Beat’em Up Fans bekommen wieder Nachschub! Fern der Standard- Titel wie Tekken, Street Fighter oder Capcom Vs. wagt sich nun BlazBlue Calamity Trigger in die Regale. Ob es seinen dortigen Platz als Staubfänger nutzen wird, zeigen wir euch in unserer Review zum 2D-Prügler.
Zwei Zeilen über die Story….
Sind in den meisten Kampfspielen mehr als ausreichend. Doch nicht so bei
BlazBlue Calamity Trigger. Vor Beginn des Spiels erzählt ein kurzer Anime-Streifen die Vorgeschichte: Eine unheimlich gefährliche Waffe entsteht. In der Stadt Kagutsuchi taucht im Jahr 2199 der Mann auf, auf den das höchste Kopfgeld seit Jahren ausgesetzt ist. Sein Name ist Ragna The Bloodhedge – auch „der Seelenfänger“ genannt. Angeblich plant er ein Attentat auf das sogenannte Librarium – er versucht die Regierung zu stürzen. Die Gerüchte um diesen Ragna locken natürlich etliche Kämpfer nach Kagutsuchi. Entweder, um das Kopfgeld, welches auf ihn ausgesetzt ist, zu kassieren, oder um die eigenen Kräfte mit diesem mächtigen Mann zu messen. Einige kommen sogar nur wegen des Attentats – um es zu verhindern oder aus reiner Neugier.
Qualität statt Quantität
Die Überschrift ist bezeichnend genug für einen ersten Blick auf die spielbaren Charaktere. Viele Beat’em up-Fans werden aufschreien, wenn sie sehen, dass lediglich zwölf Kämpf in
BlazBlue: Calamity Trigger zur Verfügung stehen. Allerdings solltet ihr euch hiervon nicht abschrecken lassen: Denn diese zwölf Kämpfer haben es in sich. Die in 2D-Grafik animierten Animecharaktere lassen keine Wünsche offen. Sie sind bis in das kleinste Detail ausgearbeitet, jede Bewegung sitzt und alle Figuren sind einzigartig. Neben dem eben genannten Schwerverbrecher könnt ihr beispielsweise in die Rolle von Arakune schlüpfen – einem magischen Geschöpf, dessen Körper aus tausenden Insekten besteht. Oder ihr vergnügt euch lieber mit Iron Tager, einem riesigen Kerl, den die Leute vor Angst auch „Roter Teufel“ nennen – und der ganz nebenbei einen Großteil eures Bildschirms einnehmen wird.
Auch das weibliche Geschlecht kommt natürlich nicht zu kurz. So könnt ihr euch unter anderem auch für die kleine Rachel Alucard entscheiden – dem Oberhaupt der Vampirfamilie Alucard. Und natürlich kommen auch diejenigen nicht zu kurz, die sich gerne in Beat’em up Damen verlieben: Die Wissenschaftlerin und Ärztin Litchi Faye-Ling wird nicht umsonst im Spiel des Öfteren „Tittenmaus“ genannt… aber sie hat natürlich auch noch andere Vorzüge.
Ohne jeden einzelnen Charakter ausführlich zu beschreiben, erkennt ihr sicherlich, dass es an Variantenreichtum nicht mangelt. Jede Figur hat ihre eigene Vorgeschichte und Gründe für die Reise nach Kagutsuchi. Im Story Modus von
BlazBlue: Calamity Trigger könnt ihr die Geschichte jeder einzelnen Figur bestreiten und herausfinden, was die Kämpfer wirklich bewegt. Ihr erhaltet tiefe Einblicke in das Handeln und den Werdegang der Charaktere – im Großen und Ganzen erwartet euch hier zwölf Mal eine einigermaßen tiefgründige Story.
2D-Gekloppe
Wie eingangs bereits erwähnt, handelt es sich bei
BlazBlue: Calamity Trigger um einen 2D Prügler. Wo andere Titel auf Realitätsnähe setzen, grenzt sich dieses Spiel stark ab. Unglaublich schräge Animefiguren springen, schlagen und fallen durch die 3D-Arenen. Doch sowohl die Umgebungen, als auch die Charaktere selbst sind perfekt ausgearbeitet. Detaillereich und selbstverständlich individuell – jede einzelne. Schöne Kampfanimationen und effektvolle Combos lassen den Kampfplatz erbeben – auch wenn die Arena lediglich als Hintergrund dient. Kiste zum Blocken, Zerstören oder als Rampe sucht ihr vergebens. Nur euer Kämpfer und euer Gegner beeinflussen den Kampf.
Durch die Story werdet ihr mit Animezeichnungen, Musik und Text geführt. Auch musikalisch werdet ihr die ein oder andere Überraschung erleben. Die Auswahl der akutischen Untermalung verdient ebenso wie das Design ein großes Lob. Hier wurde an nichts gespart und anders als bei anderen Titeln des Genres kann man auf ein Stummschalten der Musik verzichten und sich voll und ganz dem Spiel hingeben.
