästen (Wartezeit), noch den Fahrern auf der Straße (Stau) gefällt.