BitFenix ist vielen sicherlich kein Begriff. Erst frisch in der Branche tätig, vereint der Hardware-Hersteller Konstrukteure von Computergehäusen unter seinem Dach, die es leid sind, nach endlosen Vorschriften arbeiten zu müssen. Kreativität wird hier groß geschrieben. Wir haben uns den Debüt-Tower für euch angesehen: Den Colossus Venom Big Tower. In unserem Hardwaretest wollen wir euch Aufschluss darüber geben, ob ihr Bit Fenix weiterhin im Auge behalten solltet.
Armer Postbote
Schwitzend und keuchend steht die 1,60 m kleine Postbotin vor meiner Türe und möchte ein „Paket“ überreichen. Eine gigantische Schachtel von BitFenix, die den
Colossus Venom Big Tower enthält. Sicherlich hat mich die Postangestellte verflucht, dass sie dieses unpraktische Monster-Paket mit über 16 kg Gewicht herumschleppen musste, doch vorerst ist mir ihr Wohlbehagen schnuppe. Soll sie ruhig denken, ich müsse etwas kompensieren...
Als erstes wird der Tower in die Wohnung geschleppt und dort sogleich aus seiner Schachtel geborgen – was an der Größe allerdings kaum etwas ändert. Mit den Maßen 245 x 558 x 582 mm (Breite x Höhe x Tiefe) nimmt der Tower einiges an Platz ein in meinem kleinen Studentenzimmer. Die Schachtel und die Schutzpolsterung darin werden vorerst verstaut und dienen zukünftig als geräumiger Spielplatz für meine Haustiere.
Erster Eindruck
Die technischen Daten vorerst ausblendend, begutachte ich den
Colossus Venom Big Tower eingehend. Massiver, schwarzer Stahl innen und außen – und dazu die Leuchtflächen, welche später in grün und rot die Nacht erhellen werden. Ein überwältigender Anblick, der mich vorerst zum Hinsetzen zwingt. Stabil genug ist der
Colossus Venom Big Tower auch hierfür.
Sogleich mache ich mich daran, das Gehäuse von außen zu betrachten. Das Fronpanel lässt sich nach vorne aufklappen und gibt den Blick auf insgesamt fünf Laufwerkblenden frei. Darunter fällt das Auge auf den internen Frontlüfter und den davor installierten Staubfilter. Auch die Sicht auf das Schloss zum aufklappbaren Deckel ist nun frei. Nach dem Aufsperren mit einem der beiden Schlüssel (einer als Ersatz) offenbart sich Platz für eine kleine externe Festplatte oder viele USB Sticks. Zusätzlich finden sich mehrere Anschlüsse: 2x USB 3.0, 2x USB 2.0, 1x eSata und 1x Audio In/Out. Darüber hinaus sind noch vier Knöpfe und ein Regler (für die Lüfterleistung) verbaut. Die Knöpfe dienen dem An-/Ausschalten, der Beleuchtungsart, der Beleuchtungsfarbe und um den Rechner zu reseten.
Darüber hinaus offenbaren sich mir die etlichen Kanäle für die Kabel, welche von dem abschließbaren „Kasten“ am Tower entlang führen. So kann beispielsweise das Kabel einer USB Maus problemlos oben angeschlossen, durch die Kanäle nach unten geführt und anschließend mit Schließen den Frontpanels aus eurem Blickfeld verbannt werden.
Auch von hinten bietet sich ein eindrucksvoller Anblick. Einerseits natürlich der Platz für einen optionalen Lüfter (nicht mitgeliefert) an der Rückwand, dem Netzteil, dem Mainboard und darüber hinaus noch acht zusätzliche Erweiterungsplätze. Wie schon die Größe des
Colossus Venom Big Tower vermuten ließ, wird hier eines ganz besonders geboten: Platz. Viel Platz.
Es zählen die inneren Werte…
… hört man immer wieder. Bei vielen Dingen würde ich diese Aussage nicht gänzlich unterschreiben. Doch bei einem Big Tower stellt dieser Punkt natürlich ein wesentliches Kriterium dar – abgesehen vom Style der Hardware.
