Nach „Battlefield 1942“ kann man sich nun auch im virtuellen Vietnam-Krieg austoben. „Battlefield Vietnam“, der neuste Top-Titel aus dem Haus EA, führt uns direkt ins Krisengebiet. Der zwischen 1959 und 1975 wütende Krieg, kann nun mit Original-Waffen und -Fahrzeugen virtuell nachgespielt werden. Welche Verbesserungen es mit sich bringt und ob es uns überzeugen konnte, erfahrt ihr in unserer Review.
Grafikpracht!?
Ihr habt bei BFV die Wahl zwischen zwei Parteien, der USA und der NVA (Nordvietnamesische Armee). Die USA setzt eher auf Hightech, die NVA schleicht mit ihren Guerilla-Kämpfern über die Karte. Im Spiel könnt ihr zwischen 14 Karten wählen, die nach längerem Zocken ein bisschen langweilig werden, da nicht wirklich jede Karte etwas taugt. Die Maps sind generell aber sehr abwechslungsreich und ihr könnt euch entweder im Dschungel oder am Strand austoben. Die Umgebung ist sehr detailliert, auch bei mittleren Details sieht alles sehr realistisch aus und man denkt, man wäre im realen Vietnam. Das sehr schöne Renderintro am Anfang baut schnell die richtige Atmosphäre auf. Das Menü, welches euch am Start begrüßt, sieht jedoch etwas trostlos aus, da hätte ich ein wenig mehr „Action“ erwartet. Ich habe beispielsweise ewig gebraucht, bis ich das Kästchen gefunden habe, mit dem man den „PunkBuster“ aktivieren kann.
Trotz der hohen Systemanforderungen läuft das Spiel auf unserem Testrechner (1,67GHz, 512 DDR-RAM, GeForce 4 Ti4200) bei 1024x768 (mittleren Details) flüssig. Ab und zu gibt es kleiner Lags, aber diese sind durchaus auszuhalten. Die tolle Grafik lässt die kleinen Hänger schnell vergessen.
EA hat bei „Battlefield Vietnam“ leider auf einen Singleplayer-Part mit Story verzichtet. Eigentlich schade, weil Zocker ohne Internet so nicht sehr lange am Spiel zu knabbern haben werden. Lediglich die einzelnen Karten sind mit Bots spielbar. Aber mit der schlaffen KI hält der Langzeitspielspaß nicht ewig. Man sollte deshalb über einen Internet-(Breitband)Anschluss verfügen, um das Spiel online zocken zu können.
KI!? Welche KI?
Bei den Soldaten-Klassen hat EA ein wenig geschlampt. Der Spezialist für schwere Waffen hat ein MG und wahlweise einen Raketen- oder Granatwerfer, leider ist er dadurch ein wenig zu stark gegenüber den anderen Klassen. Der Sanitäter ist ganz weggefallen, war aber eigentlich schon früher ziemlich sinnlos. Die KI ist, wie oben schon erwähnt, sehr schlapp. Gerade da hätte man mehr erwarten können, wenn schon die Singleplayer-Kampagne ganz wegfällt. Beispielsweise steigen die Bots ab und zu in ein Fahrzeug, in meinem Fall in einen Jeep, jedoch nicht als Fahrer, sondern als Schütze und zielen einfach nur dumm in der Luft rum. Enttäuschend, wenn man gerade auf dem Verlierer-Pfad wandert und eigentlich alle Bot-Einheiten an der Front gebrauchen könnte.
Ohrenschmaus
EA hat für „Battlefield Vietnam“ viele tolle Songs von CCR, Jefferson Airplane und anderen lizenzieren lassen. So kommt beim Spielen eine super Vietnam-Atmosphäre rüber. Natürlich könnt ihr auch eure eigenen Songs mit ins Spiel nehmen, einfach alle Musikstücke in den „My Music“ Ordner im Hauptordner kopieren und mit der eingestellten Taste die Abspiel-Liste öffnen. Die schon sehr langen Ladezeiten werden ebenfalls mit toller Musik unterlegt. Jedoch wartet man schon mal 2 Minuten um sich endlich ins Match zu stürzen. Wenn man während des Spielens Esc drückt, um zurück zum Menü zu kommen, darf man auch ein Weilchen warten. Das nervt total, vor allem, wenn man nur mal kurz zocken will und nicht viel Zeit hat. Die Musik, die die Ladebildschirme mit ein wenig Stimmung unterlegt, hilft da irgendwann auch nicht mehr.
Mobilmachung
Wie im Vorgänger „Battlefield 1942“, müsst ihr auch in Vietnam wieder die berühmten Fahnenpunkte einnehmen. Diese sind an strategisch wichtigen Punkten auf der gesamten Karte verteilt. Doch anders als im Vorgänger, könnt ihr diesmal auch auf mobile Respawnpunkte, in Form von einem Tunnel (NVA) oder eines Schiffes/Hubschraubers (USA), zurückgreifen. So kann man mit einem NVA-Ingenieur auch im hintersten Teil der feindlichen Basis einen geheimen Respawn-Tunnel basteln, in dem ihr dann „wiederbelebt“ werden könnt. Das bietet natürlich ganz neue taktische Möglichkeiten.
Mobil sind natürlich nicht nur die Fahnenpunkte, sondern auch die neuen Fahrzeuge. Vom Roller bis zum Hubschrauber ist alles dabei. Die in der Preview-Version noch sehr schlaffe Hubschraubersteuerung hat man in der Vollversion sehr schnell gelernt. Das Fliegen geht bei mir schon gut von der Hand, auch wenn es am Anfang schon ein wenig schwer war. Ganz neu ist, dass man Fahrzeuge an die Kette nehmen und an die Front fliegen kann. Ein sehr tolles Feature, denn der Fahrer kann sitzen bleiben, während er durch die Gegend geflogen wird. Ihr habt die Wahl zwischen insgesamt 24 (USA: 12, NVA: 12) Fahrzeugen, die allesamt sehr schön aussehen.
Natürlich müsst ihr euch am Start auch für eine der 28 neuen Waffen (USA: 12, NVA: 16) entscheiden. Kalaschnikow (AK-47) und M16 sind natürlich auch wieder mit von der Partie. Die Waffenanimationen sehen sehr realistisch aus und das Nachladen macht da gleich doppelt so viel Spaß. Zusätzlich gibt es noch Gadgets wie Mörser, Minen, Sprengfallen, Tretfallen, usw.. Munition und Energie ist großzügig auf den Karten verteilt. Man muss sich also eigentlich keine Sorgen um seinen Nachschub machen.
Sehr viel Multiplayer!
Auch wenn der Singleplayer-Modus sehr ernüchternd ist, so weiß der Multiplayer-Part zu überzeugen. Mit ein paar Klicks befindet man sich schon in der Lobby. Natürlich wird EA-üblich auch „Gamespy“ unterstützt. Vielen Spielen kann man allerdings erst beitreten, nachdem man den auf der CD enthaltenden „PunkBuster“ (Anti-Cheat-Software) installiert und im Lobby-Bildschirm aktiviert hat. Nach einem Doppelklick auf das gewünschte Spiel, wird man sofort (nach dem 2-Minuten-Ladebildschirm) ins Spielgeschehen geschubst. Was allerdings arg nervt, sind die Flaggenpunkt-Camper. Diese Spieler stellen sich an einen Flaggenpunkt und sobald man „wiederbelebt“ wird, erschießen sie einen. Das ist sehr nervig, vor allem, wenn man nur noch einen Flaggenpunkt hat.