Leider wartet
BlazBlue: Calamity Trigger nicht durchgehend mit neuester Technik auf. Zwar könnt ihr euch in prachtvoller HD Auflösung mit euren Gegnern messen – doch musikalisch müsst ihr mit Dolby Surround oder veraltetem Stereo leben. Eine Unterstützung von Dolby Digital wurde leider ausgespart. Doch selbst im etwas älteren Dolby Surround erklingen bei jedem Angriff Rufe, Schreie und natürlich das bekannte Kampfgestöhne.
PC–Manko
Wo liegt wohl das größte Problem an einer PC-Umsetzung? Die Frage ist schnell beantwortet: Die Steuerung über Tastatur erschwert das Spiel immens. Mit den Tasten W E R T A S D F Y X C und V in Verbindung mit dem Steuerkreuz bewegt ihr euren Kämpfer über das Feld. Zwar ist die Aufteilung der Tasten sinnvoll – beispielsweise liegen auf ASDF die Angriffe, der Stärke nach angeordnet. Allerdings lassen sich über einen Xbox 360-Controller, den das Spiel unterstützt, deutlich einfacher vernichtende Combos schlagen.
Wer unter Combos nun das Drücken von zwei oder drei Tasten in Kombination mit dem Steuerkreuz erwartet, ist zwar nah dran, allerdings noch lange nicht an der Beherrschung von
BlazBlue: Calamity Trigger angelangt. Die verschiedenen Angriffsstärken und unterschiedlichste Verteidigungsmöglichkeiten ermöglichen es einerseits, einen vernichtenden Angriff bereits frühzeitig einzuleiten. Allerdings könnte ein Blocken von diesem durch den Gegner bald die eigene Niederlage bedeuten.
Das Blocksystem ist extrem ausgereift. Eure Abwehr kann nur eine gewisse Zeit lang standhalten – irgendwann ist eure Kraft erschöpft und ihr könnt keine weiteren Angriffe blocken. Eine sinnvolle Mischung aus Angriffen und Blocks wird euch demnach zum Sieg verhelfen. Reines Draufhauen oder pure Defensive wird euch die Niederlage einbringen. Das Kampfsystem ist sehr tiefgründig und durchdacht. Eine gewisse Einspielzeit wird auch den erfahrensten Beat’em up Fans nicht erspart bleiben.
Ebenbürtige Gegner
Spiele wie
BlazBlue: Calamity Trigger bringen erst dann richtig Spaß, wenn man den perfekten Gegner gefunden hat. Einsteiger werden sich allerdings schon im Story- oder Arcademodus die Zähne ausbeißen. Die Gegner-KI zerschmettert einen ungeübten Einsteiger schon nach wenigen Runden. Selbst erfahrene Spieler werden ohne dem „Trainingsmodus“ und der Lektüre der Anleitung nicht lange ihren Spaß haben. Doch investiert ihr die nötige Einspielzeit, werdet ihr sehr schnell feststellen, dass anspruchsvollere Gegner im Story- und Arcademodus deutlich mehr Spaß machen. Ein Rushen durch die Story in wenigen Minuten gibt es hier nicht – im Gegensatz zu anderen Vertretern des Genres. Darüber hinaus lässt sich die Schwierigkeitsstufe noch deutlich erhöhen – insgesamt stehen euch sechs Stufen zur Verfügung. Doch schon auf der niedrigsten Einstellung wird der ein oder andere Anfänger verzweifeln.
Der lokale Multiplayer von
BlazBlue: Calamity Trigger ist natürlich eine weitere Möglichkeit, sich miteinander zu messen. Interessanter ist allerdings der Online-Modus: Ihr könnt gegen Spieler auf der ganzen Welt antreten – und zwar nicht nur gegen PC User – auch Spieler der
»Xbox 360-Version stehen euch als Gegner zur Verfügung. Wer sich im Arcademodus wacker geschlagen hat und die Grundzüge des Spiels verinnerlicht hat, kann sich somit an menschliche Herausforderer wagen. Absolut überwältigend war hierbei die Tatsache, dass sich der Online-Modus kaum vom lokalen Multiplayer unterschieden hat. Lags, die den Spielverlauf stören oder beeinflussen würden, kamen nicht vor. Ein absolut stabiler Multiplayer-Server steigert den Spielspaß deutlich. Hier werden Genrefans endlich würdig behandelt.
Ebenfalls erwähnenswert ist die Tatsache, dass ihr vor einem Kampf in
BlazBlue: Calamity Trigger nicht sehen könnt, welchen Charakter der Gegner gewählt hat. Zwar sind alle zwölf Charaktere sehr ausgeglichen und einen übermäßigen Vorteil bei einem Charakter konnten wir nicht erkennen – doch falls sich etwas derartiges doch noch herausstellen sollte, ist dagegen vorgebeugt.