Doch bei den bisherigen Einblicken und den Maßen des
Colossus Venom Big Tower liegt die Vermutung nahe, dass auch im Inneren genügend Platz vorhanden ist. Nachdem ich beide Seitenpanels abgenommen habe, versuche ich mich zurecht zu finden. Auf der rechten Seite des Towers verlaufen etliche Kabel – die mit Hilfe von Löchern, die mit Gummi ausgekleidet sind, auf die linke Seite des Tower-Innenlebens gezogen werden können. Der Vorteil beim Zusammenstecken wird später gleich klar: Kabel erscheinen im geräumigen, linken Towerteil, in dem auch das Mainboard, Netzteil, Festplatten und Laufwerke liegen, erst dort, wo sie auch gebraucht werden. Ein Verlegen der Kabel findet also im rechten Teil hinter der schicken Wand statt – das Anschließen hingegen im linken Teil, wo alles an Hardware verbaut wird.
Auch für Festplatten ist im
Colossus Venom Big Tower genügend Platz: Insgesamt lassen sich sieben 3,5 Zoll (alternativ auch 2,5 Zoll) Festplatten einbauen. Speicherplatz dürfte später also sicherlich kein Problem werden…. Darüber hinaus könnt ihr neben den zwei bereits integrierten Lüftern (oben und vorne) auch noch einen dritten Lüfter in das Gehäuse einbauen. Zusätzlich natürlich noch den Lüfter für die Festplatte. Also geht es direkt an das Verkabeln, Anschließen und Verschrauben. Bald sind alle Kabel an ihren richtigen Steckplätzen. Hierbei hilft die knappe Anleitung, die mitgeliefert wurde, und auch die Beschriftungen an den Kabeln des Towers selbst – allerdings solltet ihr euch dennoch etwas mit dem Innenleben von PCs auskennen, sonst werdet ihr aufgrund der Masse an Kabeln schnell verzweifeln.
Es werde Licht!
Nachdem alles angeschlossen ist und ich die Seitenpanels wieder angeschraubt habe (für das Innenleben haben mir die mitgelieferten Schrauben und ziemlich instabilen Kabelbinder geholfen), lasse ich den
Colossus Venom Big Tower zum Leben erwecken. Kabel angesteckt, Netzteil an und „Power“ gedrückt – und schon erstrahlt mein neues Gehäuse in einem wundervollen Rotlicht. Pornoatmosphäre inklusive.
Doch etwas stört mein Rotlicht-Ambiente: Die zwei integrierten Lüfter machen sich akustisch doch bemerkbar. Über den Regler versuche ich, die Lüfterleistung etwas zu senken, um die unangenehmen Nebengeräusche zu eliminieren. Allerdings verändert sich fast nichts. Auch nachdem ich den Tower nochmals geöffnet habe und alle Kabel geprüft habe, ändert sich durch die Reglereinstellung für die Lüfter kaum etwas. Eine geringfügige Verlangsamung lässt sich zwar erkennen, doch dies ändert nichts an der Geräuschkulisse. Es könnte natürlich auch an den integrierten Lüftern liegen – vielleicht würden hochwertigere Lüftersysteme anders reagieren. Doch dies lässt sich auf die Schnelle leider nicht herausfinden, da mir hierfür die Hardware fehlt.
Nichtsdestotrotz schließe ich den
Colossus Venom Big Tower wieder und verlege USB Kabel durch das Frontpanel, spiele mit den LED Einstellungen am Tower und genieße die Farbenpracht. Ein Knopfdruck genügt, und das Puffrot wechselt in ein hoffnungsvolles Grün. Alle Funktionen erfüllen ihren Zweck und lassen sich problemlos bedienen.
Nach einigen Tagen fällt mir allerdings noch etwas sehr Unangenehmes auf: Der Tower stand nicht gänzlich eben auf meinem Tisch und eines der Seitenpanels begann zu wackeln und scheppern. Dieses extrem laute Geräusch konnte auch durch Musik nicht überdeckt werden. Daher musste ich die 16 kg + Inhalt nochmals verlagern und einen neuen Platz hierfür suchen. Und das ist bei diesen Maßen natürlich leichter gesagt, als getan. Nachdem der
Colossus Venom Big Tower aber endlich eben stand, war dieses Geräusch auch wieder getilgt.
Ausgezeichnet mit den folgenden GameRadio-Awards:
