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FULL PIPE
 Test von Yan Dreyer (26.08.2010) Artikel-Feed (RSS) abonnieren
Genre:Adventure Publisher:Daedalic
Termin:27. Juli 2010 Entwickler:Daedalic

Das Entwickler-Studio Daedalic ist bekannt für seine abgedrehten Adventures, die sich fernab des Mainstreams durch unkonventionelles Spieldesign auszeichnen. Beispiele dafür sind »The Whispered World oder auch »Edna bricht aus. Nach viel Lob seitens der Presse sowie guten Verkaufszahlen wagt es Daedalic nun, noch einen Schritt weiter zu gehen und baut die Experimentierfreudigkeit weiter aus. Wie sich das neue Point and Click-Adventure Full Pipe schlägt, erfahrt ihr im nachfolgenden Test.


Ab unter die Erde!

Dude ist der kauzige Hauptakteur in Full Pipe, den es in ein Röhrensystem unter Tage verschlägt, nachdem ein Missgeschick Dudes Nachtpantoffel in jene unterirdische Welt verfrachtet. So wie schon der Protagonist gestalten sich die Untergrund-Welt und deren Bewohner alles andere als normal. Keine der Kreaturen beherrscht eine Sprache, sie verständigen sich nur mit eigenartigen Lauten und Gesten. Auch ihr Verhalten wirkt alles andere als menschlich, alle Charaktere sind auf ihre Art durchgeknallt und besitzen Wiedererkennungswert. Eine Sprachausgabe im klassischen Sinne bietet Full Pipe also nicht, selbst Dude lässt keine Kommentare von sich hören. Das alles mag anfangs irritierend sein, die Verwirrung legt sich aber mit der Zeit.


Mal anders knobeln

Wichtiger als die Tatsache, dass die zwar schön gezeichnete und nett animierte Grafik lediglich die Auflösung von 800 x 600 Pixeln unterstützt, dürfte die Frage sein, wie sich denn die Rätsel im Vergleich zu anderen Point and Click-Adventures schlagen. In dieser Beziehung kommt Full Pipe sehr eigenständig daher und pfeift auf Genrestandards wie Hotspot-Anzeige oder Rätselhilfe. Vielmehr geht es um komplexes Denken und nicht selten um reines Ausprobieren, um weitere Tunnelgänge freizuspielen. Denn die Knobeleien fallen alles andere als einfach aus. Wer sich nicht jede Gestalt und deren Macke eingeprägt hat, der kommt nicht weit, da es zumeist darum geht, mit anderen Charakteren zu interagieren und die Eigenschaften derer in Anspruch zu nehmen.

So legen wir in einem Raum eine Schublade in unserem Inventar ab, die wir kurz darauf mit einem sichtlich planlosen Geschöpf gegen eine Sonnenbrille eintauschen. Haken dabei: Wir können in diesem Fall fast alle Gegenstände, die wir besitzen tauschen und nicht nur einen. Das macht die Sache noch mal um einiges komplizierter. So ähnlich gestalten sich die meisten Rätselketten: Gegenstände erhalten, mit anderen Charakteren interagieren und teilweise auch mal durch einen fiesen Countdown unter Druck stehen. Leider bleibt Full Pipe durchgehend knifflig und allzu oft erwischt man sich dabei, allein durch Herumprobieren ein Rätsel gelöst zu haben und weniger mit geschicktem Nachdenken.


Und sonst so?

Mittels Maus lassen sich alle Befehle an Dude weiterleiten, und auch andere Aktionen wie das Aufrufen des Inventars unterscheiden sich in Full Pipe nicht von anderen Adventures. Manchmal fällt es allerdings schwer, den richtigen Hotspot zu treffen, da die Steuerung nicht immer ganz präzise funktioniert. Richtig atmosphärisch ist der kleine, aber feine Soundtrack, der zum Beispiel durch Jazz-Stücke richtig Flair vermittelt und super zur Stimmung des abgedrehten Untergrund-Szernarios passt.





Es war klar, dass auch Full Pipe ein typisches Daedalic-Adventure wird: abgedreht, irgendwie anders, kreativ. All das ist auch eingetreten, trotzdem dürfte sich der Titel nur an eingefleischte Genre-Veteranen richten, die auch ohne richtige Sprachausgabe und fein gestalteter Grafik leben können. Witzig und clever ist Full Pipe allemal, doch es ist im Ganzen einfach zu sperrig geraten und ignoriert Genrestandards wie Hotspot-Anzeige und Rätselhilfe zu konsequent. Somit empfehle ich das Spiel nur frustresistenten Spielern, die gerne Herumprobieren und sich mit einem abgedrehten Szenario anfreunden können.
64%
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Pro:
stimmige Welt, mit schrulligen Charakteren
kreative Rätselketten
stimmungsvoller Soundtrack

Contra:
800 x 600 als maximale Auflösung
sehr knifflig, keine Hotspot-Anzeige und keine Rätseltipps
keine Sprachausgabe
Steuerung teils ungenau


Offizielle Website:
 Fullpipe-Game.de

Weitere Links:
 Demo Download
 Steam-Seite (Preis: 5 Euro)



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