Codemasters hat in den letzten Jahren mit der DiRT-Reihe Rallye-Rennspiele auf ein neues Level erhoben. Offensichtlich jedoch sind die DiRT-Titel für die Masse designt und bieten ein arcadelastiges Gameplay. Eher für Hardcore-Rallye-Fans empfiehlt sich nun WRC FIA World Rally Championship - mit eindrucksvoller Lizenz und stärkerem Simulationscharakter. Wenn auch mit anders gelagertem Gameplay, muss sich das Spiel den Vergleich mit der Konkurrenz gefallen lassen. Überholspur oder Seitenstreifen - wo fädelt es sich ein?
Zwiespältiger Start
Die ersten Eindrücke sind nicht sehr hoffnungsvoll. Das Spiel ist grafisch nicht auf der Höhe der Zeit, das Menüsystem ist nur zweckmäßig und kann
DiRT in keinster Weise das Wasser reichen. Mit gerade mal 18 Autos wird trotz 13 Rallyes und 78 Kursen nur begrenzt Abwechslung geboten. Bei den Modi hervorzuheben ist hauptsächlich der Karriere-Modus, der einige Zeit in Anspruch nimmt. Keineswegs kann es
WRC FIA World Rally Championship aber hier mit der persönlichen Einbindung des Spielers wie bei der Konkurrenz von Codemasters aufnehmen.
Die Fahrzeuge können technisch vielfältig angepasst werden, und das Reperatursystem mit einem 60-Minuten-Zeitkonto ist eine interessante Idee. Jeder einzelne Schaden wird aufgeführt und kann separat behoben werden - alles auf Kosten der Zeit. Toll sind hier auch die exakten Schadensmeldungen des Beifahrers während des Rennens, der euch immer genau sagt, was ihr gerade zu Schrott gefahren habt.
Realistisches Schlammrutschen
Im Gegensatz zur
DiRT ist
WRC FIA World Rally Championship wesentlich bodenständiger in der Art, wie es sich präsentiert, und das ist sowohl Stärke als auch Schwäche des Spiels.
WRC ist schwierig zu handhaben, insbesondere wenn man sich vorher an
DiRT gewöhnt hat. Es wird mehr Fingerspitzengefühl in Kurven, beim Überholen und engen Streckenabschnitten benötigt. Dadurch fühlt es sich aber auch eine ganze Ecke realistischer an als viele andere Rallye-Spiele. Allerdings muss man sich darauf einstellen, dass, sobald man sich nur wenige Meter von der Strecke befindet, man sofort zurückgesetzt wird.
DiRT bietet da wesentlich größere Freiheit. Man selbst muss hier entscheiden, was einem wichtiger ist.
Wo etwas Licht ist, da ist umso mehr Schatten
Grafik und Sound sind definitiv die größten Schwächen von
WRC FIA World Rally Championship. Die Autos klingen wie aufgemotzte Drohnen und alle sehr ähnlich. Die Beifahrer-Kommentare sind äußerst repetitiv und gehen einem bereits nach kurzer Zeit auf die Nerven. Grafisch kann die hohe Sichtweite immerhin wieder ein bisschen wettmachen. Einzig die Automodelle wissen zu überzeugen, aber auch nicht zu begeistern. Das Schadensmodell leistet einen guten Job, ebenso die Fahrphysik bei unterschiedlichen Wetterbedingungen. Die Force-Feedback-Unterstützung ist nur rudimentär umgesetzt, rüttelt immer gleichstark und zeitverzögert (am besten ausschalten).
Von selbst versteht sich, dass es sich empfiehlt,
WRC mit einem Gamepad zu bedienen. Noch besser und der realistischen Ausrichtung zugute kommend, ist man natürlich mit einem Lenkrad unterwegs.